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Silberhochzeit in Ludwigsfelde

Wo früher die DDR-Lkw W50 und L60 gebaut wurden, rollen seit 25 Jahren Mercedes-Transporter vom Band.

Mercedes-Benz Vans hat in seinem Werk vor den Toren Berlins im vergangenem Vierteljahrhundert mehr als 660.000 Transporter vom Band rollen lassen. Allein 2015 wurden dort über 50.000 Fahrzeuge produziert. Als einziger Hersteller im Segment großer Transporter werden die Stuttgarter die nächste Generation des Sprinter weiterhin auch in Deutschland produzieren: in Düsseldorf und Ludwigsfelde. Dazu gehen insgesamt 450 Millionen Euro in die beiden deutschen Werke: vor allem in die Segmente Rohbau, Lackierung und Montage. Insgesamt hat Daimler in den vergangenen 25 Jahren bisher mehr als 750 Millionen Euro in Ludwigsfelde investiert.

Ludwigsfelde ist die einzige europäische Produktionsstätte des Mercedes-Benz Sprinter, in der die offenen Versionen (Pritschenwagen und Fahrgestelle) für unterschiedliche Aufbauten wie Baustellenfahrzeuge, Reisemobile oder Krankenwagen gefertigt werden. Das weltweit drittgrößte Transporterproduktionswerk von Daimler hat eine Gesamtfläche von rund 540.000 Quadratmetern und eine Produktionsfläche von etwa 182.000 Quadratmetern. Insgesamt sind dort um die 2.000 Menschen beschäftigt.

Zu DDR-Zeiten wurden im damaligen VEB-IFA Kombinat Nutzfahrzeuge Ludwigsfelde die Lkw W50 und L60 gefertigt. Nach Aufhebung der Export-Sanktionen gegen Iran kündigte Daimler die Wiederaufnahme seiner Wirtschaftsbeziehungen mit Teheran an – eine Meldung, auch von älteren Kollegen in Ludwigsfelde mit Interesse aufgenommen wird. Denn auch zu DDR-Zeiten war der Iran Abnehmer des Allrad-Lkw W50. Die Ex-DDR lieferte Laster aber auch in den Irak. Derweil führten beide arabischen Länder den Ersten Golfkrieg (1980 bis 1988). Von 1965 bis 1990 wurden in Ludwigsfelde rund 572.000 Nutzfahrzeuge gebaut.

Erwin Halentz

  • Der Mercedes-Benz Sprinter 2013, Pritschenwagen. Im Hintergrund das Werk in Ludwigsfelde. Foto: Mercedes-Benz.
  • Lkw aus Ludwigsfelde aus DDR-Zeiten. Fotos: Halentz
  • .. auch für den Militäreinsatz, Foto: Halentz
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