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Die Nutzfahrzeug-IAA wirft ihre Schatten voraus

Future Truck 2025 nennt Mercedes-Benz seinen autonom fahrenden Lkw-Sattelzug. Premiere hatte die Studie auf einem noch nicht freigegebenen Teilstück der neuen Autobahn A 14 bei Magdeburg.

Zum Internationalen Presseworkshop des VDA Ende Juni in Frankfurt hatte Daimler-Nutzfahrzeugvorstand Dr. Wolfgang Bernhard lediglich angedeutet, dass Mercedes zur Nutzfahrzeug-IAA etwas ganz besonderes zeigen werde. Anfang Juli stellte Mercedes dann im Rahmen einer internationalen Presseveranstaltung das IAA-Highlight in Magdeburg vor: den autonom fahrenden Future Truck 2025. Rund 300 Nutzfahrzeugjournalisten aus 32 Ländern erfuhren in Vorträgen und Workshops zunächst, wie aus Daimler-Sicht das „Transportsystem der Zukunft“ aussehen kann. Angesichts des weiter wachsenden Straßengüterverkehrs müssen die Lkw noch effizienter und sicher werden. Viele der dazu nötigen technischen Lösungen sind in Form von Assistenzsystemen heute schon vorhanden. Hinzu kommen muss die Vernetzung, das heißt die Kommunikation der Fahrzeuge untereinander und die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und der Straßeninfrastruktur. Dann kann der nachfolgende Verkehr beispielsweise vor einem Stau hinter einer Kurve, vor einer Nebelbank oder vor Glatteis gewarnt werden. Und ein Navigationssystem, dass zum Beispiel auch Steigungen kennt, kann helfen die Fahrweise noch kraftstoffsparender an die Topografie anzupassen. Von da ist es nur noch ein weiterer Schritt zum selbstfahrenden Lkw.

Dessen Premiere präsentierte Daimler Trucks den Journalisten schließlich auf einem bereits weitgehend fertiggestellten, aber noch nicht für den Verkehr frei gegebenen Teilstück der neuen Autobahn A14. Die soll künftig zwischen Magdeburg und Schwerin die Verbindung von der A2 im Süden zur A24 in Norden herstellen. Mit mehreren Pkw und Nutzfahrzeugen simulierte der Hersteller dazu vor der Journalistentribüne dichten Autobahnverkehr – mittendrin ein auffälliger Mercedes-Sattelzug mit der Aufschrift „Future Truck 2025“. Denn bis dieser Truck tatsächlich am Verkehrsgeschehen teilnehmen kann, werden wohl noch zehn Jahre vergehen, schätzt Mercedes. Die Premierendemonstration war dennoch schon heute beeindruckend. Nachdem der Fahrer den Truck an der Autobahnauffahrt in den fließenden Verkehr eingefädelt hat, übernimmt der „Highway Pilot“. Der Fahrer kann die Hände vom Steuer nehmen, seinen Sitz um 45 Grad nach innen drehen und sich der weiteren Transportplanung widmen, E-Mails beantworten, im Internet Informationen über die nächste Raststätte abrufen oder auch ganz einfach ausruhen. Derweil rollt der Lkw im Verkehr mit und das höchst effizient, wie ein sehr gut ausgebildeter Fahrer. Für Einsatzfahrzeuge macht er automatisch Platz oder weicht auf dem Standstreifen stehenden Fahrzeuge aus. Nur wenn ein langsames Fahrzeug überholt werden soll, muss der Fahrer kurz übernehmen. Dank vieler Sensoren, Kameras und starker Rechnerleistung fährt der Lkw auf der langen Autobahnstrecke autonom. Zur IAA in Hannover will Mercedes-Benz die vollständige Studie des Future Truck vorstellen.

Presseworkshop des VDA

Beim Presseworkshop des VDA, eine Woche zuvor, hatte VDA-Präsident Matthias Wissmann  berichtet, dass die positive Entwicklung der Konjunktur im Nutzfahrzeug-Markt auch der IAA im September Rückenwind verschaffe. Der Anmeldestand sei gut, alle wichtigen Hersteller und viele Zulieferer werden auf der „weltweit wichtigsten Leitmesse für Transport, Mobilität und Logistik“ wieder vertreten sein. Anschließend gaben die Vorstände der führenden Nutzfahrzeughersteller, von Daimler über MAN, Iveco, Scania und Volvo, bis Ford und VW, Einblicke in ihre Pläne und ihre Sicht auf die Zukunft des Transportmarktes. Auflieger- und Anhänger-Hersteller waren durch Schmitz Cargobull und Kögel vertreten, die Bushersteller durch Daimler mit EvoBus. Die Rolle der Zulieferer beleuchtete ZF-Vorstand Hankel. Deutlich wurde dabei, was auch zur IAA die Schwerpunkte sein werden: Kraftstoff- und Transporteffizienz werden die zentralen Themen sein, denn Nutzfahrzeuge müssen Geld verdienen. Für ihre Akzeptanz kommen die Themen Sicherheit und Umweltverträglichkeit hinzu. Damit stehen auch hier alternative Antriebe zur Diskussion – vor allem im städtischen Lieferverkehr.

IAA-Nutzfahrzeuge: Termine

Die IAA Nutzfahrzeuge verspricht alos spannend zu werden.  Am 23. September ist Tag der Pressekonferenzen im Congress Center der Messe. Abends ab 19.00 folgt der Abend der Nutzfahrzeugpresse mit Preisverleihung „Truck/Van/Bus of the Year“. Der folgende Mittwoch, 24. September ist Pressetag. Nach der Eröffnungsfeier am Donnerstag ab 10.00 Uhr ist die Nutzfahrzeug-IAA dann vom 25. September bis 2. Oktober für das Publikum geöffnet. In der Abschluss-Pressekonferenz ziehen VDA und Aussteller am 2. Oktober um 11.30 Uhr ihr Resümee der Messetage.

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  • Autonom unterwegs im dichten Autobahnverkehr, Foto: Daimler Trucks
  • Wie die anderen Fahrer bildet auch der Future Truck eine Rettungsgasse, Foto: Daimler Trucks
  • Daimler Nutzfahrzeug-Chef Dr. Wolfgang Bernhard präsentierte das neue Transportkonzept, Foto: Daimler Trucks
  • Der Fahrer: ganz entspannt auf der Langstrecke, Foto: Daimler Trucks
  • Hindernis am Straßenrand, der Future Truck weicht selbständig aus, Foto: Daimler Trucks
  • Ein (noch) ungewohntes Bild beim Blick in das Fahrerhaus des fahrenden Lkw, Foto: Daimler Trucks
Ein Fahrbericht aus der Zukunft

Lesen Sie hier einen Fahrbericht als PDF von Daimler Trucks über eine Fahrt mit dem Future Truck.

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