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Rotlicht gegen Raser

VdM-Arbeitskreis Rhein- Main zu Gast bei Vitronic in Wiesbaden

Kaum ein Thema spaltet die deutsche Autogemeinde mehr als das Thema Radarkontrollen. Für die einen Abzockerei, für die anderen ein Mittel, Schnellfahrer einzubremsen. Radarkontrollen dienen der Verkehrssicherheit, doch wie funktionieren sie? Ein Besuch des Arbeitskreis Rhein-Main bei Hersteller Vitronic Bildverarbeitungssysteme in Wiesbaden brachte Aufklärung. Zu Beginn begrüßte Eva M. Uebel 23 VdM Kolleginnen und Kollegen und dankte Sebastian Ramb, zuständig für Verkehrstechnik bei Vitronic für seine Unterstützung.

Wie Vertriebsleiter Daniel Scholz erklärte, wurde das Unternehmen 1984 von Dr. Ing. Norbert Stein in Wiesbaden, bis heute Stammsitz, gegründet. Der Name Vitronic setzt sich aus den Teilen der beiden Begriffe (Vi)sion und Elek(tronic) zusammen. Aktuell beschäftigt der Mittelständler mit Norbert Stein als geschäftsführendem Gesellschafter 600 Personen an weltweit acht Standorten, darunter USA, Australien, Dubai, China und England. Mit der Radarmesstechnik, so Scholz, leiste man einen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Die Anlagen werden im sogenannten „Business to Business“ Verfahren an Behörden und Institutionen verkauft. Der derzeitige Marktanteil von Vitronic liege mit rund 500 verkauften Einheiten der „Poli Scan“ genannten Säulen bei rund 30 Prozent. Dabei schwanke der Stückpreis einer Säule mit Messeinheit je nach Standort zwischen 50.000 und 100.000 Euro.

Beim Thema Lkw-Maut war Vitronic 2003 ebenfalls eingebunden und lieferte 300 Anlagen an den Betreiber Toll Collect. Im Jahr 2012 wurde das Mautsystem von Vitronic auch in Frankreich installiert, konnte aber aufgrund der politischen Verhältnisse noch nicht in Betrieb genommen werden.

Thomas Preußer, technischer Leiter berichtet, dass seit 2006 Laserscanner für die Geschwindigketsmessung verwendet werden. Damit könne im fließenden Verkehr ein Messbereich zwischen 20 und 50 Meter vor dem Radar abgedeckt werden, bei 158 Messungen pro Scannung. Zum Schutz vor Manipulation der Beweisfotos, so Preußer, werde ein Wasserzeichen verwendet. Auch ein eindeutiger Hinweis auf die Herkunft des Bildes und der Schutz vor unbefugtem Zugriff seien wichtig als Beweismittel vor Gericht. Für die Zulassung der Geräte ist die Physikalisch technische Bundesanstalt zuständig.

So werden die Säulen aus Wiesbaden auch in Zukunft ihren Beitrag zur Verkehrssicherheit und bewusstem Auto fahren leisten. Wer sich an die Tempolimits hält, wird mit „Poli Scan“ ohnehin nicht konfrontiert.

Heiko Schäfer

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