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Auf den Spuren von Rudolf Caracciola

An einem Wochenende im November 2011 trafen sich 18 motorsportbegeisterte Kolleginnen und Kollegen des VdM-Arbeitskreises West im Caracciola-Museum Remagen. Nach einem Stadtrundgang ging es zum einzig autorisierten Gedächtnis-Club von 1981 in das Caracciola Gedächtniszimmer in der Kirchstraße 5. Hier wartete Rolf-Dieter Meissner, der erste Vorsitzende des Rudolf-Caracciola-Clubs, auf die Arbeitskreismitglieder. Bei einem Vortrag über den berühmten Sohn der Stadt (30.01.1901 – 28.09.1959) erfuhren die Kollegen, dass sich der Club zum Ziel gesetzt hat, die Erinnerung an den legendären Rennfahrer zu bewahren. Selbst mit der Kart-Bahn in Kerpen soll zukünftig kooperiert werden, um auch die Jugend für den Rennfahrer zu begeistern.

Als Kind einer italienischen Einwandererfamilie konnte Rudolf Caracciola weder dem elterlichen Hotelbetrieb noch dem dazugehörigen Weinhandel etwas abgewinnen. Seine Leidenschaft galt dem Motorsport. Ob im Silberpfeil-Formel-Fahrzeug oder im Weltrekordwagen – kaum ein Rennfahrer dominierte seine Zeit so sehr wie Rudolf Caracciola. Dabei war sein rascher Aufstieg in den Zwanzigern vor allem verbunden mit den Rennwagen im Zeichen des Sterns. Im stromlinienförmigen Rekordwagen von Mercedes-Benz stellte er am 28. Januar 1938 auf der Autobahn Frankfurt-Darmstadt einen neuen Geschwindigkeitsrekord von 432 Stundenkilometern auf. Über drei Jahrzehnte verschrieb sich Caratsch, wie ihn seine Anhänger nannten, ganz dem Motorsport. Er ist bis heute mit 148 Siegen der erfolgreichste deutsche Rennfahrer aller Zeiten. Sechsmal gewann er allein den Großen Preis von Deutschland, einmal (1926) auf der Avus und sonst immer am Nürburgring. Seine drei Europa-Championate von 1935, 1937 und 1938 entsprechen den Weltmeisterschaften von heute. Am 23. Juli 1939 errang er beim Großen Preis von Deutschland seinen letzten großen Sieg.

Die Motorsportbegeisterung wird in Remagen schon seit Generationen großgeschrieben. So verdankt auch der Schriftführer des Clubs seinen Vornamen dem berühmten Sohn der Stadt, denn schon Vater Lambert war ein großer Fan von Caratsch. In diesem Jahr feierten Motorsportfreunde aus ganz Deutschland den runden Geburtstag des Rennfahrers. Anlässlich der 110-Jahr-Feier trafen sich die Fans erst im Caracciola-Zimmer und legten danach am „Caracciola-Denkmal“ Blumen nieder.

Natürlich durfte auch der gesellige Teil beim Arbeitskreistreff nicht zu kurz kommen. Beim anschließenden Ausklang im Remagener Brauhaus konnten die Kollegen in gemütlicher Runde weiter fachsimpeln.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück in den ehemaligen Regierungsbunker nach Bad Neuenahr, wo eine Führung durch die unterirdische Welt das Programm abrundete. Eine umfangreiche Dokumentation und viele Originalgegenstände informierten eindrucksvoll über das Kapitel deutscher Geschichte aus der Zeit des Kalten Krieges.

Astrid Schafmeister

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