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Regionalkreis West beim Auto-Leuchtmittelhersteller Lumileds in Aachen

Einst arbeiteten auf dem Areal, wo heute die Philips-Tochter Lumileds in einem Aachener Industriepark zu Hause ist, 4.000 Menschen, um Bildröhren für Fernseher herzustellen. Heute benötigt kaum jemand Bildröhren, so werden hier heute Leuchtmittel für Kraftfahrzeuge hergestellt. Journalisten des VdM-Regionalkreises West mit Klaus Ridder, erlebten in einem Workshop, wie Halogen-, Xenon- und LED-Leuchten in höchster Qualität entwickelt und produziert werden.

Halogen-Leuchtmittel seit 1962
Die „Biluxbirne“ hat lange ausgedient, bereits 1962 verwendete man erstmals Halogen-Leuchtmittel. Die sind auch heute noch am meisten verbreitet. So ist die Firma Lumileds in Deutschland mit etwa 50 Prozent an der Erstausrüstung von Kraftfahrzeugen beteiligt.

Wer etwas mehr beim Kauf eines Kraftfahrzeugs inves-tiert, der bekommt mit Xenon-Leuchtmittel ein besseres Licht. Aber, zusätzliche Ausrüstung der Scheinwerfer mit einer Scheibenwascheinrichtung ist oftmals (je nach Leistung der Xenon-Leuchtmittel) erforderlich – und die kostet Geld und bringt mehr Gewicht. Andere Hersteller, wie beispielsweise AUDI, verwenden LED-Leuchtmittel mit ebenfalls hervorragender Leuchtkraft.

Sicherheit
Fahrten bei Nacht bedeuten für Autofahrer jetzt im Herbst und Winter ein erhöhtes Sicherheitsrisiko: Dunkelheit, Nässe und Glättewerden werden zur unberechenbaren Gefahr. Philips hat eine repräsentative Studie in Auftrag gegeben, um herauszufinden, wie die deutschen Autofahrer über das Thema Autobeleuchtung denken:

Ein Drittel aller Autofahrer fühlt sich im Dunkeln aufgrund mangelnder Beleuchtung nicht sicher auf deutschen Straßen. Mehr als 30 Prozent aller Unfälle passieren nachts und das, obwohl bei Nacht fünfmal weniger Fahrzeuge unterwegs sind als am Tag. Die Unfallgefahr ist demnach deutlich erhöht. Nachtfahrten fordern vom Fahrer ein Höchstmaß an Konzentration. Bei Dunkelheit auf deutschen Straßen unterwegs zu sein, das ist besonders für Frauen unangenehm wie die Studie zeigt: Während sich fast jede zweite Autofahrerin (45 Prozent) nachts unsicher im Straßenverkehr fühlt, ist dies bei den Männern nur rund jeder Sechste(16 Prozent).

Dabei hat die Sehqualität bei Nacht nur wenig mit dem Geschlecht zu tun, sondern vielmehr mit dem Alter. Denn mit zunehmen dem Alter nimmt das Sichtvermögen stetig ab. Die Pupillen werden trübe, der Lichtbedarf zum Sehen steigt ständig, das Gefühl schneller geblendet zu werden, erhöht sich. Das spiegelt auch die Studie wider: 37 Prozent der über 50-Jährigen fühlen sich durch mangelnde Sicht im Dunkeln verunsichert.

Entwicklung
Moderne Leuchtmittel und aufwendige Konstruktionen der Scheinwerfer bringen mehr Sicherheit. Die Ergebnis-se der Fortentwicklung werden in einem Labor getestet. Zu helles Licht blendet den Gegenverkehr. Der Gesetzgeber schreibt vor, was zulässig ist und die Leuchtmittel bekommen, nach entsprechenden Prüfungen durch amtlich zugelassene Prüforganisationen (wie DEKRA, TÜV, …) eine Betriebszulassung in Verbindung mit einem ECE-Kennzeichen vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) und die hat dann eine Gültigkeit für alle Autos, die in Europa, Japan, Australien, Südamerika und anderen Ländern gebaut werden (insgesamt 57 Länder - nicht gültig in den USA).

Produktion
Die Lumileds-Produktionshalle ist laut. Die Besucher tragen Schutzbrille und Schuhe mit Schutzkappe sowie aus Gründen der Unterscheidung vom Personal einen Arbeitskittel. Die Verständigung erfolgt wegen des Lärms über eine Lautsprecheranlage mit Ohr-Hörern: Die Produktion beginnt damit, dass ein spezielles Glas, das als Glasstange manuell in einer Maschine fixiert wird, zugeschnitten und thermisch an einer Seite verschlossen wird. Hier erfolgt eine erste Messung, indem das Glasstück fotografiert und mit einem Norm-Maß verglichen wird, Das alles geschieht in Sekundenbruchteilen. Was nicht in Ordnung ist, wird aussortiert.

Die Fertigung eines Leuchtmittels erfolgt in vielen Arbeitsschritten – alles geht automatisch und wird von wenigen Fachkräften überwacht. Diese greifen nur dann ein, wenn in der Fertigung Probleme auftreten und ein Alarm ausgelöst wird. Die Fertigungsanlage, in der gleichzeitig mit Temperaturen von minus 200 Grad und plus 2000 Grad gearbeitet wird, ist faszinierend: Gas wird gekühlt und die Kolbenspitze wird mit 2000 Grad Celsius abgeschmolzen. Zu allerletzt wird doch noch der Mensch gebraucht. In der Endkontrolle prüfen Mitarbeiter jedes einzelne Leuchtmittel mit den Augen.

Klaus Ridder

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