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Porsche-Museum steht Kopf

Porsche gewinnt in einem hochdramatischen Finale das 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

Für alle, die den spannenden Kampf bis zur letzten Runde nicht selbst vor Ort verfolgen konnten, hatten die 17-fachen Le Mans-Sieger erneut ihr Museum in Stuttgart-Zuffenhausen rund um die Uhr geöffnet. Dort bejubelten über 20.000 begeisterte Besucher beim Public Viewing den nicht mehr für möglich gehaltenen 18. Porsche-Triumph an der Sarthe.

„Wir haben heute das Unmögliche möglich gemacht“, sagte Achim Stejskal, der Leiter des Porsche-Museums, nach der Zieldurchfahrt. „Keiner hätte gedacht, dass das Rennen so endet. Für uns alle hier ist das eine Sensation - man muss eben immer bis zum Schluss an Porsche glauben, dann funktioniert das auch“. Sportlich fair dachte Achim Stejskal aber auch an die Verlierer und spendete den anwesenden Toyota-Fans Trost.

Das Drama von Le Mans hatte sechs Minuten vor Schluss begonnen. Nach einem stundenlangen Kampf um die Führung sah Kazuki Nakajima im Toyota schon wie der sichere Sieger aus, als dieser plötzlich in der vorletzten Runde langsamer wurde und vor der „Final-Lap“ auf der Start- und Zielgeraden mit technischem Defekt ausrollte. Damit war der Weg zum Sieg frei für den rund eine Minute später folgenden Porsche 919 Hybrid mit Schlussfahrer Neel Jani. Teamkollege Marc Lieb aus Ludwigsburg meinte anschließend sichtlich bewegt: „In der letzten halben Stunde hatte ich mich schon mit Platz zwei abgefunden und nicht mehr an den Sieg geglaubt“.

Genauso ging es der versammelten Porsche-Fan-Gemeinde, die vor und im Porsche-Museum rund um die Uhr auf mehreren Großbildschirmen das Geschehen in Frankreich verfolgte. Durch zusätzliche Live-Schaltungen in die Porsche-Hospitality an der Strecke war man auch in Le Mans stets über die Stimmung in Zuffenhausen informiert. Und die war prächtig, denn den Fans wurde, wie schon in den Vorjahren 2014 und 2015, eine Menge geboten: „Wir haben 33 Stunden am Stück geöffnet und wollen das Wohnzimmer der Marke Porsche sein“, sagte Achim Stejskal zu Beginn. Eingeladen seien nicht nur Porsche-Mitarbeiter, sondern alle, die sich für Motorsport und Porsche interessieren. Rund um das Museum gab es etliche Le Mans-Fahrzeuge zu bestaunen, die von Moderator Walter Zipser alle zwei Stunden vorgestellt und teilweise auch angelassen wurden, um noch mehr Le Mans-Feeling zu erzeugen. Im französischen Dorf warteten allerlei landestypische Spezialitäten auf die über 20.000 begeisterten Besucher und in der „Kids Driving School“ konnten die Porsche-Fahrer von morgen, oder übermorgen, spielerisch das sichere Verhalten im Straßenverkehr erlernen.

Im Museum selbst waren zwischen den rund 80 ausgestellten Exponaten mehrere Fahrsimulatoren, sowie einige Carrera-Rennbahnen aufgebaut. In der Museumswerkstatt präsentierte Siegfried Rauch sein Buch „Unser Le Mans“, in dem er von Abenteuern am Set und seinem Freund Steve McQueen erzählt. Danach stand er ebenso für Autogrammwünsche zur Verfügung wie Porsche-Markenbotschafter Ralf Moeller.

Alles in allem eine tolle Veranstaltung, die durch den unglaublichen Sieg in Le Mans in einem bunten Fahnenmeer überglücklicher Porsche-Fans endete.
                                           
Ralf Hensel

  • So voll ist das Porsche-Museum selten. Großer Andrang zur Live-Übertragung der 24 h von Le Mans, Foto: Porsche
  • Porsche 919 Hybrid, Porsche Team: Romain Dumas, Neel Jani, Marc Lieb, Foto: Porsche
  • Viel zu sehen gab es auch rund ums Museum. Auf mehreren Großbildschirmen konnten die Besucher das Rennen verfolgen, Foto: Porsche
  • Rund 20.000 Besucher kamen am Rennwochenende zum Porsche Event, zu dem auch ein französisches Dorf gehörte, Foto: Porsche
  • Im Ziel, Porsche 919 Hybrid, mit Schlussfahrer Neel Jani, Foto: Porsche
  • Selbstverständlich war auch das Porsche-Museum rund um die Uhr geöffnet, Foto: Porsche
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