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Personalia

Herbert Vetter ist tot

Das älteste VdM-Mitglied, Herbert Waldemar Vetter, ist am 27. November dieses Jahres gestorben. Er wurde 94 Jahre alt. Bis dahin war er nicht nur der Senior im VdM, sondern mit 63 Jahren Mitgliedschaft auch länger dabei als je ein anderer Kollege. Dafür und weil er sich stets engagiert für den VdM eingesetzt hat, wählte ihn die Mitgliederversammlung 2013 zum Ehrenmitglied. Er hatte es verdient.

Vor wenigen Tagen noch feierte Herbert Waldemar seinen 94. Geburtstag, so wie wir ihn kannten: Geistig und auch körperlich immer noch auf der Höhe war er interessiert an allem, was um ihn herum geschah. Doch dann musste er ins Krankenhaus und dort ist er am letzten November-Sonntag  im Kreise seiner nächsten Angehörigen friedlich eingeschlafen.

Herbert Vetter, Jahrgang 1922, gehörte zu der Generation, die von Nazizeit und Krieg am ärgsten betroffen war. Gleich nach dem Abitur in seiner Heimat Halberstadt wurde er 1941 zum Militär eingezogen. Er war in Russland an der Front. Später, in der  Slowakei, erwischte ihn eine Verwundung, womit der Krieg für ihn beendet war. Nach dem Krieg ging er nach Hannover, wo sein ziviles und zugleich journalistisches Leben begann. Erste Station war die Zeitschrift „Sachsenspiegel“, doch schon bald nahm ihn „Diese Woche“, der Vorläufer des „Spiegel“, auf. Dort saß er Rudolf Augstein am Schreibtisch gegenüber. Bei der „Abendpost“ hatte er es mit Henry Nannen zu tun; aus dem Niedersächsischen Landtag berichtete er für die „Deutsch Nachrichten-Agentur“ (DNA).

1948 wechselte Vetter in die Nachrichtenredaktion von Radio Bremen. Gleichzeitig begann seine Karriere als automobiler Fachjournalist. Nebenbei schrieb er für „Der Volkswirt“, wo er als erster das Thema ‚Aktion sauberer Auspuff’ aufgriff. Auch die Zusammenarbeit mit dem „Autohaus“ begann, deren Autor er jahrzehntelang blieb. Top-Ereignis zwischen 1960 und 1962 war die Borgward-Pleite. Sämtliche Rundfunkanstalten Deutschlands und unzählige Fachzeitschriften wurden damals von ihm mit Nachrichten und Hintergrund-Materialien versorgt.

Längst hatte sich Herbert Vetter einen Namen als Motorjournalist gemacht. Kein Wunder, dass der 1952 gegründete Verband der Motorjournalisten ihn haben wollte. 1953 trat als Mitglied ein, wobei Werner Kroll, Herausgeber der Kroll-Taschenbücher, und Erwin Plog, Pressechef der Goliath-Werke, für ihn bürgten. Wir erinnern uns, wie er an unzähligen Jahrestagungen, Kongressen und Veranstaltungen des VdM teilgenommen hat und dabei gern und heftig diskutiert hat, immer engagiert und oft auch kontrovers.
 
Nach 14 Jahren Radio Bremen zog Vetter 1962 nach Köln um. Beim Deutschlandfunk wurde er der Dienstleiter Nachrichten. Als seine Erfindung dort gilt der „Warnfunk“ ein Vorläufer des heutigen Verkehrsfunks. Auch Personen-Suchmeldungen wurden damals von ihm eingeführt. Parallel zum Rundfunk-Job nahm der 40-jährige Redakteur an der Uni Köln das Studium der Betriebswirtschaft auf, das er nach acht Semestern erfolgreich als Diplom-Kaufmann beendete.

In der Folge intensivierte er seine Mitarbeit bei Fachzeitschriften, wobei sich seine Themen immer mehr in den Nutzfahrzeugbereich verlagerten, aber stets unter wirtschaftlichen Aspekten. Die „Verkehrsrundschau“, die „TIR Schweiz“, der „Güterverkehr“ und viele andere wollten seine fachlich seriösen Beiträge. Bis ins hohe Alter, wo andere sich längst zur Ruhe gesetzt haben, konnte man seine Texte lesen. So blieb er zum Beispiel Deutschland-Korrespondent der deutschsprachigen Ausgabe von „Wassersport in Niederlande“. Noch 2013 taucht dort sein Name auf. Ich habe das selbst gelesen.

Jörn Turner


2014 erhielt VdM-Ehrenmitglied Vetter die goldene VdM-Ehrennnadel, da war er schon über 60 Jahre Mitglied im VdM.
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