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Personalia

Dieter Korp am 20. Januar gestorben

Dieter Korp

- oder wie ölige Hände Glück versprechen (und eine Menge Geld einbringen): Er beobachtete, wie die im Vergleich zu heute wenigen, aber engagierten Besitzer ihre Autos straßauf-straßab am Samstagnachmittag wuschen, wachsten, polierten. Wie viele von ihnen ihr Gefährt abenteuerlich auf Kisten aufbockten und sich auch an umfangreiche Reparaturen trauten. Die Technik damals war einfach, die Elektronik fern. Der Heckmotor im VW-Käfer beispielsweise, des damals mit Abstand populärsten Wagens, ließ sich nach dem Lösen von vier Schrauben ganz einfach nach hinten rausziehen.

Dieter Korp, Diplomingenieur und eigentlich eher schöngeistigen Dingen zugetan, beobachtete nicht nur. Sondern schrieb auf, wie die Leute es anstellen mussten, ihren fahrbaren Untersatz wieder zum Laufen zu bringen. Dem Mitglied der damals wie heute renommierten Redaktion von auto motor und sport erfüllte die Volkswagenwerk-GmbH (so hieß das damals) das Ansinnen, die offiziellen Reparaturunterlagen zur Verfügung zu stellen. Damals waren die Dienstwege kurz. Die zugehörigen ständig aktualisierten „Technischen Mitteilungen”, gelbe Blätter im A5-Format, gab es gleich dazu.

Mit dem Band „Volkswagen” gründete Dieter Korp 1962 seine Buchreihe „Jetzt helfe ich mir selbst”. Sie wuchs zur erfolgreichsten Reihe dieser Art: Über 200 Bände für Autos bis hinauf zu BMW und Mercedes sind erschienen, Gesamtauflage mehr als zehn Millionen.

Als Redakteur bei der Guten Fahrt und später als freier Motorjournalist kam ich damals mit DK, so sein Kürzel, in Kontakt. Wir freundeten uns an, ich schrieb selbst zwei Bücher für seine Reihe, wir fuhren zusammen in Urlaub. Einmal voller Zuversicht mit zwei Ro 80-Testwagen nach Jugoslawien – was anfangs der 1970er-Jahre durchaus abenteuerlich war. Schwierigkeiten gab es nicht mit den Wankelmotoren. Bei einem Ro aber plumpste das Kurbelfenster in der Fahrertür in den Schacht und blieb unten. Wir nahmen die Verkleidung ab und arretierten es mit einem Brett in geschlossenem Zustand: schon wieder ein Korp.

DK also ist gegangen. Er starb am 20. Januar 2015 im gesegneten Alter von 93 Jahren. Er hat Automobil-Geschichte geschrieben –  als Autor in auto motor und sport, mit Büchern zum Beispiel über die Entstehung des Wankelmotors (Protokoll einer Erfindung). Vor allem hat er Millionen geholfen, ihr Auto besser zu verstehen, besser zu behandeln. In seinen Büchern lebt er fort.

Stefan Woltereck


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