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Mit Rennfahrerlegende Hans Herrmann im Böblinger Meilenwerk

Mitte Oktober trafen sich Kolleginnen und Kollegen des VdM und des MPC wieder zu einer gemeinsamen Veranstaltung. Diesmal ging es in das frisch renovierte Meilenwerk in Böblingen, wo außerdem eine Ausstellung über den Rennfahrer Hans Herrmann lockte. Der Star der Ausstellung, Hans Herrmann, begleitete die Besucher höchstpersönlich durch die Ausstellung und so gab es Erinnerungen und interessante Geschichten aus erster Hand.

Zunächst aber begrüßte Claudio Bergfeld, Center-Manager des Meilenwerks, die 35 angereisten Motorjournalisten und deren Frauen im Foyer des V8-Hotels, das direkt an das Meilenwerk angrenzt und die Ausstellung historischer Fahrzeuge bis in die Hotelzimmer fortsetzt. Nach der Besichtigung des Meilenwerks folgte die Ausstellung ‚Hans Herrmann Retrospektive‘. Rennfahrer Hans Hermann hatte seinen Kollegen und Freund Herbert Linge mitgebracht und so konnten die beiden Rennfahrerlegenden die Erläuterungen von VdM-Kollege und Kurator der Ausstellung, Werner Eisele, mit persönlichen Erinnerungen ergänzen. Hans Hermann hatte Eisele erlaubt, viele Erinnerungsstücke aus seiner Privatsammlung in die Ausstellung einzubeziehen.

Ein Gemälde in der Ausstellung zeigt die legendäre Querung eines Bahnübergangs bei der Mille Miglia 1954. Hans Herrmann und Herbert Linge waren unter der geschlossenen Schranke hindurchgerast kurz bevor der Schnellzug nach Rom den Bahnübergang passierte. Die beiden Rennfahrer ließen es sich natürlich nicht nehmen, ihre Sicht des Vorgangs den aufmerksam lauschenden Motorjournalisten zu schildern: Herbert Linge liest im Roadbook: „Rechtskurve, Bahnübergang, 160“. Hans Herrmann weiß, dass er einen „schnellen“ Bahnübergang vor sich hat, den er mit 160 km/h überfahren kann. Er bemerkt den sehr ungünstigen stehenden Streckenposten nicht, der mit der Fahne wedelt. Am Bahnübergang angekommen sieht er: Die Schranken sind unten. Herbert Linges Helm kriegt einen Klapps oben drauf: unten bleiben. Im Tiefflug so schnell wie möglich mit dem flachen Porsche 550 Spyder unter den Schranken durch. Da sieht er auch schon im Rückspiegel, wie der Zug durchdonnert.

„Do isch onser Puls ziemlich nauf. Drnoch habet mir a Weile braucht bis der wieder nonder isch, ond der Herbert hat 15 Minute lang nix meh gsagt.“ Am Ende des Laufes kontrollierte Hermann: Das Auto hatte keinen Kratzer. Es hatte ungestreift unter den Bahnschranken hindurch gepasst. Das Ergebnis waren ein erneuter Klassensieg und der sechste Platz im Gesamtklassement.

Weiter ging es durch die renovierten Hallen mit den aufregenden Autos. Schließlich bedanken sich VdM-Arbeitskreisleiter Gottfried Weitbrecht und Hans-Jürgen Götz vom MPC bei Claudio Bergfeld für die anregende Führung und bei der GTÜ für die spendierten Getränke. Zum Abschluss nahm alle im Meilenwerk-Restaurant "da Signora" zum Abendessen Platz. Die Teilnehmer diskutierten mit Hans Herrmann und Herbert Linge angeregt über die Sicherheit im Rennsport damals und heute. Und so wurde noch lange in die Nacht hinein Benzin geredet.

Gottfried Weitbrecht

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