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Aus der Region Südwest: „E-Motor oder Verbrennungsmotor?“

Am Mittwoch 11. Februar 2015 diskutierte der VdM-Regionalkreis bei seinem regelmäßigen Stammtisch im VfB-Clubrestaurant über E-Mobility. VdM-Mitglied Ulrich W. Schiefer stieß mit seinem Vortrag „E-Motor und Verbrennungsmotor – Freunde oder Feinde?“ eine anregende Diskussion an. Sein Blick führte zunächst zurück in die Geschichte der Elektromobilität. Ein prophetischer Blick in die Zukunft, auf das, was sicher und was vermutlich kommen wird, bildete dann die Grundlage für den Versuch einer Prognose.

Mindestens dreimal setzte der E-Motor an, um Antrieb des erfolgreichsten Massenverkehrsmittels aller Zeiten zu werden. Bisher ist ihm dies angesichts bärenstarker Konkurrenz durch den Verbrennungsmotor nicht gelungen.
Der erste Versuch erfolgte kurz vor der Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert. Ein zweites Mal setzte er an nach der Ölkrise Mitte der 1970er bis 80er Jahre – als man merkte, dass die Ölreserven nicht unendlich sind. Und der letzte Versuch ereignet sich etwa seit der Jahrtausendwende im Jahr 2000. Der Versuch ist noch nicht zu Ende – allerdings hat er auch nicht zum Durchbruch geführt. Eigentlich versprach Angela Merkel eine Million Elektroautos bis zum Jahr 2020. Momentan sind wir etwa bei 8.500. Da hätten wir noch eine große Differenz zu überbrücken.

Der Verbrennungsmotor bietet zwar einiges, was das Herz höher schlagen lässt – aber er wird auch wegen der zunehmend strengeren Abgasvorschriften immer komplizierter. Außerdem benötigt er zum Anlaufen einen Elektromotor. Er hat aber einen Riesenvorteil: Ein Liter Kraftstoff hat einen Energieinhalt mit dem man durchschnittlich 18 Kilometer weit kommt.

Der Elektromotor dagegen ist ausgesprochen einfach. Er besitzt ein riesiges Drehzahlband. Drehmoment ist ab der Drehzahl Null vorhanden. Eine Kupplung ist überflüssig. Man braucht kein Getriebe. Er hat aber auch einen enormen Nachteil: Der Energieinhalt eines Tanks von 43 kg Diesel würde derzeit eine Batterie benötigen, die 1340 kg wiegt.

Deshalb werden voraussichtlich auch in Zukunft Verbrennungsmotoren als Range Extender im Auto eingesetzt. Voraussichtlich werden wir in naher Zukunft keine batteriebetriebenen Autos in nennenswerter Stückzahl haben. Aber Fahrzeuge wie der Prius von Toyota oder der i3 von BMW mit Range Extender sind Fahrzeuge, die ein normaler Bürger kaufen kann und trotzdem damit auch in den Urlaub fahren. Elektrisch kann er dann die täglichen Kurzstrecken beispielsweise zur Arbeit fahren und mit Hilfe des fossilen Kraftstoff die Langstrecke in den Urlaub.

Ulrich W. Schiefer Vortrag löste eine rege Nachfrage und eine angeregte Diskussion aus. So kamen die meisten Teilnehmer ein gutes Stück später nach Hause als ursprünglich geplant.

Wer sich weiter informieren und weiter diskutieren möchte, kann das auf der auto motor und sport i-Mobility vom 9. bis zum 12. April 2014 auf dem Messegelände der Messe Stuttgart tun. Dort ist auch Ulrich W. Schiefer zu finden. http://www.messe-stuttgart.de/i-mobility/

Gottfried K. Weitbrecht

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