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Regionalkreis West in der Villa Trips

Der Regionalkreis West des VdM mit Klaus Ridder und Kollegen vom MPC besuchten Anfang Juli 2016 die Villa Trips In Kerpen-Horrem und die Ausstellung „Rennfahrer aus dem Rheinland“. Klaus Ridder hielt einen Vortrag „Meine Erlebnisse mit Graf Trips“. Er hatte als Junge den charismatischen Renngrafen kennen- und schätzengelernt. Jörg-Thomas Födisch und Fabian Wiedl (VdM) führten die Besucher durch die Villa Trips, durch die Wasserburg Hemmersbach und durch die Ausstellung.

Mit „Rheinland“ werden nicht genauer definierte Gebiete am deutschen Mittelrhein und Niederrhein bezeichnet - Museumsleiter Jörg-Thomas Födisch wählte diesen Begriff für die Ausstellung „Rennfahrer aus dem Rheinland“. Und da kommen viele Rennfahrer zusammen, weil die Kartbahn in Kerpen der Beginn vieler Rennfahrerkarrieren war und der Nürburgring auch noch im Rheinland liegt, wenn man das Gebiet großzügig ausdehnt.

Vor seinem Rennfahrertod legte Wolfgang Graf Berghe v. Trips, der als erster Deutscher 1961 ein Formel 1-Rennen gewann (GP von Holland) und auf dem Weg war, F1-Weltmeister zu werden, den Grundstein für die erste deutsche Kartbahn in Horrem bei Köln (heute Ortsteil von Kerpen). Und es waren u.a. Michael und Ralf Schumacher, Nick Heidfeld, Heinz-Harald Frentzen und auch Hans Heyer, die hier ihre Rennfahrerkarrieren begannen und diesen und auch vielen anderen Rennfahrern ist die wohl einmalige Ausstellung gewidmet.

Von über 40 Rennfahrern hat Museumsleiter Födisch Exponate zusammengetragen. Er war unermüdlich unterwegs, um Sturzhelme, Overalls, Handschuhe, Bilder und Pokale „einzusammeln“. Unterstützt wurde er dabei von VdM-Mitglied Fabian Wiedl. Einige Rennfahrer, wie Jürgen Neuhaus oder Klaus Ludwig, aber auch Hubert Hahne oder die Witwe von Rolf Stommelen, brachten die Exponate sogar persönlich vorbei. Klaus Ludwig stellte alle seine Pokale zur Verfügung und da sind immerhin Raritäten vom Gewinn in Le Mans, der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) oder auch der Sportwagenweltmeisterschaft dabei.

Eine Besonderheit in der Sammlung ist ein 12-Zylinder-Zweitakt-Formel-1-Motor von Egon Evertz, ein F1-Rennwagen des Kölner Toyota-Rennstalls, mit dem einst Ralf Schumacher fuhr, oder ein F3-Rennwagen, mit dem Marco Werner das legendäre F3-Rennen 1992 in Monaco gewann. Übrigens, der Transport des F1-Boliden in die Ausstellung war nicht problemlos, weil die Villa Trips auf einem Hügel liegt. Ein Baufahrzeug, das zufällig in dem Parkgelände tätig war, nahm den Rennwagen an den Haken und hievte ihn in die Ausstellungshalle.

Der Mythos Trips in der Villa Trips
Seit dem Tod von Graf Trips im Jahr 1961 sind 55 Jahre vergangen – doch der Mythos Trips lebt weiter. Einmalige Exponate aus dem Leben des charismatischen Rennfahrers sind in der Villa Trips – Museum für Rennsportgeschichte – in Kerpen-Horrem erhalten geblieben. Graf Trips war der letzte Nachkomme derer v. Trips. Nach dem Tode seiner Mutter Thessa wurde das Vermögen in eine Sportstiftung umgewandelt von der u.a. auch das Museum für Rennsportgeschichte unterhalten wurde. Doch das Geld aus der Stiftung wurde immer weniger und so kaufte der Kerpener Unternehmer Alexander Noven 2015 die Villa Trips Er soll auch Vorsitzender der „Gräflich Berghe von Tripsschen Sportstiftung zu Burg Hemmersbach“ werden. Klaus Ridder wurde in den sportlichen Beirat der Stiftung aufgenommen. Er ist heute wohl der Einzige im Stiftungsbeirat, der den Renngrafen noch persönlich gekannt hat. Ihm liegt sehr daran, dass der Name Graf Trips der Nachwelt erhalten bleibt – und deshalb will er sich hier auch besonders engagieren.

Sonderzimmer Michael Schumacher
Michael und Ralf Schumacher sind „Söhne Kerpens“ und auf der Horremer Kartbahn groß geworden. Den Karrieren der beiden, insbesondere der von Michael, ist ein ganzer Raum gewidmet. Familie Bergmeister aus Langenfeld - bei Willi Bergmeister lernte einst Michael Schumacher das Kfz-Handwerk - stellte einige der Exponate zur Verfügung. Zudem gibt es in diesem Raum viele Bilder, die die Karriere der beiden deutschen Rennfahrer aus Kerpen zeigen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass es eine Zeit ab etwa 2014 gab, wo die Zukunft der Villa Trips vollkommen ungewiss war. Es war kein Geld mehr vorhanden. So wurden einzelne Exponate wie der TCA-Rennwagen oder das erste aus den USA importierte GoKart ver-kauft, um zumindest Geld für die Heizung und Unterhaltung des Gebäudes zu haben. Diese Stücke sind heute im PROTOTYP-Museum in Hamburg zu bewundern.

Klaus Ridder

Vila Trips – Museum für Rennsportgeschichte
Parkstraße 20, 56169 Kerpen-Horrem
www.automobil-rennsport.de
Öffnungszeiten: Sonn- und Feiertags 14.00-18.00 Uhr

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