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Verband der Motorjournalisten Regionalkreis Bayern zu Besuch bei Knorr-Bremse

Knorr-Bremse als führender Anbieter für automatisiertes Fahren im Nutzfahrzeug - Der Lkw der Zukunft

Mit dem automatisierten Fahren halten zunehmend neue Funktionen und Anforderungen Einzug in die Nutzfahrzeugbranche. Wie Dr. Peter Laier, Vorstand der Knorr-Bremse AG und verantwortlich für den Unternehmensbereich Systeme für Nutzfahrzeuge, vor Mitgliedern des Verbandes der Motorjournalisten (VdM) Regionalkreis Bayern und weiteren Fachjournalisten hervorhob, ist der führende Systemzulieferer für Schienen- und Nutzfahrzeuge schon heute eine treibende Kraft in puncto automatisierter Fahrfunktionen.

„Sicherheitssysteme dulden keine Kompromisse“: Dieser Devise hat sich das 1905 in Berlin gegründete und 1985 von Heinz Hermann Thiele als Alleineigentümer übernommene Unternehmen Knorr-Bremse von Anfang an als technologischer Schrittmacher verschrieben. Und das mit großem Erfolg. Dabei basiert die Strategie von Knorr-Bremse auf einem sinnvollen Ausbau der Systemkompetenz, indem Produkte zu integrierten Systemlösungen vernetzt und den Kunden deutliche Effizienzvorteile in Beschaffung, Betrieb und Wartung geboten werden. Mit bisher circa 100 Akquisitionen in den beiden Kernkompetenzfeldern „Systeme für Schienenfahrzeuge“ und „Systeme für Nutzfahrzeuge“ ist Knorr-Bremse mit mehr als 25.000 Mitarbeitern an 100 Standorten und einem Umsatz von zuletzt 5,5 Milliarden Euro gegenüber 200 Millionen Euro 1985 heute weit mehr als ein Bremsenhersteller.

Die vier Megatrends in der Nutzfahrzeugbranche
Bei seinem Vortrag im 2016 fertiggestellten neuen Entwicklungszentrum von Knorr-Bremse gab Dr. Laier den geladenen Journalisten anhand der vier wichtigsten Trends in der Truckindustrie einen hervorragenden Einblick in den Lkw der Zukunft und die Rolle von Knorr-Bremse. So wird die Branche derzeit maßgeblich von den Faktoren Verkehrssicherheit (Trend 1), automatisiertes Fahren (Trend 2), Konnektivität (Trend 3) und Fahrzeugeffizienz/Elektromobilität (Trend 4) geprägt. In sämtlichen Bereichen verfügt das renommierte Münchener Unternehmen schon heute über die notwendigen Kompetenzen und Produkte, um als Systempartner der Nutzfahrzeugbranche entsprechend jederzeit innovative Lösungen zu entwickeln. So setzt Knorr-Bremse auch in den Bereichen Fahrerassistenzsysteme – in den USA ist Knorr-Bremse beispielsweise bei Abstandstempomat und Notbremsassistent Marktführer – und automatisiertes Fahren Trends. Technologie und Know-how rund um die Lenkung aus der Akquisition von tedrive Steering Systems im vergangenen Jahr spielen dabei eine genauso wichtige Rolle wie die Expertise des Unternehmens im Bereich der äußerst komplexen Fahrdynamik von Nutzfahrzeugen.

Automatisiertes Fahren führt zu deutlichen Kostenersparnissen
Als wichtigste Vorteile des automatisierten Fahrens nannte Dr. Laier nicht nur verlängerte Ruhezeiten für die Fahrer oder auch reduzierte Unfälle, sondern auch weniger Spritverbrauch sowie insgesamt geringere Total Costs of Ownership, was somit zu interessanten Businessmodellen für Speditionen führt. Wie der Vorstand weiter ausführte, unterstützen die Systeme von Knorr-Bremse den Fahrer heute nachhaltig, während er jederzeit die Kontrolle und volle Verantwortung über das Nutzfahrzeug behält. Beim hochautomatisierten Fahren dagegen werde der Lkw-Fahrer die Kontrolle und Verantwortung zeitweise dem Fahrzeug überlassen. Im letzten Entwicklungsschritt schließlich würden die Nutzfahrzeuge mit Knorr-Bremse Systemen ganz ohne Fahrer unterwegs sein können. Dabei verwies Dr. Laier auf die hauseigene Autonomous Yard Maneuvering-Studie, bei der das Fahrzeug komplett selbsttätig über den Speditionshof zur Laderampe und wieder zurück fährt.

Mix aus Pkw- und Nutzfahrzeug-Know-how
Die Komplexität von Nutzfahrzeugen ist laut Laier um ein Vielfaches höher als die von Pkw. So bestehe bei Nutzfahrzeugen eine deutlich größere Varianz aufgrund von Zugmaschine und Anhänger, unterschiedlichen Nutzungen, verschiedenen Beladungen und dadurch variablen Schwerpunkten. Laier: „Die Unterschiede sind signifikant. Daher können die Systeme nicht einfach vom Pkw auf den Lkw übertragen werden.“ Oberstes Ziel von Knorr-Bremse im Bereich des automatisierten Fahrens ist es, schon jetzt ein Gesamtsystem bzw. entsprechende Module anzubieten.

Wie schnell sich der Erfolg auf diesem Gebiet zeigen wird, ist Laier zufolge vor allem eine Frage der Weiterentwicklung der Sensorik bei nicht optimalen Fahrbedingungen, der Umsetzung adaptiver Systeme, neuer Business-Modelle sowie entsprechender Rahmenbedingungen des Gesetzgebers.

„Bei den Entwicklungen auf dem Weg zum Lkw der Zukunft werden bei der Sensorik wo immer möglich Pkw-Anwendungen auf den LKW adaptiert und mit entsprechenden Nutzfahrzeuglösungen für die Fahrzeugführung und Fahrdynamik zu einem LKW-spezifischen Gesamtsystem für automatisiertes Fahren kombiniert. Einige Funktionen des automatisierten Fahrens wird es zuerst im Nutzfahrzeug geben, weil es sich hier eher rechnet. Doch bei allem gilt: Bei der künftigen Entwicklung handelt es sich nicht um eine Revolution, sondern um eine Evolution“, resümiert Knorr-Bremse-Vorstand Dr. Peter Laier, seit 01.01.2016 verantwortlich für die Division Systeme für Nutzfahrzeuge. Knorr-Bremse ist in der Zukunft angekommen!

Text und Fotos: Isabella Finsterwalder (11/2017)

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