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Solitude Revival 2017

An der ehemaligen Solitude-Rennstrecke donnerten wieder die Motoren . . .

Vor den Toren der schwäbischen Hauptstadt knatterten am 21.-23. Juli 2017 wieder die Motoren.  Der Verein ‚Solitude Revival‘ veranstaltete in seinem üblichen Zweijahresrythmus ein Stelldichein für historische Rennfahrzeuge und Motorräder mit einem Schaulaufen auf der legendären 11,5 Kilometer langen Grand Prix Strecke nahe Leonberg. Dort fanden bis 1965 die ‚Solitude Rennen‘ statt. Auch die Formel-1-Boliden gastierten schon im Ländle. In diesem Jahr folgten rund 300 Teilnehmer dem Lockruf der schwäbischen Traditionsrennstrecke.  Am Start standen  70 Motorräder  und Gespanne,  30 Renn- und Sportwagen, 35 Rennsportwagen & Prototypen,  55 Renn-Tourenwagen und GT’s, 20 Formel-Rennwagen sowie 100 fahrbare Schätzchen der neueren Zeit, die am Corso Classico teilnahmen.                

Mercedes-Benz und Porsche, die beiden Stuttgarter Premium-Hersteller waren ebenfalls mit von der Partie des diesjährigen Revivals und brachten aus ihren Museen herrliche Fahrzeuge mit an die Solitude. Mercedes-Benz-Classic entsandte das Formel-1-Urgestein Jochen Mass (71) als Markenbotschafter an die ehemalige Stuttgarter Rennstrecke. Der rennerfahrene Haudegen Jochen Mass wuchtete mit Begeisterung den historischen Mercedes 680 S aus dem Jahr 1927 - auch der ‚Weisse Elefant‘ genannt - um den Traditionskurs.   „1927 war das ein echter Rennwagen, die 170 Kilometer Höchstgeschwindigkeit waren wie heute Tempo 400“, meinte Jochen Mass, der sympathische Rennoldie aus der Pfalz. Der Warmbronner Dieter Glemser (78), der vor vielen Jahren im Grand Tourismo und Tourenwagen seinen Mann stand, war als offener Mercedes-Benz Gesprächspartner vor Ort, während der GT-Rennfahrer Jan Seyffarth das aktuelle Mercedes-Safetycar aus der DTM um die legendäre Rennstrecke nahe Leonberg trieb.

Das Museum der Zuffenhausener Porsche AG präsentierte ebenfalls seine früheren Heroen am Lenkrad und lud sie zum Fahren ihrer damaligen Renngefährte ein. Mit dabei war der immer gut gelaunte und jung gebliebene Braunschweiger Kurt Ahrens (77), der u. a. einen 550 Spyder und den 980/3 fuhr. Günter Steckkönig (81) und Hans Clausecker (70) fuhren den von ihnen eigens entwickelt und gebauten 928-Transaxle ‚Trigema‘ von 1982. Hans Herrmann und Herbert Linge (beide 89) fuhren im 550 Spyder, dem Siegerwagen der Langstreckenfahrt Carrera Panamericana von 1954. Der Österreicher Rudi Lins (73) sass im 908/3 und Eberhard Mahle (84) in einem 356 B Carrera von 1960. Jungstar und Le Mans-Sieger Marc Lieb pilotierte gerne den Typ 804, den Formel-1-Porsche von 1962.  Dieser nur 461 Kilo leichte Achtzylinder-Monoposto war der einzige komplett von Porsche entwickelt und gebaute Formel-1-Rennwagen, der mit den Fahrern Dan Gurney (USA) und dem Schweden Joakim Bonnier an der Weltmeisterschaft in dieser Saison teilnahm. Beim ‚Großen Preis von Frankreich‘ am 8. Juli 1962 in Rouen, stellte sich der erste Erfolg ein - Dan Gurney siegte im Rennen mit einem Schnitt von 163,98 km/h und einer Runde Vorsprung vor dem Briten Tony Maggs auf Cooper.  Joakim Bonnier fiel in der 42. von 54 Runden mit einem Schaden an der Benzinpumpe aus. Schon eine Woche später beim nicht zur Weltmeisterschaft zählenden ‚Großen Preis der Solitude‘ fuhr Dan Gurney mit dem 804 einen Start-Ziel-Sieg heraus, Joakim Bonnier wurde Zweiter. 

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG und frühere Porsche-Chef Matthias Müller bewegte mit sichtlicher Freude den Formel-II Typ 718 beim Schaufahren auf der Solitude.

Aber nicht nur die Werke präsentierten ihre Pretiosen. Eine historische Vergangenheit hatte auch Marco Rollingers 1962er- Brabham BT3 Formel-1-Rennwagen, den der Australier Jack Brabham zu Ruhm und Ehre fuhr. Der Stuttgarter Peter Steng zeigte seinen Aston Martin Ulster von 1934. Einen Mitter-DKW Formel Junior zeigte der Sohn von der Leonberger Rennlegende Gerhard Mitter. Mitter sen. war früher als Werksfahrer bei Porsche verpflichtet und gewann im leichten Bergspyder drei Mal die Europa-Bergmeisterschaft.

An diesem Juli-Wochenende zog es über 10.000 Fans an die ehemalige Rennstrecke. Sie alle verfolgten die Schauläufe historischer Fahrzeuge mit viel Freude und Enthusiasmus.
             
Text & Fotos: Eberhard Strähle (VdM)                          

  • Warten auf den Start
  • Den Nomad MK1 (1967) von Kay Rimmele sah man selten auf einer Rennpiste
  • Der 908-3 fuhr viele Siege ein
  • Der Lotus 24 Formel 1 (1962) von Peter Studer im der typischen englischen 'racing-green'
  • Der Porsche 917-30 verfügte über Power ohne Ende
  • Der Wolseley Hornet Spezial-Z Bj. 1932 von Uwe Ziegler
  • Die grossen Drei - Kurt Ahrens, Herbert Linge und Hans Herrmann
  • Ex-Formel-1-Pilot Jochen Mass im Mercedes 680 S von1927
  • Gerhard Mitter jun. im Mitter DKW Formel Junior
  • gigantischer Vortrieb im Maserati 3015
  • VW-Konzernchef Matthias Müller im Porsche F-1 von 1962
  • Hans Clausecker und Günther Steckkönig im 1982er Porsche 928 S
  • Josef Binder (CH) im Ralt RT1 Formel 2 von 1977
  • Kuno Schär präsentierte seinen Abarth SE021 (19719
  • Marc Lieb im Formel-1 Porsche 804
  • Marco Rollinger im Brabham BT3 (1962)
  • MB 300 SE Schwergewicht aus Sindelfingen
  • Peter Steng bändigt seinen Aston Martin Ulster von 1934
  • Porsche 718 mit Chef M. Müller
  • Stellvertretend für Alle - Zwei treue und ehrenamtliche Helfer, die rund um die Strecke postiert waren
  • Susan im Lola MK1 und Keith Alers im blauen Cooper Monaco
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