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Mietwagen auf Mallorca: zum Teil in desolatem Zustand

GTÜ-Mietwagencheck auf Mallorca: Gefährliches Spiel mit der Sicherheit

Wenn an Ostern auf Mallorca die Saison beginnt, kommen wieder tausende von deutschen Touristen per Flugzeug auf ihre Lieblingsinsel. Um vor Ort mobil zu sein, mieten viele von ihnen für Tagesausflüge oder Rundreisen einen Leihwagen an. Unzählige lokale Anbieter teilen sich mit internationalen Ketten das Vermietgeschäft. Doch in welchem technischen Zustand sind die Mietautos auf der Baleareninsel?
Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung, der ACE Auto Club Europa und der österreichische Automobilklub ARBÖ haben gemeinsam in einem Mietwagencheck zehn Vermieter unter die Lupe genommen und einzelne Fahrzeuge auf Herz und Nieren geprüft.

Das Ergebnis ist erschreckend: Die Hälfte der von den GTÜ-Sachverständigen untersuchten Leihwagen sind in einem nicht verkehrssicheren Zustand. Auch der Service rund um die Anmietung trägt oft nicht zu guter Urlaubslaune bei. Gestresste und unfreundliche Mitarbeiter, Chaos bei der Übergabe und der Rücknahme der Fahrzeuge sind an der Tagesordnung.

Die Liste der festgestellten Mängel ist lang:

Fst bis aufs Metall abgefahrene Bremsbeläge, verschlissene Bremsscheiben, Reifen ohne Profil, Felgen beschädigt oder verformt, undichte Benzinleitung, falsch eingestellte oder nicht funktionierende Beleuchtung, defekte Schlösser und ein Cabrio-Dach, das sich wegen eines Heckschadens nicht öffnen lässt. Fehlende Warnwesten und Warndreiecke sind im Vergleich dazu noch harmlos.

Ein wahres Gruselkabinett schwerwiegender Fahrzeugmängel, das den GTÜ-Prüfern vor Ort die Haare zu Berge stehen ließ. "Einige der Leihwagen sind regelrecht gefährlich und dürften allein aus Gründen der Verkehrssicherheit in ihrem desolaten Zustand nicht vermietet werden", warnen die GTÜ-Experten.

Abgefahrene Reifen und teilweise defekte Bremsen führen grundsätzlich zu einem längeren Bremsweg und stellen auf nasser Straße, in engen Kurven sowie auf den steilen und schmalen Bergstrecken Mallorcas eine Gefahr für den Fahrzeugmieter wie auch für andere Verkehrsteilnehmer dar.

Auf der Lieblingsinsel der Deutschen, so scheint es, werden die Sicherheitsbestimmungen für Mietwagen offenbar sehr lax bis gar nicht gehandhabt. Liegt doch in einem der Autos mit schwerwiegenden Mängeln ein Untersuchungsbericht des TÜV Iberia, der grade mal 14 Tage alt ist.
Reklamationen wegen technischer Mängel am Mietauto werden in der Regel ignoriert, so die Erfahrungen der GTÜ-Prüfer vor Ort. Einige der lokalen Vermieter reagieren auf Beschwerden außerordentlich gereizt und schrecken auch vor Handgreiflichkeiten nicht zurück. Derart ruppiges Verhalten lässt sich auch nicht mit Kampfpreisen um die 35 Euro am Tag für einen Kleinwagen entschuldigen.

Fazit des GTÜ-Mietwagenchecks: 50 Prozent der stichprobenartig angemieteten Autos sind nicht verkehrssicher und würden in Deutschland keine Hauptuntersuchung bestehen. Meist sind die Schäden und Mängel von Laien nicht zu erkennen. Bei örtlichen Vermietern ist deshalb äußerste Vorsicht geboten. Deshalb der Rat der GTÜ-Experten: Lieber etwas mehr Geld ausgeben und dafür ein Leihwagen von einem größeren und seriösen Vermieter anmieten. (GTÜ)

  • GTÜ-Mietwagencheck auf Mallorca: Gefährliches Spiel mit der Sicherheit, Foto: Emmerling/GTÜ
  • Ohne Worte, Foto: Emmerling/GTÜ
  • GTÜ-Mietwagencheck auf Mallorca: Gefährliches Spiel mit der Sicherheit, Foto: Emmerling/GTÜ

Der GTÜ-Mietwagentest auf YouTube

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