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VdM-Regionalkreis West im Deutz-Museum in Köln

Der Erfinder des Otto-Motors, Nicolaus August Otto, starb vor 125 Jahren. Grund für den VdM-Regionalkreis West, im „Jubiläumsjahr“ mit Klaus Ridder das Deutz-Museum in Köln-Eil zu besuchen. Dabei waren auch Kollegen des MPC sowie Mitglieder des Gefahrgutkreises Köln. Mit der ersten Motorenfabrik der Welt schlug in Köln1864 die Geburtsstunde der Deutz AG. Die historisch einmalige Motorensammlung des Unternehmens gibt einen eindrucksvollen Einblick in die Ge¬schichte des Verbrennungsmotorenbaus.

Die Motorjournalisten erlebten eine höchst interessante Führung, in deren Verlauf der technische Leiter des Museums Holger Friedrich sogar den ersten Otto-Motor zum Laufen brachte. Auch der erste atmosphärische Gasmotor lief vor den erstaunten Besuchern. Dabei war auch Dietmar Voß, Historiker in Sachen Deutz-Firmengeschichte und Harald Odermatt, der humorvoll auf „kölsche Art“ die seltenen Exponate erklärte und schließlich ein Willy-Ostermann (Rheinischer Karnevalist) Lied anstimmte.

Gegründet wurde das Unternehmen vom Kaufmann Nicolaus August Otto und dem Inge-nieur Eugen Langen (auch Erbauer der Wuppertaler Schwebebahn). Berühmte Mitarbeiter waren zeitweise Gottlieb Daimler, Wilhelm Maybach und Ettore Bugatti sowie auch Rudolf Diesel. 1867 stellte Nicolaus August Otto auf der Weltausstellung in Paris eine neue Motorenkonstruktion vor: Die atmosphärische Gaskraftmaschine. Aufgrund der im Vergleich mit J. Etienne Lenoirs Motoren sensationell niedrigen Betriebskosten wurde die Maschine mit einer Goldmedaille ausge¬zeichnet – und die atmosphärische Gaskraftmaschine zum ersten in größeren Stückzahlen verkauften Verbrennungsmotor der Welt.

1876 schuf Nicolaus August Otto den ersten entwicklungsfähigen Viertaktmotor der Welt, der zum Prototypen für alle nachfolgenden Verbrennungsmotoren wurde. Mit diesem Motor legte Nicolaus August Otto den Grundstein für die weltweite Motorisierung. Bis heute ist das damals erstmals erfolgreich angewandte Viertaktprinzip - Ansaugen, Verdichten, Verbrennen und Ausstoßen - im Motorenbau unverändert geblieben.

Bis 2016 folgten zahlreiche Neuentwicklungen, wie luft-, wasser- und ölgekühlte Dieselmotoren in nahezu allen Anwendungsbereichen. Die Firma fusionierte im Verlaufe von vielen Jahren mit anderen Firmen, so mit Magirus und Humboldt. Der Firmenname lautet heute schlicht Deutz AG. Derzeit arbeiten in Köln 3.500 Mitarbeiter beschäftigt, es waren mal 35.000.

Nach der zweistündigen Führung wurde im naheliegenden China-Restaurant  Kaiser Palast weiter gefachsimpelt.

Klaus Ridder

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