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Lignozellulose: Bio im Tank – und auf dem Teller...

„Liquid sun“, flüssige Sonne, sagen die Bewohner der Irischen Insel, um sich gegenseitig zu trösten, weil es schon wieder regnet... Umgekehrt bei „sunliquid“: Ganz ohne Regen, aber keineswegs trocken war der Vortrag zu neuen Ansätzen der Ethanolgewinnung aus nachwachsenden Rest-Rohstoffen beim weihnachtlichen Rhein-Main-Arbeitskreistreffen. Der Termin war Premiere in doppelter Hinsicht:

Zum einen trafen sich die in der Region längst partnerschaftlich operierenden Kreise des VdM und des MPC auf Einladung von Eva Uebel und Bardo Fröder erstmals auch zur  gemeinsamen weihnachtlichen Feierstunde bei besonderem festlichen Flair im Ambiente des sogenannten Behrens-Baus in Frankfurt-Höchst. Das Anfang der 1920er Jahre entstandene expressionistische damalige Verwaltungsgebäude der früheren Hoechst AG ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und wird vom Betreiber des heutigen Industrieparks Höchst für besondere Anlässe genutzt.

Zum zweiten bereicherte den Treff ein ausführlicher Vortrag über die Produktion von Bio-Ethanol, bei dem Dr. Markus Rarbach, Chef des Bereiches Biokatalyse bei Süd-Chemie, die Aufmerksamkeit auf den Lignozellulose enthaltenden Bestandteil nachwachsender Rohstoffe lenkte. Der Begriff bezieht sich auf Pflanzenteile, die als „Nebenprodukt“ in ausreichender Menge vorhanden seien, wie etwa das Stroh von Getreide. Daher entfalle bei der Herstellung von Bio-Treibstoffen die Konkurrenz zu Nahrungs- oder Futtermitteln. Das Problem bisher: ein Zellulose-Ethanol-Verfahren zu entwickeln, dass auch wirtschaftlich rentabel ist. Das von Süd-Chemie entwickelte „sunliquid“-Verfahren verspreche, die Ansprüche an ein wirtschaftlich effizientes Verfahren zur Umwandlung von Agrarreststoffen in umweltfreundliche Biokraftstoffe erfüllen zu können.

Erich Kupfer

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