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Feinstaubfresser: Motorjournalisten bei Mann und Hummel in Ludwigsburg

Stau vor Mann und Hummel: ein großer Teil der 27 angemeldeten Teilnehmer hatte Probleme, am Mittwoch 11. Oktober 2017 um 17 Uhr rechtzeitig zu Mann und Hummel in Ludwigsburg zu kommen, denn auf der Autobahn waren zwei Lastwagen verunfallt und es gab zwöf Kilometer Stau. Da viele andere Autos auf die Bundesstraße 27 auswichen, staute sich auch dort alles. Wir verschoben also den Beginn der Veranstaltung um 15 Minuten und warteten am Feinstaubfresser.

Drei Exemplare auf Basis von Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller befinden sich in der Flotte. Oben auf dem Dach ist ein großer Kasten angebaut, der den Feinstaub aus der Luft filtert. An den Bremsen befinden sich Bremsstaubfallen, denn 80 Prozent des Feinstaubs bei modernen Autos wird durch die Bremsen erzeugt. Dritte Komponente bei allen Mann und Hummel Projektträger sind Innenraumfilter, die sogar das Stickoxid aus der Luft entfernen.

Prüflabor

Referent Robert Kerres zeigte, wie in den Prüflabors des neuen Hauses der Filtration Entwicklung betrieben wird. Das Technologiezentrum - so der offizielle Name des 2016 eingeweihten Gebäudes - umfasst unter anderem die Prüflabore und das Museum.

Im Prüflabor wurden uns – bitte nicht fotografieren – modernste Prüftechnik vorgeführt. Filtermedien werden beispielsweise mit Normstaub versetzter Luft durchströmt. Es wird überprüft, wie viel der Filter davon auffängt. Normstaub, das ist nicht einfach der Inhalt eines Staubsaugers. Er muss, um Reproduzierbarkeit zu ermöglichen, nach strengen Vorschriften hergestellt und überprüft werden. Ein teures Unterfangen, das merkt vor allem der Einkäufer.

Eine eigene Abteilung verbessert die Eigenschaft von Ölfiltern. Es sei inzwischen möglich die gleiche Filterleistung seit der Golf 1-Zeit bis heute mit 2/3 des Raumbedarfs zu erzielen. In Dauerfestigkeitsprüfständen wurde sichtbar, wie sich Filtergehäuse aus Kunststoff unter Druckpulsen bis zu 40 bar verformen und trotzdem dicht bleiben.

Museum

Das Museum trägt den sinnigen Namen FILTERWERK und zeigt das Selbstverständnis von Mann und Hummel. Franz-Georg Geiger, zeigte sich als kundiger Museumsführer und führte von der Gründung 1941 bis heute mit fundiertem Hintergrundwissen und allerlei Anekdoten. Die Filter bestanden in den Anfangsjahren aus Filz , die zigarrenförmig gerollt wurden, um die Aufnahmefähigkeit für Staub und Verschmutzungen zu vergrößern. Mann und Hummel fertigte nach dem Krieg daraus Filzhüte. Aber auch andere Produkte wie das Rutscherle, ein kleiner Handwagen, der etwa zwei Kartoffelkisten trägt und nach dem Krieg dazu diente, von Hand die notwendigen Überlebensmittel in die Stadt zu ziehen.

Abschlussdiskussion

In der Abschlussdiskussion wurden verschiedene Themen angesprochen. Zurzeit werden 80 Prozent des Umsatzes von Mann und Hummel mit automobilen Produkten erzielt. Aber es werden auch Filter für Klimaanlagen gebaut, die Allergene aus der Luft ziehen.

Wenn Fahrverbote kämen und die Menschen auf die U-Bahn umsteigen, die eine sehr schwere Nutzlast in unterirdischen Stationen oder dem Bahnhof zum Stehen bringen müssen, so sei dies eine höhere Feinstaubbelastung auf Grund des Bremsstaubs, als dies je am Neckartor auftrete.

Es gebe noch viel zu forschen, bis alternative Kraftstoffe CO2-neutral Verbrennungsmotoren antreiben können. Auch deshalb fanden es die Anwesenden wichtig, das Know-How des Verbrennungsmotors nicht zu verwerfen. „Auch Elektrofahrzeuge brauchen Filter“, so Pressechef Harald Kettenbach. „Und deshalb ist es mir um unsere Zukunft nicht bange.“

Ausklang

Zum Ausklang nach der Diskussion stärkten sich die Anwesenden durch Häppchen und Kanapees, die man vom Buffet nehmen konnte. Gottfried Weitbrecht bedankte sich bei Harald Kettenbach, Miriam Teige und Patrick Löffel für die Einladung. Zu guter Letzt konnten sich die Teilnehmer der Veranstaltung die Pressemappe und weiteres Informationsmaterial mitnehmen.

Gottfried Weitbrecht

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