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Erste Porsche-Konstruktion aus dem Jahr 1898 wiederentdeckt

Mit einer kleinen Sensation kann das Porsche Museum am Firmensitz in Stuttgart-Zuffenhausen zum fünfjährigen Bestehen aufwarten: Das erste von Ferdinand Porsche konstruierte und gebaute Fahrzeug, das „Egger-Lohner-Elektromobil Modell C.2 Phaeton“, wurde in einer Scheune in Österreich wiederentdeckt. Ferdinand Porsche hatte in alle wichtigen Bauteile das Kürzel „P1“ für Porsche Nummer 1 eingeschlagen. Der wiedergefundene so genannte P1 wird nun am 31. Januar feierlich im Porsche Museum enthüllt. Am darauffolgenden Wochenende, dem 1. und 2. Februar, kann der P1 im Rahmen der Feierlichkeiten zum fünften Museums-Geburtstag kostenfrei besichtigt werden. Das originale und unrestaurierte Fahrzeug wird künftig als zentrales Exponat den so genannten Prolog der Dauerausstellung im Porsche Museum einleiten.

So bemerkenswert wie der Fund, so interessant und erstaunlich sind die Details rund um den P1 selbst, über die Porsche in einer Pressemeldung informiert. Der P1 war eines der ersten in Österreich zugelassenen Kraftfahrzeuge, das am 26. Juni 1898 durch Wien rollte. Angetrieben wurde er von einem kompakten, nur 130 Kilogramm schweren Elektroantrieb mit drei PS Leistung. Mit Überlastung waren kurzzeitig fünf PS möglich, womit der Ur-Porsche bis zu 35 km/h erreichte. Mit einem Regler konnte die Geschwindigkeit in 12 Stufen gewählt werden. Bemerkenswert auch die Reichweite: Die betrug schon damals, vor immerhin 116 Jahren, 80 Kilometer.

Im September 1899 wurde es dann besonders spannend für Ferdinand Porsche und seine erste Fahrzeugkonstruktion. Anlässlich der Internationalen Motorwagen-Ausstellung in Berlin wurde am 28. September eine „Preiswettfahrt für Elektromobile“ über eine Distanz von 40 Kilometern ausgeschrieben. Ferdinand Porsche und sein P1 gewannen das Rennen souverän mit 18 Minuten Vorsprung – und das mit drei Passagieren an Bord. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer war mit technischen Problemen ausgefallen. Weil der P1 unter allen teilnehmenden Fahrzeugen im Stadtverkehr den geringsten Energiebedarf hatte, siegte Porsche auch in der Wirtschaftlichkeitswertung. „Eigentlich ist das also der erste Rennsieg für Porsche gewesen“, sagte der Leiter des historischen Porsche-Archivs, Dieter Landenberger, bei der Pressepräsentation.

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  • Ab 1. Februar 2014 steht der Porsche Nummer 1 zum 5. Museums-Geburtstag erstmals in der Ausstellung, Foto: Porsche
  • Kompakter Elektroantrieb mit drei PS, Foto: Porsche
  • In alle wichtigen Bauteile schlug Porsche das Kürzel P1 für Porsche Nummer 1 ein, Foto: Porsche
  • Die Gesamtreichweite des P1 betrug erstaunliche 80 Kilometer, Foto: Porsche
  • Aus dem Dornröschenschlaf geholt, Foto: Porsche
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