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VdM-Regionalkreis Nord im Eurogate Containerterminal Wilhelmshaven

Schon seit ein paar Jahren sprechen die Produktionstechniker von Industrie 4.0. Gerade in der Fahrzeugindustrie und auf den Messen dieser Welt werden die Produktionsabläufe immer mehr digitalisiert dargestellt. Doch das funktioniert nur, wenn die weltweite Logistik dahinter reibungslos durchgeführt werden kann. Der VdM-Regionalkreis Nord machten sich auf den Weg, einen wichtigen Teil dieser weltweiten Logistik zu besuchen. Das Ziel war nicht Hamburg oder Bremerhaven, sondern Wilhelmshaven, der einzige Tiefwasserhafen, der nicht auf das Niveau der Wasserstände Rücksicht nehmen muss.

Doch vorher mussten wir uns nach langer Fahrt aus allen Richtungen des Nordens stärken. Das haben wir in einem gemütlichen Fischrestaurant in Hooksiel gemacht, wo es auch Gelegenheit gab, sich über die neuesten Nachrichten auszutauschen.

Dann ging es auf das riesige Gelände des Containerterminals. In intensiven Gesprächen mit der Leiterin der Kommunikation von Eurogate, Corinna Romke, und Geschäftsführer Mikkel Andersen wurden alle Aspekte der Containerschifffahrt und die Problematik dieses neuen Hafens beleuchtet. Deutlich wurde dabei: Diesem Hafen mit seinem neuen Terminal wird die Zukunft gehören. Denn jedes noch so große Containerschiff kann jederzeit einlaufen und wird ohne Verzögerung ent- und beladen. Auf 1.725 Metern Kailänge können bis zu drei Schiffe gleichzeitig abgefertigt werden. Nach kürzester Zeit  können sich die Schiffe wieder auf ihren Weg machen: kein Warten auf die Flut zum Einfahren, wie zum Beispiel in die Elbe oder wegen zu niedrigem Wasserstand vorher etwas in Rotterdam.

Bei Kaffee und Kuchen wurden alle nur denkbaren Fragen beleuchtet und zum Teil sehr überraschend aufgelöst. Die Mehrzahl der neuen Containerriesen messen 59 Meter in der Breite, 400 Meter in der Länge und haben bei einem Tiefgang von 16 Metern 20.000 Standardcontainer geladen. Bereits ein Drittel aller anlaufenden Schiffe haben heute mehr als 18.000 Container geladen. Aber auch die Probleme, die die Schifffahrtskrise bringt, hält nach Ansicht von Geschäftsführer Andersen weiter an. Viele Häfen haben über Rückgänge zu klagen, auch Hamburg. So verwundert es nicht, dass sich auch das Terminal in Wilhelmshaven nur langsam durchsetzen kann.

Dies ist ein wenig überraschend, weil das Containerterminal Wilhelmshaven nicht nur mit schnellem Be- und Entladen punktet, sondern auch über vorzügliche Inlandanbindungen mit Eisenbahn und Lkw verfügt. So stehen zum Beispiel sechs Gleise zum gleichzeitigen Beladen und 16 Gleise zur Zugzusammenstellung der Güterzüge zur Verfügung.

Nach einer unerwartet langen Diskussion führte uns die Leitung von Eurogate noch über das gesamte Gelände. Die 160 Hektar große Fläche und die neuesten Containerbrücken für die größten zukünftigen Schiffe beeindruckten. Mit diesen Bildern und vielen neuen Informationen ging es wieder auf den Weg zurück. Es war ein toller Tag für eine kleinen verschworenen Kreis Interessierter.

Joachim General

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