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Das Sillicon Valley lag am Maschsee

Neun Tage lang gab sich die komplette Nutzfahrzeugindustrie auf der IAA in Hannover ein Stelldichein. Neben dem Blech spielten die vernetzte Welt und die E-Mobilität die Hauptrollen.

Blickt man auf die letzten IAA zurück, so standen in erster Linie Blech und Motoren im Vordergrund des Interesses. Sprach man vor Jahr und Tag über Euro 6, Lang-Lkw oder verbrauchsoptimierende Komponenten, so hatte in diesem Jahr die „Neue Welt“ endgültig Einzug gehalten in die Transportwirtschaft.

Unter dem Label „New Mobility World“ fasste der Verband der Automobilindustrie (VDA), der Ausrichter der IAA, alle neuen Trends und Entwicklungen zusammen. Und weil nahezu jeder Hersteller sich „new“ geben wollte, war das Markenlogo auch an nahezu allen Ständen zu sehen.

Dass das Ganze auch optisch präsent war, dafür sorgten die Hersteller selbst. Demonstrativ liefen hochrangige Manager in Jeans und offenem Hemd, ganz im Stil des Sillicon Valley, über ihre Stände. Oder sie steckten sich in mintfarbene Anzüge, um zu zeigen, wie modern sie sind. Um nicht falsch verstanden zu werden: Das tat dem Ganzen nur gut, entspannte das doch vielerorts die sonst eher steife Vorstellung des einen oder anderen Unternehmens. Und es signalisierte nicht zuletzt: Wir sind jung, wir schauen nach vorne und wir sind erfolgreich. Was auch für die gesamte Stimmung auf der IAA galt: Die Branche ist optimistisch.

Produktseitig gab es eine Menge zu schauen. Daimler zum Beispiel gestattete mit ihrem Vision Van, ihrem Urban E-Truck und dem Future Bus einen Blick in die Fahrzeugzukunft. Iveco demonstrierte mit einem Konzeptfahrzeug, wie die Welt der Fahrer zukünftig aussieht. Und der Volkswagen-Konzern mit seinen Nutzfahrzeug-Marken MAN, Scania und Volkswagen Nutzfahrzeuge zeigte beispielsweise mit den neuen Transportern VW Crafter und MAN TGE, dass der Nahverkehr immer bedeutender wird. Wie Lkw-Hersteller sich vorstellen, wie Transporte zukünftig vernetzt und verwaltet werden, zeigen Aktivitäten und Programme wie UpTime oder Advance von Daimler oder RIO von Volkswagen. Dass dabei das Smartphone und das Tablet mit zahlreichen App-Anwendungen zum Zentrum der Aktivitäten werden, versteht sich schon von selbst.

Als umfassende Systemlieferanten wollen sich zukünftig die Komponentenhersteller, Zulieferer und Ausrüster verstanden wissen. Unternehmen wie Bosch, BPW Bergische Achsenfabrik, Continental oder ZF verknüpfen Digitalisierung und E-Mobilität auf konsequente Weise. Kein Anbieter, bei dem diese Systeme nicht im Mittelpunkt standen.  Gleichermaßen gilt das natürlich auch für die Anhängerhersteller wie Krone, Schmitz Cargobull oder Kögel, um nur die drei Großen aus Deutschland zu nennen. Die Thematik der Vernetzung zwischen Anhänger und Zugfahrzeug haben alle im Fokus.

Insoweit bot die diesjährige IAA einen interessanten Blick in die nächsten Jahre. Dass die Ökologie dabei nicht auf der Strecke bleibt, beweisen die Hersteller allesamt. Die Konzentration auf einen noch effizientere Antriebsstrang gepaart mit der stetigen Weiterentwicklung der E-Mobilität prägt neben der „New World“ immer noch das Bild der Nutzfahrzeugindustrie.

Werner Bicker

  • Foto: VDA
  • Foto: Joachim General
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  • Foto: Joachim General
  • Foto: VDA
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  • Foto: Joachim General
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