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Wiederholungstäter

 Zum zweiten Mal in Folge setzt sich BMW bei der Vergabe des Technikpreises „International Paul Pietsch Award“ gegen renommierte Konkurrenz durch.

Der Termin zur Veranstaltung „Best Cars“ der Zeitschrift auto motor und sport zählt seit Jahrzehnten zu den gesetzten bei Deutschlands Autobossen. Ende Januar steht die Preisvergabe aus der Leserwahl, die vor nunmehr 39 Jahren unter dem Namen „Die besten Autos der Welt“ startete, an. Und die prestigeträchtigen Trophäen holen die Autobosse gerne selbst ab. So traf sich auch in diesem Jahr die Creme der Automobil-Hersteller, um zu erfahren, wie die rund 112.000 Leser, die sich der mühevollen Prozedur der Abstimmung gestellt hatten, votierten. Es traf – wen wundert’s? – die üblichen Verdächtigen: Porsche (3 Klassensiege), Audi, Mercedes und VW (je zwei Klassensiegen) hießen die großen Abräumer.

Masse gegen Klasse
Gegen die gewaltige Zahl der abstimmenden Leser scheinen die 28 Juroren, die über die Vergabe des „International Paul Pietsch Award“ befinden, geradezu lächerlich. In Sachen Kompetenz freilich dürften ihre Urteile jedoch untadelig sein. Denn die Jury rekrutiert sich aus den Chefredakteuren des internationalen Netzwerks von auto motor und sport. Es umfasst 28 Titel aus 21 Ländern von Südamerika bis China. Deren Chefredakteure erstellen eine gemeinsame Vorschlagsliste   preiswürdiger technischer Innovationen. Aus dieser Liste wählen die Chefredakteure, nach dem Motto „eine Zeitschrift – eine Stimme“  unabhängig voneinander ihren persönlichen Favoriten. Die Idee mit den meisten Stimmen siegt.

Der International Paul Pietsch Award wurde bereits 1989 als Paul-Pietsch-Preis für innovative technische Entwicklungen im Automobilbereich erstmals ausgelobt; den heutigen Namen erhielt er 2012. Mit dem Award zeichnen auto motor und sport und die internationalen Partner-Zeitschriften alljährlich herausragende innovative Technik-Konzepte aus. Voraussetzungen für die Nominierung sind Serienreife und nachvollziehbarer Nutzwert für die Kunden auf den Gebieten Umwelt, Komfort, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.

Mut wird belohnt
In diesem Jahr fällte die Jury ein sehr eindeutiges Urteil: BMW i8 gewinnt den International Paul Pietsch Award. Mit der Hälfte der abgegebenen Stimmen setzt sich der Plug-in-Hybrid, seit Mitte des Jahres 2014 auf dem Markt, überzeugend gegen alle andere Nominierungen durch. In der Begründung der Fachjury heißt es dazu: „Der BMW i8 verkörpert nicht nur einen nachhaltigen Sportwagen der nächsten Jahrzehnte. Der spektakuläre Flügeltürer zeigt mit seinen mutigen, emotionalen Linien auch neue Wege in Design und Aerodynamik auf.“ Beim Antrieb, so die Jury weiter, überzeuge er mit seinem Downsizing-Dreizylinder-Turbobenziner sowie dem kräftigen Elektroantrieb samt Lithium-Ionen-Akkus. Die Carbon-Fahrgastzelle demonstriere konsequenten Leichtbau. „Nimmt man all dies zusammen, bündelt der BMW i8 auf ungewöhnliche und eindrucksvolle Art eine Vielzahl modernster Techniken in einem Fahrzeug und verbindet Ökonomie und Dynamik in einem Sportwagen ganz neuer Art“, so das Fazit der Jury.

Bemerkenswert dabei ist, dass auch der „kleine Bruder“ des i8, der BMW i3 mit seinem Carbon Body die quasi identisch besetzte Jury überzeugt hat. Mit ihm holte BMW im vergangenen Jahr die Trophäe. Vielleicht ein kleiner Trost dafür, dass es beim  Leservotum nicht ganz so überzeugend geklappt hat.

Ziemlich abgeschlagen beim Paul Pietsch Award folgen auf den Plätzen zwei und drei das Audi TT Virtual Cockpit (18% der Stimmen), ein voll digitales Kombi-Instrument mit wählbaren Anzeige-Modi, und die Infiniti Adaptive Steering, die erste reine Drive-by-Wire-Lenkung im Serieneinsatz (14% Stimmen).

Franz-Peter Strohbücker

  • Sieger auf ganzer Linie: BMW i8, Foto: BMW
  • Per Videowand noch präsent: Namensgeber Paul Pietsch, Foto: F.-P.Strohbücker<br />
  • Wie im Vorjahr auf der Bühne: ams-Herausgeber Bernd Ostmann mit BMW-Chef Dr. Norbert Reithofer (nur die Krawatten  sind anders), Foto: F.-P.Strohbücker
  • Trophäenjäger unter sich: BMW-Chef Reithofer hat die schönste, Foto: F.-P.Strohbücker
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