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Stuttgart ist elektrisiert

Vom 9. bis 11. Oktober fand in Stuttgart die EVS30 statt, der nach eigenen Angaben weltgrößte Kongress- und Messe-Event für Elektromobilität. Rund 8.000 Fachleute pilgerten in den drei Tagen auf das Messegelände der Schwabenmetropole, um sch bei einem hochkarätigen Kongress und einer Ausstellung über die aktuellen Trends in der Elektromobilität zu informieren.

Weit mehr als 300 Aussteller zeigten auf der Messe einen kompletten Querschnitt der Elektromobilität mit all ihren Facetten. So präsentierten sich Städte und Regionen mit ihren Konzepten zur Ladeinfrastruktur und diversen Planungs- und Förderungsprogrammen ebenso wie zahlreiche Start-ups, die mit speziellen Beratungsleistungen, aber auch mit konkreten IT-Projekten die Besucher ansprachen. Nicht fehlen durften natürlich auch die Hersteller von Batterien, Ladesäulen und Steckern, die zukünftig auf ganz große Geschäfte hoffen. 

Für den Autofan gab es ebenfalls eine Menge zu schauen. Etablierte Unternehmen wie Audi, Daimler, Porsche  oder Renault zeigten ebenso Produkte wie das holländische Unternehmen Emoss oder Zulieferer wie Mahle, Bosch und Continental.
Audi gewährte einen Blick auf sein Konzeptfahrzeug h-tron quattro, das mit Wasserstoff betrieben wird. Bei Daimler standen nicht nur die elektrifizierten Pkw (inklusive  Brennstoffzelle) im Mittelpunkt, auch ein Fuso Canter Leicht-Lkw mit vollelektrischem Antrieb sowie der Mercedes Urban E-Truck, ein größeres Verteilerfahrzeug, bereicherten die Ausstellung. Kurioses am Rande: Dass  Daimler nicht allein auf den Elektromotor setzt, zeigte ein ganz anderes Exponat: In einer Ecke stand ein aktueller Lkw-Dieselmotor - ohne ihn geht es wohl auch zukünftig nicht. Auf den will das niederländische Unternehmen Emoss verzichten. Es stattet herkömmliche Verteiler-Lkw mit Elektroantrieb aus. Bei Porsche konnte man den Le Mans Prototyp 919 hybrid sowie den Cayman e-volution, ein vollelektrisches Forschungsfahrzeug im Alltagslook sehen. Renault zeigte eher bodenständiger den Kleinwagen Zoe mit einer neuen Batterie. Die Zulieferer Continental und Bosch präsentierten ganze Antriebsstränge, die elektrisch funktionieren. Mahle stellte eine eigene Zukunftsstudie auf dem Stand - sehr hübsch, bunt und futuristisch.
Eher eine  Außenseiterrolle spielten Autombilprodukte aus dem asiatischen Raum. Ihnen sah man schon an, dass sie zum Teil die europäischen Zulassungsvoraussetzungen (noch) nicht erfüllen. Dennoch war das Engagement, das seitens Fernost auch bei der Elektromobilität und vor allem bei allgemeinen Mobilitätslösungen vorhanden ist, durchaus zu spüren.

EVS steht für Electric Vehicle Symposium & Exhibition und findet jährlich an einem anderen Ort der Welt statt. Dass Elektromobilität im Trend zu liegen scheint zeigt die Besucherentwicklung. Allein vom letzten zu diesem Jahr habe sich die Teilnehmerzahl, so die Veranstalter, die European Association for Electromobility (AVERE) und die World Electric Vehicle Association (WEVA) verdoppelt. Die nächste Konferenz, die EVS31, findet im Herbst 2018 im japanischen Kobe statt.

bic (Text und Fotos 10/2017)

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