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Gefahrgut-Sicherheitstage am Nürburgring

Eifelwetter am Nürburgring mit Regen und Sonnen-schein: Über 200 Teilnehmern kamen am15. und 16. September an den Nürburgring zu den 6. Gefahrgut-Sicherheitstagen, veranstaltet vom Innenministerium des Landes Rheinland-Pfalz.

Die diesjährige Veranstaltung stand unter dem Motto „Verschiedene Bausteine sind ein Fundament für eine sichere Beförderung gefährlicher Güter“. Der Dialog zwi-schen der Wirtschaft und den Behörden zur Verbesse-rung der Sicherheit wurde weitergeführt und intensiviert. Die Teilnehmer erhielten Tipps, wie das Thema Gefahr-gut noch besser in den Betrieben kommuniziert werden kann. Denn das ist unbestritten: Ein Miteinander bringt für beide Seiten mehr Sicherheit und zugleich gesamtwirtschaftlichen Erfolg.

Das rheinland-pfälzische Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur sieht sich dabei auch als treibende Kraft für mehr Sicherheit und als Partner in der Prävention mit der Wirtschaft, erläuterte Ministerialdirektor Thomas Linnertz, der Grüße von Innenminister Roger Lewentz überbrachte.

Dr.Matthias Schubert, vom Sponsor TÜV Rheinland machte deutlich, dass die Prüforganisation sich in Sa-chen Sicherheit bei Gefahrguttranssporten vielfach engagiert – angefangen von der Technischen Prüfung von Tanks bis hin zur Ausbildung von Gefahrgutfahrern und Gefahrgutbeauftragten. Auch eine eigene Zeitschrift GEFAHRGUTPROFI wird vom TÜV Rheinland verlegt.

Der Vizepräsident der IHK Koblenz, Thomas Bellersheim, Inhaber einer Spedition, nahm die Gelegenheit wahr, an die Politik zu appellieren, mehr für den Ausbau der Straßen zu unternehmen. Es gehe nicht an, dass der Industrie-Standort Deutschland dadurch gefährdet wird, dass durch tägliche Staus riesiges Volksvermögen vernichtet wird.

Fachvorträge im Zelt
Es schlossen sich ausgezeichnete Fachvorträge an. So appellierte die jüngste Rednerin, Emilia Poljakov (28), Gefahrgutbeauftragte bei dem familiengeführten Logisti-ker Talke, an die Teilnehmer, den Fahrer und insbeson-dere den Gefahrgutfahrer in seiner täglichen Arbeit zu unterstützen. Es sei wichtig, den Fahrer in „seiner Spra-che“ anzusprechen. Mit „Sonntagsreden“ könne der Fahrer nichts anfangen. Poljakov machte aber auch auf den Mangel an jungen Berufskraftfahrern aufmerksam. Die Firma Talke bilde zwar junge Leute aus, aber viele davon würden Beruf nach der Ausbildung nicht ausüben wollen.

Martin Feldhage vom mittelständischen Tankhersteller Schrader in Beckum konnte berichten, dass sich in Sa-chen Sicherheit von Tanks in den letzten Jahren viel getan hat, dank verbesserter Tankmaterialien und Umstellung auf den Rundtank, der praktisch zwischen den Rädern liegt und somit auch einen tiefen Schwerpunkt des Tankfahrzeugs ermöglicht.

Am Abend des ersten Konferenztages gab es dann viele gute „Gefahrgutgespräche“. Das abendliche Beisammensein dient immer auch dazu, Netzwerke zu pflegen und aufzubauen

Workshops auch im Regen
Die Workshops fanden teilweise bei widrigem Eifelwetter auf dem Außengelände des Fahrsicherheitszentrums statt. Aber, die Feuerwehr muss auch bei schlechtem Wetter Einsätze fahren – und das wurde eindrucksvoll demonstriert.

Mittlerweile sind auch Freiwillige Feuerwehren auf dem Lande gut ausgebildet und auch ausgerüstet. So ist man durchaus in der Lage, mit Umluft unabhängigen Schutz-anzügen Lecks in einem Tank abzudichten oder mit Hilfe von Prüfröhrchen zu bestimmen, um welchen Stoff es sich handelt. Vorgeführt wurde auch, dass die Einsatzkräfte nach dem „Angriff“ ihre Schutzausrüstung dekontaminieren müssen. Wenn aber schwierige Gefahrenlagen vorhanden sind und bekämpft werden müssen, dann sollten auch kleinere Feuerwehren besser die Dienstleistung von TUIS, dem Transportunfall- und Hilfeleistungssystem der chemischen Industrie in Anspruch nehmen.

Die Experten von TUIS (hier BASF in Ludwigshafen) hatten sogar einen Roboter dabei, der fernbedient an verunfallte Objekte heranfahren kann, um beispielsweise Tanks oder Fässer anzubohren.

Klaus Ridder

  • Das bewährte Team Ridder/Holzhäuser leitete und organisierte die 6. Veranstaltung am Nürburgring
  • Die Feuerwehren demonstrierten, wie kleinere Lecks notdürftig abgedichtet werden können, Foto: Ridder
  • TUIS, hier die BASF-Werksfeuerwehr, demonstrierte den Einsatz von Robotern zur Unfallbekämpfung, Foto: Ridder
  • Ein Tankcontainer, der von innen besichtigt werden kann, wurde von der Fa. Hoyer entwickelt und hat großen Zuspruch bei Schulungen, Foto Ridder
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