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24h-Rennen, das größte Auto-Rennen der Welt

Das 24h-Rennen ist der Höhepunkt aller Motorsportveranstaltungen am in diesem Jahr besonders „gebeutelten“ Nürburgring. Nach der Absage des Formel 1-Rennens und auch der Absage von „Rock am Ring“ fand der „Eifel-Klassiker“ zum 43. Male statt. Reifen- und Autoindustrie haben die Werbewirkung des weltweit größten Autorennens erkannt und waren sowohl mit Werkteams als auch mit riesigen „Bewirtungsburgen“ vertreten.

Sponsoren und Gäste
Der TÜV Rheinland hatte etwa 450 Gäste eingeladen und den „geldwerten Vorteil“ an das Finanzamt vorab überwiesen. In der Einladung war auch zu lesen, dass die Eingeladenen doch bitte zu Hause ihre Chefs unterrichten möchten. Auch in Deutschland sind die Firmen vorsichtiger geworden. Gleichwohl war das Engagement der Unternehmen für ihre Kunden gigantisch. Schließlich ist das „Autoland“ Deutschland sowohl für den Export als auch für den Import ein wichtiger Markt für Automobile.

Bei AMG-Mercedes etwa bekamen die Fans viel geboten, mussten aber ihr Bier und Es-sen selbst bezahlen. Hervorragend der Blick von einem Turm auf die Eingangskurve zur Nordschleife, man schaute von oben auf die Rennwagen. Auch die Japaner waren stark vertreten: Nissan hatte im Bereich ADVAN-Bogen sogar Übernachtungsmöglichkeiten in Containern für die eingeladenen Gäste aus aller Welt vorgehalten. Die BMW-Gäste konnten das Rennen aus einer Gondel verfolgen, die eingangs des Streckenabschnitts ‚Hatzenbach‘ 30 m oberhalb der Rennstrecke schwebte.

Beim TÜV Rheinland konnte man neben gutem Essen in dem zweistöckigen Zelt das Rennen sowohl an Bildschirmen als auch außerhalb in einem ‚Biergarten‘ an der Schikane verfolgen. Bereichsleiter Mobilität, Prof. Dr. Jürgen Brauckmann, interviewte Rennfahrer Frank Stippler, Rennteamleiter des Phoenix Teams Ernst Moser und viele andere. Es gab Autogrammstunden und TÜV-Rheinland-Mützen. Auch der Vorstandsvorsitzende des TÜV Rheinland,Dr.Michael Fübi, ließ sich sehen. Es ging familiär zu.

Das Rennen – viele Ausfälle
Etwa 160 Rennfahrzeuge starteten in drei Gruppen. Hierzu ist zu bemerken, dass unter-schiedliche Klassen und somit unterschiedliche Geschwindigkeiten durchaus auch zu Problemen führen. Hinzu kam, dass ein Unfall im Streckenabschnitt Flugplatz beim ersten Rennen der Saison ein Todesopfer gefordert hatte; ein Nissan GT3-Rennwagen war an einem Sprunghügel mit dem „Bug“ senkrecht aufgestiegen und über einen 4 Meter hohen Sicherheitszaun geflogen. Der sich mehrfach überschlagene Rennwagen traf einen Zuschauer tödlich.

Die Folge war, dass man eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 250 km/h an den Stre-ckenabschnitten ‚Flugplatz‘/‘Schwedenkreuz‘ sowie ‚Döttinger Höhe‘ einführte. Das ist „gewohnheitsbedürftig“. Autorennen mit Geschwindigkeitsbegrenzung – da kommt keine Freude auf!

Frank Stippler, erfahrener Nürburgringkenner und Gewinner des 24h-Rennens 2014 be-schrieb die Sache so: Du guckst immer auf das Display, ob du auch die Geschwindig-keitsbegrenzung einhältst. Dann regnet es. Dann ist vor dir ein langsames Fahrzeug, dass du überholen willst. Dann musst du wieder den Knopf für die eigene Geschwindigkeitskontrolle aktivieren. Gleichwohl musst du schnell sein, darfst aber 250 km/h nicht überschreiten. Das ist ein Wahnsinn!

AUDI gewinnt
Viele Top-Teams waren schon nach wenigen Stunden nicht mehr dabei; so hatten es auch die beiden neuen AUDI GT3  R8 LMS des vom TÜV Rheinland gesponserten Phoenix-Teams getroffen. Beide Fahrzeuge fielen in der Nacht durch technische Probleme und Unfälle aus. DTM-Fahrer Christian Vietoris setzte seinen AMG-Mercedes schon in der ersten Runde in die Leitplanken

Ein AMG-Mercedes verlor ein Rad. Es gab viele Unfälle, insbesondere bei dem einsetzenden Regen am Abend. Harald Grohs aus Essen, der das 24h-Rennen schon über 30mal bestritten hatte, meinte nur in einem Interview, dass seine Mitbewerber bei den schwierigen Wetterbedingungen mit Regen und „Nacht“ zu schnell fahren würden. „Da lagen“, so Harald Grohs, „alleine zwischen den Streckenabschnitten ‚Karussell‘  und ‚Hohe Acht‘  mehrere Millionen Euro im Graben“.

Das Rennen war spannend. 35 unterschiedliche Rennwagen übernahmen vorübergehend die Spitze – so etwas hatte es bisher nicht gegeben. Favoriten sterben – auch das ist bei einem 24h-Rennen normal. So erwischte es auch den lange führenden Frikadelli-Porsche mit der Lokalmatadorin Sabine Schmitz oder den BMW Z4 GT3 mit Claudia Hürtgen. Wie schon erwähnt, der AMG-Mercedes von Bernd Schneider verlor ein Rad und musste aufgeben.

Auch in der letzten Stunde wurde es nochmal spannend. AUDI und BMW lagen vorne – aber auch der Falken-Porsche hatte noch Chancen auf den Sieg. Spannung pur. Die Taktik war entscheidend. Schließlich gewann doch ein neuer AUDI GT3 R8 LMS des belgischen WRT-Teams mit 43 Sekunden Vorsprung vor einem BMW Z4 GT3. Der grün-blaue Falken-Porsche landete mit einer Runde Rückstand auf Platz 3. Ein super Ergebnis – der erste  AMG-Mercedes kamen als Fünfter ins Ziel.

Wieder mal ein tolles Rennen. 200.000 Zuschauer. Trotz aller Negativberichte – der Nür-burgring lebt!

Klaus Ridder

  • Hinter dem Safety-Car wird eine Einführungsrunde absolviert. Pünktlich um 16.00 Uhr ging‘s los, Foto: Klaus Ridder
  • Das Phoenix Racing Team mit zwei neuen AUDI GT3 R8 LMS wird vom TÜV Rheinland gesponsert. Beide Fahrzeuge fielen durch Unfälle infolge Öl auf der Rennstrecke aus, Foto: Klaus Ridder
  • Frank Stippler wird vom TÜV Rheinland gesponsert. Prof. Dr. Jürgen Brauckmann interviewt hier Frank Stippler, Foto: Klaus Ridder
  • Bei BMW ging es hoch hinaus. Aus einer Gondel konnte man das Geschehen auf der Rennstrecke von oben aus beobachten, Foto: Klaus Ridder
  • Der Reifenhersteller Falken ließ es im alten Fahrerlager qualmen. Driftshow vom Allerfeinsten, Foto: Klaus Ridder
  • Ein AUDI GT3 R8 LMS siegt beim 43. 24h-Rennen knapp vor einem BMW Z4, Foto: Klaus Ridder
  • Die Japaner waren sowohl mit Fahrern/Fahrerinnen als auch mit Autos stark vertreten, Foto: Klaus Ridder
  • Aufgrund eines Unfalls beim ersten Saisonrennen wurde an zwei Streckenabschnitten eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt und zusätzliche Sicherheitszonen wurden ausgewiesen, Foto: Klaus Ridder
  • 200.000 Zuschauer kamen zum Nürburgring und zelteten an der Rennstrecke, Foto: Klaus Ridder
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