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Hand in Hand mit Kultur und Kunst

BMW Group: Wie eine Automarke weltweit Kulturprojekte fördert

Wie bringt sich ein Unternehmen ein in die Gesellschaft? Passen Kultur und Premiumprodukte zusammen? Lässt sich eine Marke mit Werten aus Kultur und Kunst positiv aufladen? Diese und andere Fragen stellte Dr. Thomas Girst, Leiter des Kulturengagements der BMW Group, seinen Ausführungen zu einem nicht unproblematischen Thema voran. Ort und Zeit: Die wieder einmal total erneuerte „Museumsschüssel“ im monumentalen Gelände von BMW Zylinder und BMW Autowelt Anfang April. Anlass: Eine Aktivität des MPC und der Münchner Motor Presse. Zuhörer: Ein erlesener Kreis aus Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus, darunter auch der ehemalige BMW Kommunikationschef Dr. Avenarius.

„Geld ist der Fluch der Kunst“ – so heißt es schon seit langem. Daher fördert die BMW Group seit vier Jahrzehnten Kulturprojekte in der ganzen Welt. Überzeugt davon, dass Kultur und Premiumautomobile eine gemeinsame Wellenlänge haben, aber auch davon, dass der Kultursektor über die neun Milliarden Euro aus öffentlicher Hand hinaus einen unterstützungswürdigen Geldbedarf hat. Die Frage ist nur: Wie bringt man sich ein? Wie kann man ohne Einmischung Vernünftiges für die eigene Reputation tun? Und wie kann man es vermeiden, dass Ungeschicklichkeiten zu einem PR-Debakel führen?

Dr. Girst: „Man braucht Strategie und Kontinuität. Keinen Meinungswechsel, wenn ein neues Vorstandsmitglied gerade mal anders denkt. Und man braucht Subtilität im Auftritt, weit weg von der Wucht eines Weltunternehmens mit über 100.000 Mitarbeitern. Da gilt es, ein Format zu kreieren, das auch in Museen und Opernhäuser passt“. Keine leichte Aufgabe, BMW aber scheint sie gelöst zu haben. Und: Selbst wenn die Formel 1-Beteiligung Geschichte ist, bleibt die Betonung der Sportlichkeit aber im Raum. Sportlichkeit ist zu einem Allgemeinplatz geworden. „Die Customer Relations haben sich verändert, und mit Golf, Fußball und Tennis spielen inzwischen viele“.

Beispiel Guggenheim + BMW. Was seit mehreren Jahren passiert, ist in der Broschüre „BMW Group Kultur Engagement“ nachzulesen. Sie zeigt zum Beispiel die mehrjährige Kooperation mit Guggenheim Museen als Sammelpunkt neuer Ideen für das Leben in der Stadt, zeigt die Partnerschaft mit dem Deutschen Museum in München, mit dem Theaterfestival Spielart und mit Künstlerresidenzen und Kunstmessen in Europa, Amerika und China. Es zeigt die Stiftung von internationalen Preisen für junge Künstler und die Einbringung der jüngsten Marke der BMW Group: MINI in New York, MINI Unikate zum Aids Charity Event Europas, MINI Modelle als mobile Leinwände für urbane Künstler – MINI voll integriert in die Markenpolitik und jetzt auch im BMW Museum, gleich im Erdgeschoss. Nicht zu vergessen das Projekt „Oper für alle“, der BMW Welt Jazz Award, die Förderung von Orchestern und Jazzbands und Festivals von Mexiko bis Stockholm, ja sogar der neuen Elbphilharmonie in Hamburg, nicht zu vergessen die rollenden Skulpturen der Art Cars, also der von Künstlern bemalten BMW Boliden (auch Andy Warhol machte sich da nützlich).

Ob Absatzkrise oder nicht: Die BMW Group wendet für das Kultursponsoring alljährlich einen zweistelligen Millionenbetrag auf. Dr. Girst auf die Frage, wieviel Autos dadurch mehr verkauft wurden: „Das kann kann man so nicht sagen, das wäre zu kurz gesprungen. Auf den Gesamteffekt kommt es an, und der ist positiv“.

…und schließlich Rolls-Royce, auf der Abendveranstaltung mit viel Empathie vorgestellt von Dr. Andreas Braun. In der Kuppel der Museumsschüssel, wo bisher die Highlights der BMW-Autohistorie standen, begegnet man jetzt, umgeben von Vitrinen und Schreinen, fünfzehn stolzen Exemplaren der RR-Historie. Und da kann man auch die ab 1900 üblich gewordenen Kühlerfiguren sehen, mal Tier, mal Stern, mal menschliche Nacktheit. Bis ein renommierter Bildhauer beauftragt wurde, dem Spirit of Ecstasy Gestalt zu verleihen, jener Kühlerkrönung, die bis heute gültig ist. Um bedürftige Künstler zu unterstützen, brachte Rolls Royce übrigens schon 1917 handgemalte Kalenderblätter heraus, auch sie kann man hier sehen.

Ein kleines, aber delikates Buffet beendete einen erlebenswerten Abend, für den Hans-Dieter Krais als Vorsitzenden der Münchner Motor Presse sowie Bettina Mayer und Otto Fritscher vom Regionalkreis Süd des MPC herzlich zu danken ist.

Hans-Roland Zitka

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