Zu den Inhalten springen

Zukunft wird gemacht

Es bleibt künftig kein Stein mehr auf dem anderen. Vielmehr dominieren mehr und mehr neue Geschäfts- und Denkmodelle die Mobilitätsbranche und fordern alle Beteiligten zu einem radikalen Umdenken auf. Mit ihrem spannenden Ausblick in die Zukunft der Mobilität zogen die Experten Philipp Hanke und Stefanie Hilker von der PR-Agentur WeberShandwick die Mitglieder des VdM Regionalkreises Bayern und des MPC-Regionalkreises Süd in ihren Bann.

Gleichzeitig zeigten die höchst spannenden und kritischen Diskussionsbeiträge der Teilnehmer auf, dass bis lang noch zahlreiche juristische und ethische Fragen mit Blick auf die künftige Mobilität und damit vor allem auch auf das autonome Fahren ungeklärt sind. Doch sei es, wie es ist: „Das Silicon Valley wird klar zum Innovationstreiber in der Branche“, bringen es Hanke und Hilker auf den Punkt. Hinzu kämen eine zunehmende Trennung von Hard- und Software sowie eine ungleich höhere Komplexität im Fahrzeugbau, durch die eine Angleichung der Standards immer wichtiger werde.

Als Schlagworte für die Veränderungen in der Branche nannten die PR-Experten neue Werkstoffe, das zunehmende Vordringen der Elektrifizierung oder auch das autonome und vernetzte Fahren. Im Zuge dieser Entwicklung gewinne die Softwarekompetenz als Innovationstreiber klar die Oberhand über die Hardwarekompetenz. Gleichzeitig entstünden neue Mobilitätskonzepte, wie Mobility-as-a-service, oder Modelle, die zunehmend auf Synergien zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln und damit auf multimodale Mobilität, sprich die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel innerhalb eines bestimmten Zeitraums („letzte Meile“), setzen. Auch On-Demand-Mobilität statt Autokauf oder das vernetzte, personalisierte Fahrzeug wird  mehr denn je Realität. Dabei seien sämtliche Konzepte softwaregetrieben.

Entsprechend halten neue Geschäftsmodelle nach dem Vorbild von Google, Apple, Uber oder AirBnB Einzug. Als Beispiele nannten die Referenten neuartige Car-Sharing-Dienste, Hersteller-Abos auf Abruf, Wartung auf Abruf oder auch spezialisierte Datenservices beispielsweise für Versicherer oder Shopping und Entertainment im Auto. Eine geänderte Vertriebsstruktur über digitale Vertriebskanäle sei ebenfalls zu erwarten.

Die deutsche Autoindustrie steht damit vor radikalen Umwälzungen und großen Herausforderungen, die nicht nur durch neue Wettbewerber und Geschäftsmodelle erwachsen, sondern auch einen kulturellen sowie technischen Paradigmenwechsel nach sich ziehen. So werden die durch ihr traditionelles Engineering geprägten Automobilhersteller mehr denn je mit der amerikanischen Start-Up-Mentalität konfrontiert, bei der sich traditionelles Maschinenbau-Know-how auf der einen und Software- sowie Big-Data-Kompetenz auf der anderen Seite gegenüberstehen. Der Vortrag zeigte damit klar auf: Die Wettbewerbsintensität in der Automobilbranche wird künftig nochmals deutlich steigen. Die Frage „Wer baut künftig das Auto?“ steht unbeantwortet im Raum. Die Grabenkämpfe werden tiefer. Denn, so sind sich die Experten von WeberShandwick einig: „Das Geld wird in Zukunft mit Daten und nicht mit Hardware verdient.“

Isabella Finsterwalder

Die Vortragsfolien als PDF zum Download gibt es hier.

Bildergalerie
© 2012 Verband der Motorjournalisten - VdM Haftungsausschluss