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Regionalkreis Norddeutschland besucht das DLR

Ost-Peine nennen die Spötter jene schöne Fußball-Zweitligastadt Braunschweig. Hier gibt es jedoch viel mehr als guten Kick, etwa im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Für Motorjournalisten besonders interessant ist der Bereich Verkehrsforschung, es gibt außerdem die Bereiche Luftfahrt, Raumfahrt und Energie sowie einen angrenzenden Forschungsflughafen. Insgesamt hat das DLR rund 8.000 Mitarbeiter in 32 Instituten an 16 Standorten in Deutschland.

Dank der Bemühungen von Regionalkreisleiter Joachim General trafen sich am 2. November 2016 dann14 Kollegen im Institut für Verkehrssystemtechnik. Es wird geleitet von Prof. Dr.-Ing. Karsten Lemmer, hat rund 170 Mitarbeiter und stellt sich so vor: „Mobilität hat in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Menschen wollen sicher, bequem und schnell ihr Ziel erreichen. Güter müssen über kurze und lange Strecken kostengünstig transportiert werden. Folgen der Mobilität zeigen sich in Umweltbelastungen, Unfällen und Staus und verstärken sich mit dem stetig wachsenden Verkehrsaufkommen. Diesen Herausforderungen stellen wir uns. Wir erarbeiten Lösungen für eine sichere und effiziente Mobilität der Zukunft.“

Dabei geht es natürlich viel um Autoverkehr, aber auch um die Technologiefelder von Verkehrsmitteln wie Bahn und ÖPNV, Verkehrsmanagement und Intermodalverkehr. Grundlagenforschung wird ebenso durchgeführt wie die Entwicklung von Konzepten, Strategien und die Betrachtung prototypischer Entwicklungen. Umweltoptimierung und Nutzerfreundlichkeit sowie Zuverlässigkeit sind Leitmotive.

Mitarbeiter Gerald Temme, der seit acht Jahren hier arbeitet, nahm uns freundlichst unter die Fittiche und beschrieb die aktuellen Themen seiner Forschung: Simulationen verschiedener Art, hochautomatisiertes Fahren, Ergonomie und Human Machine Interface (HMI).  Dabei spielt sich die Arbeit nicht nur im Labor und auf den Simulations-Prüfständen ab. Von Letzteren gibt es einen mit 360 Grad Blickwinkel, einen mit 270 Grad und den sogenannten Mosaiksimulator mit aktuell drei individuellen Fahrerplätzen.

Wir durften am Mosaik-Fahrsimulator dann selbst ein wenig im virtuellen Raum auf die Prüfstrecke gehen. Es gibt zudem konkrete Testfahrzeuge mit spezieller Ausrüstung (Sensoren, Aktuaktoren, Kameras, Radar, Steer-by-wire und mehr).  Die sind teilweise nur auf dem Testgelände, teilweise aber auch im öffentlichen Verkehr unterwegs.

Wir lernten auch etwas über die Pläne zum Einrichten eines „Testfeld Niedersachsen“ für Entwicklungen beim automatisierten Fahren auf den Autobahnen 2, 7 und 39 rund um die Stadt, in der früher Büssing Lastwagen baute. Und wir wissen nun, dass auch Braunschweig ein Testfeld ist. Hier ist der Cityring bereits ausgerüstet mit kommunizierenden Ampeln und verbesserten Funksignalen.  „Wir wollen und können Impulse bei technischen Entwicklungen geben“, berichtet Temme, „Die Realität in den Fahrzeugen auf der Straße muss natürlich von den Herstellern selbst geschaffen werden.“

Lars Döhmann

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