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Sicherheit in der Baustelle

VdM-Arbeitskreis Nord zu Besuch bei B.A.S.

Sie war schon lange auf dem Plan die B.A.S. – Baustellen-Absperr-Service -, eine alteingesessene Firma in Hannover, die sich auf die professionelle Absicherung von Baustellen spezialisiert hat. Neben der nicht sofort erkennbaren Größe mit 500 festangestellten Mitarbeitern sowie zusätzlich temporär Beschäftigten zur Sommerhochsaison sind 500 Fahrzeuge im täglichen Einsatz. Doch was dann noch mehr überrascht, ist die lange Tradition des Hauses im Dienste der Verkehrssicherheit.

Der Senior des Hauses, Werner Sporleder, war der Mann der ersten Stunde mit seiner Erfindung eines „blitzenden“ Warnlichts für Baustellen im Jahr 1951. Jetzt mit 86 Jahren führt er noch immer mit Unterstützung aus der Familie das Unternehmen. Viele Persönlichkeiten aus Politik und Verkehrswesen haben ihn kennen gelernt und begleitet. Aber nicht nur in seiner Firma und mit seinen Produkten hat er für die Verkehrssicherheit viel Gutes getan, sondern er hat sich auch mit privatem Engagement für Mensch und Natur eingesetzt. Er flog, natürlich mit eigenem Pilotenschein Unfallverletzte in ihr Heimatland, z.B. nach Norwegen oder half mit eigenen und Firmenmitteln bei der schlimmen Waldbrandkatastrophe in der Lüneburger Heide in 1975.

Am 10. April 2014 war ein kleiner Kreis aus dem Verband der Motorjournalisten (VdM) im Norden bei B.A.S. zu Besuch. Nach einer herzlichen Begrüßung ging es sofort los: “Kennen Sie unsere neueste Entwicklung? Das solar betriebene LED-Licht zum Aufkleben auf der Straße oder auf Wegebegrenzungen?“ Werner Sporleder redet nicht herum, er kommt gleich zur Sache.

Der Firmenfilm aus der Vogelperspektive einer „Drohne“ zeigt sogleich den Umfang der Hauptniederlassung in Hannover. Neben Leipzig und einer neuen Filiale in der Schweiz wird hier die Firma gesteuert. Denn B.A.S. ist bundesweit und eben in der Schweiz im Einsatz. Der Rundgang bringt dann Gewissheit. Tausende von Schildern aller Art, Schilderfüße, Begrenzungen und Wegweiser finden sich im Lager und im Freien. Die Königsdisziplin stellen aber die frei programmierbaren LED-Tafeln dar die mannshoch jeden Fahrzeugführer informieren, warnen oder einschränken können. Auch sie sind bundesweit, ob an der A9 bei Holledau Richtung München oder am Walsroder Dreieck der A7 Richtung Hamburg im Einsatz. Geplant werden solche Aufträge mit Zeichnungen und Programmen für die LED-Tafeln. Aber nicht nur das ist bei B.A.S. zu sehen. Es würde dem Perfektionismus des Seniors auch nicht entsprechen. Baustelleneinrichtungen sind aktuell von der jeweiligen Behörde in Minutentakt fernzusteuern. Denn sie liefern nicht nur an B.A.S., sondern auch an die Behörde aktuell die Daten aus der Baustelle. Die Informationen zu Anzahl der Fahrzeuge, Art der Fahrzeuge, Durchschnittsgeschwindigkeit bilden die eventuell vorhandene Stausituation live ab und geben mit ihren Sensoren Gelegenheit steuernd einzugreifen.

Da mutet es fast schon altbacken an, wenn man die individuelle Hinweistafelproduktion im Haus anschließend sieht. Doch letztlich muss nicht jede kleine Baustelle mit LED-Tafeln ausgestattet werden – soll sie aus Aufwands- und Finanzgründen auch nicht. So gibt es die handgeschriebene Einsatztafel in der Organisationszentrale auch noch.

Zurück vom Rundgang waren alle erst einmal erschlagen von den Eindrücken und Möglichkeiten. Doch nun führte uns Werner Sporleder in die Geschichte der Firma ein. Hochachtung vor so viel Tatkraft und Einsatzwillen seit der Gründung in 1946. Ein starker Kaffee und leckerer Kuchen halfen uns, fit zu bleiben für viele Fragen und das Verarbeiten der Eindrücke. Wir wären gern noch länger im Gespräch mit dieser Persönlichkeit geblieben. Aber ein nächster Termin rief dann Firmenchef Sporleder von uns weg. Wir haben es genossen und bedauern die, die nicht dabei waren.

Text und Fotos: Joachim General

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