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Besuch beim Landwirtschaftsverlag in Münster

Oldtimer zwischen „Landlust“ und „Einfach hausgemacht“

Im Juni trafen sich rund 30 Mitglieder des MPC und VdM sowie des Münsteraner Medientreffs beim Landwirtschaftsverlag in Münster-Hiltrup. Einige Kollegen hatten den Termin für eine Ausfahrt mit ihren Oldtimern genutzt. Der Fachverlag gibt den erfolgreichsten Magazin-Newcomer der letzten Jahre heraus – die „Landlust“. Mit über einer Million verkauften Exemplaren hat das Magazin den deutschen Zeitschriftenmarkt aufgemischt und inzwischen den „Spiegel“ von seinem Spitzenplatz verdrängt. Auf bunten Blättern wird das Lebensgefühl vom Land vermittelt. Do-it-yourself-Bastelstrecken und die fünf Rubriken Garten, Küche/Rezepte, ländliches Wohnen, Landleben und Natur scheinen den Zeitgeist von heute zu treffen. Seit der Ersterscheinung der Zeitschrift vor zehn Jahren ist der Erfolg ungebrochen und das Magazin mittlerweile ein wichtiger Werbeträger für den Verlag. Dabei hat die „Landlust“ mit 32 Wettbewerbern inzwischen viele Nachahmer gefunden.

Nach einer Begrüßung durch Geschäftsführer Werner Gehring im Forum des Verlags erfuhren die Kollegen, dass der Landwirtschaftsverlag Münster zu den 100 größten Medienunternehmen Deutschlands gehört und rund 600 Mitarbeiter im In- und Ausland beschäftigt. Am Sitz des Unternehmens in Münster-Hiltrup arbeiten 420 Mitarbeiter, davon 130 in den Fachredaktionen. Der Verlag publiziert Zeitschriften, Bücher und neue Medien für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum und ist mit 24 Fach- und Publikumstiteln der führende europäische Fachverlag für Agrarmedien. Entstanden 1940 mit dem „Landwirtschaftlichen Wochenblatt Westfalen-Lippe“ hat der Verlag nun mehrere Töchter und Beteiligungen in Deutschland, der Schweiz, England und Polen und zählt auch den führenden Online-Marktplatz für gebrauchte Landmaschinen (Traktorpool.de) zu seinem Portfolio. Zum Verlag gehören neben zahlreichen Fachzeitschriften, wie z. B. „top agrar“, „profi“ und „Milchrind“ unter anderem auch „Der Rheinisch-Westfälische Jäger“ und die „Reiter Revue International“.

Die Erfolgsgeschichte lässt sich fortschreiben
Jüngster Spross aus dem Verlag und im November 2013 zum ersten Mal an den Start gegangen ist die Zeitschrift „Einfach hausgemacht“. Damit folgt der Landwirtschaftsverlag dem Trend der Kochsendungen. Wolfgang Koschny, zuständiger Chefredakteur, ermöglichte den Kollegen einen Blick hinter die Kulissen eines weiteren erfolgreichen Verlagstitels. Das Magazin erscheint sechsmal im Jahr und gibt Tipps rund um Küche und Haushalt. Ob unkomplizierte und raffinierte Koch- und Backrezepte für jede Jahreszeit, anschauliche Reportagen, einfache Nachmachideen für die Tischdeko oder praktische Hauswirtschaftstipps – auch mit diesem Magazin scheint der Verlag den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Schon jetzt hat der neue Titel eine Auflage von 110.000, wovon 40.000 auf Abos entfallen. „Es ist einfach spannend, ein Magazin zu gestalten, das sich mit alltäglichen Themen und Problemen rund um den Haushalt beschäftigt, die jeder von uns kennt“, sagt Wolfgang Koschny. Ob der Einsatz von Soda oder Scheuermilch als Reinigungsmittel oder das richtige Schälen von Gemüse – der Neuzuwachs des Verlags zeigt bewährte Kniffe und Lösungen auf, die sich durchaus schon bei unseren Großeltern bewährt haben. Auch die Freude am Umgang mit frischen saisonalen Lebensmitteln und Kräutern sowie viele Ideen rund um Tisch und Tafel zählte der Chefredakteur, der als gelernter Tageszeitungsjournalist seit zweieinhalb Jahren beim Verlag ist, als Pluspunkte auf. „Sie können mich um meinen Job beneiden, denn ich darf oft testessen“, erklärte er mit einem Augenzwinkern. Denn die rund 60 Rezepte jeder Ausgabe werden nicht nur ein Jahr im Voraus ausprobiert, sondern auch vorab testgekocht, um die Alltagstauglichkeit zu garantieren. Damit all das klappt, greifen den sieben Redakteuren, darunter zwei Volontäre, auch Köchinnen und Ökotrophologen unter die Arme.

Doch wie geht ein klassisches Print-Produkt mit den Möglichkeiten des Internets um? „Neben dem Internet nutzen wir auch Facebook und Instagram“, führte Wolfgang Koschny aus. „Dabei ist es unser Ziel, die Qualität des Blattes auch auf die Homepage zu übertragen.“ Dass sich mit „Einfach hausgemacht“ weitere Absatzgruppen erschließen lassen, beweisen nicht nur die beiden Rezeptbücher und vier Teesorten, sondern auch zahlreiche Workshops rund um die Themen „Backen, Kochen und Handwerken“ und eine Kinder-Kochschule  für kleine Köche ab zehn Jahren. Somit stellt der Verlag schon frühzeitig die Weichen, um auch zukünftig seine Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

Astrid Schafmeister

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