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Seit 60 Jahren den Finger am Auslöser

Von Fangio über Schumi bis Vettel: Fotoausstellung von Klaus Ridder im Siegburger Rathaus

Wie viele junge Männer wäre auch Klaus Ridder selbst gern Rennfahrer geworden, aber auch bei ihm kam es anders. Der heute 72- Jährige sah deutsche und ausländische Rennstrecken nicht durch die Windschutzscheibe sondern durch die Linse seines Fotoapparates. Familie, Studium und Beruf standen einer Motorsportkarriere im Weg. An der Universität Köln studierte er Maschinenbau mit der Fachrichtung Fahrzeugbau. Zudem war er im damaligen Bonner Verkehrsministerium für die Sicherheit von Gefahrguttransprten zuständig. Daneben fand er immer wieder Zeit für seine Leidenschaft. Seit 60 Jahren ist der umtriebige (Un)ruheständler als Fotograf im Motorsport unterwegs.

Der Nürburgring wurde sein „zweites Wohnzimmer“, von seiner Wahlheimat Siegburg nur etwa eine Autostunde entfernt. Anlass genug für eine Ausstellung im Siegburger Rathaus unter dem Motto „60 Jahre Motorsportfotografie –Von Fangio über Schumacher bis Vettel-“. Zur Eröffnung der Ausstellung lobten Siegburgs Rathauschef Franz Huhn und dessen Stellvertreter Martin Rosorius, das Engagement des rührigen Motorsport-Enthusiasten. Huhn ging in seiner Rede auch auf die Anfangszeiten des Motorsports, besonders in den fünfziger und sechziger Jahren ein. „Jackie Stewart´s Frau Helen hatte damals bei jedem Rennen ein schwarzes Kleid dabei, der Tod war ein ständiger Begleiter“. Dennoch sei damals vielmehr Nähe zu den Fans da gewesen. Seit den tödlichen Unfällen im italienischen Imola 1994 mit Roland Ratzenberger und Ayrton Senna habe die Sicherheit deutlich zugenommen.

Vor und 100 Gästen, darunter mit Rainer Braun (Motorsporthistoriker), Ferdi Kräling (Starfotograf) Thomas Födisch und Michael Behndt (Autoren zahlreicher Nürburgringbücher), Waltraud Odenthal und Wolfgang Kaufmann (Rennfahrerin bzw. Fahrer ließ Ridder in lockerer Form seine Erinnerungen Revue passieren. „In den fünfziger Jahren sind wir mit dem Rad von Hannover zum Nürburgring gefahren. Drei Tage waren wir unterwegs. Weil wir keine Eintrittskarten hatten, versteckten wir uns hinter Büschen vor den Streckenposten. Wenn ein Auto kam wurden Bilder gemacht, anschließend haben wir uns wieder versteckt“. Ridder wusste von zahlreichen Fahrern und Marken zu berichten, aber auch von der Sicherheit. „Die steckte damals noch in den Kinderschuhen, die Fahrer waren jedoch noch zum Anfassen“. Die Autos hätten damals noch deutliche Startnummern gehabt und auch Autogramme der Fahrer seien noch lesbar gewesen. „Heute ist das alles steriler und distanzierter. Presseakkreditierungen gibt es nur noch begrenzt und die Fahrer werden abgeschirmt“. Wer heute Motorsport zum Anfassen erleben wolle, dem legte Ridder die VLN, die Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring, ans Herz. „Bei den zehn Rennen kommt man für jeweils 15 Euro Eintritt fast überall hin“. Der Wahl- Rheinländer hat die wildeste und auch gefährlichste Zeit des Motorsports miterlebt. Oft mit seiner Frau Geschi, mit der er vier Töchter hat. Noch heute ist Klaus Ridder als Pressesprecher der „Freunde des Nürburgrings“ dem Motorsport verbunden. Vom Blick durch die Linse kann und will er auch in Zukunft nicht lassen.

Geöffnet ist die Fotoausstellung im Siegburger Rathaus bis zum 9. Mai, jeweils während der Geschäftszeiten.

Heiko Schäfer

Fernsehbericht über die Ausstellung

Der WDR berichtete in der "Lokalzeit Bonn" über die Ausstellung. Hier der Link zum Film in der WDR-Mediathek.

  • Motorsportgeschichte im Bild, Foto: Heiko Schäfer
  • Ausstellung im Siegburger Rathaus, Foto: Heiko Schäfer
  • Illustre Runde mit Gastgeber Klaus Ridder (3. v.l.), dem VdM-Vorsitzenden Jörn Turner (rechts) mit seiner Frau Alice (links), dem Vorsitzenden der VdM-Fürosrgeeinrichtung Edgar Krause (2.v.r.) und seiner Gattin (2.v.l.) sowie dem Ehepaar Birgit und Hans-Peter Winter, Foto: Heiko Schäfer
  • Klaus Ridder
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