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Ein Abend für Technik- und Wüstenfreaks

VdM AK-Leiterin Eva- M. Uebel und  MPC-Kollege Bardo Fröder luden zum gemeinsamen Besuch beim Hausherrn Sven Quandt im hessischen Trebur- Astheim ein. Das Thema zündete: 28 Teilnehmer folgten dem Ruf. Gastgeber und Chef des Hauses X-raid, Sven Quandt, ein die Mitte 50 gerade absolvierender, jugendlicher "Weltbürger", protzte nicht etwa gleich mit den beiden Dakar-Gesamtsiegen 2012 und 2013, sondern erzählte informativ und mit leichtem Humor aus seiner Anfangszeit. Als er vom Beifahrersitz auf den Fahrersitz wechselte, um weiteren Schrott seines Piloten zu unterbinden.

Sehr konsequent baute Quandt dann seine berufliche Vita aus. Auf Pajero- Basis wurden für Kunden Wüstenrenner um- und aufgebaut. Ein zweijähriges Intermezzo als Motorsportdirektor für Mitsubishi weltweit schloss sich an. 2001 gründete er die "X-raid GmbH" mit gerade einem halben Dutzend Leuten aus Technik und Logistik. Heute sind es 45 Festangestellte. Bei internationalen Großeinsätzen wächst der Kader auf über 100 an, Techniker und Spezialisten aus der WRC (Rallye-Weltmeisterschaft) und sogar der DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) stoßen dann vorübergehend zu ihm.

Über die Stationen Beifahrer, Fahrer, Konstrukteur wurde Quandt zum Unternehmer, dessen Stärken in der Fähigkeit, voraus zu blicken, liegen. Nicht nur beide Söhne sind inzwischen mit Führungsaufgaben innerhalb des Unternehmens eingebunden, sondern die weltweite Einsatzplanung geschieht nach gleichem System. Quandt's Mantra ist zur Symbiose aus optimaler technischer Vorbereitung mit fortwährenden Tests, aus penibler Planung in der Logistik sowie aus einem stringenten Fitnessprogramm der Fahrer- und Mechanikerteams geworden. Dies alles wird in der "Gedankenfabrik" in Trebur entschieden. Nahezu die gesamte Weltspitze der Fahrer- und Beifahrer-Elite stand oder steht bei ihm unter Vertrag: u.a. Luc Alphand, der ehemalige Ski-Abfahrts-Weltcupsieger, Carlos Susa und Nani Roma, die beide bereits die Dakar auf Motorrädern erfolgreich beendeten, Nasser Al Attyah, der schnelle und ehrgeizige Qatari sowie, last but not least, die Lichtgestalt der Dakar- Serie, Stéphane Peterhansel, der insgesamt 11 mal Dakarsieger wurde, dabei die letzten beiden Male, 2012 und 2013 auf den X-raid-Mini All4 Racing.

"…natürlich rückt die Konkurrenz, bedingt durch Reglementvorteile, mit ihren V8-Benzinern immer näher, aber unsere 6-Zylinder Dieselmotoren sind eben standfest und halten inzwischen an die 20.000 Kilometer im Renneinsatz, zudem brauchen sie spürbar weniger Kraftstoff", so Quandt vor dem andächtig lauschenden Forum. Als Highlight dieses Abends darf dann der Besuch in den "heiligen Hallen" des Unternehmens gewertet werden, wo die Hightech- Boliden aufgebaut werden: BMW X3-CC und die Racing-Minis. Fragen und kompetente Antworten im lebendigen Wechsel: ein faszinierender Abend, auch und vor allem für Rennsport-affine und Wüsten-faszinierte Motorjournalisten.

Text und Bilder: Frank Nüssel (VdM)

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