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Peugeot 508 RXH Hybrid – So wenig Durst haben wenige

Auch wenn der Peugeot 508 RXH beim Taxivergleichstest den Sieg in der Kategorie Emotion wegen Lifestyle für sich verbuchen konnte und damit zum Taxi des Jahres gewählt wurde, ist er alles andere als „nur noch ein Lifestyle-Kombi“. Der große Peugeot Kombi ist nicht nur ein ehrenwürdiger und ebenbürtiger Nachfolger des in den 60er und 70ern des letzten Jahrhunderts allseits beliebten 404 Break (wie die Kombis damals von fast allen französischen Pkw-Herstellern – und damals gab es ja noch mehr als die übrig gebliebenen zwei -- unverkennbar französisch genannt wurden). Er ist ein überraschend sparsamer Zeitgenosse, in dem es der Löwenmarke als erstem Hersteller gelungen ist, den Diesel unkompliziert mit einem Hybridantrieb zu verheiraten.

Als Spitzenmodell der 508er-Baureihe ist der RXH luxuriös ausgestattet, auf keinem Platz eng oder unkommod und außerdem mit allen möglichen elektronischen Helfern aufgepeppt und damit auf den neuesten Stand der Verkehrssicherheit gebracht. Nein, von selbst bremsen wie inzwischen manche deutsche Autos kann er noch nicht, da hält sich Peugeot wahrscheinlich noch an die Wiener Konvention aus dem letzten Jahrhundert, als beschlossen wurde, dass der Fahrer eines Vehikels immer die allerletzte entscheidende Instanz für alles ist, was im Vehikel passiert. Also bremsen z.B., wenn man elektronisch einen Unfall vermeiden kann, darf man nach der Wiener Konvention nicht so ohne weiteres. Gut, dass es einige Vorreiter in der Auto-Industrie gibt, die sich über diese Konvention hinwegsetzen, weil sie tatsächlich eine solche altmodische Gewohnheit ist, die endlich abgeschafft werden muss.

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Foto: Peugeot

Zurück zum RXH, der wirklich als Kombi nicht nur eine sportliche und ausgesprochen sparsame Familienkutsche ist oder  eben ein Taxi, sondern auch als hochvornehmer Dienstwagen noble Gäste chauffiert, als Sportsvehikel schon einmal das Surfbrett oder den Golfsack oder als Jagdgenosse auch den Hund – oder bei kleinen Zeitgenossen schon mal mehrere für die Treibjagd. Dafür kann man den Teppichbelag im Kofferraum umdrehen und hat eine vollständig bis zur Oberkante der Rücksitzlehnen reichende Gummiwanne, die einfach zu reinigen ist. Und schon geht’s wieder weiter im steifen Stenz oder Nadelstreifenanzug. Unnötig, zu erwähnen, dass die Kofferraumabdeckung auch als Ablage für den Bowler oder den Borsalino dienen kann. Und das feine Gepäck drunter mit allerhand Zurreinrichtungen rutsch und kratzfest verankert werden kann. Dass man das alles hell und freundlich belichtet erkennen kann, ist das Ergebnis des riesigen Panoramadaches, das allerdings auch das grelle Sonnenlicht hineinlässt, wenn man nicht rechtzeitig mit dem automatischen Rollo abdunkelt.

Hingucker an den Armaturen vor dem Lenkrad mit Multifunktionstasten für alle möglichen Funktionen, sodass man fast einen Lehrgang braucht wie früher für die Schreibmaschine, ist zweifelsohne das Rundinstrument, in dem üblicherweise der Drehzahlmesser seine Anzeigearbeit tut. Nicht beim RSX. Dort zeigt eine Verbrauchsanzeige, wie ökonomisch-ökologisch man eben fährt; ob man Treibstoff spart und elektrisch fährt, den Akku eben auf- oder durch zu unsanften Druck aufs Gas- bzw. Fahrpedal entlädt. Ob genug Saft da ist, nahezu geräuschlos im Stadtverkehr mit zu schwimmen oder ob man auf der Autobahn den Dieseltank strapaziert, dafür aber beim Bremsen gleich wieder den Akku auflädt.

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Foto: Peugeot

Die gleiche Gestaltungs-Sorgfalt wie innen gilt für die Karosserie außen, dort laufen Kunststoffprotektoren rundherum, die vor Türschrammen aus Parkhäusern oder von inzwischen überall zu engen Parkplätzen schützen.

Zum Antrieb. Mit der Koppelung des Dieselantriebes mit einem an der Hinterachse wirksamen Elektromotor belegt der RXH bereits einen Verbrauchsspitzenplatz. Und Peugeot gibt beim RXH 508 Hybrid4 auch noch den Allradantrieb dazu, der den Kombi auch allwegstauglich macht. Wieder mal ein Allradler, der sich nicht nur in Wald und Flur bewährt, sondern sich auch vor Theater, Concert Hall und Oper sehen lassen kann.

Der Verbrauch dieses Fahrzeuges mit werkseitig angegebenen 4,1 Litern/100 km ist sensationell für einen 147 kW-Antrieb (entspricht 200 PS!), selbst der Verbrauch im „Normalgebrauch“ liegt nur bei eben mal knapp über 4 Litern. Was zur Zeit dank einigermaßen ziviler Spritpreise sehr zum Leidwesen des noch amtierenden oder künftigen Finanzministers nicht mal sechs Euro ausmacht – oder sechs Cent je km. Reiner Dieselverbrauch eben, dessen Höhe bzw. Niedrigstand die Gesamtkosten des RXH Hybrid4/km auf Bestwerte trimmt.

mpp

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Foto: Peugeot

Die wichtigsten Daten des Peugeot 508 RXH Hybrid4:

  • Länge/Breite/Höhe in mm 4.823/ 1.864*/ 1.521 *)mit Spiegel 2.068)
  • Radstand 2.815 mm
  • Leergewicht 1.910 kg
  • Zuladung 415 kg
  • Kofferraum  400 – 1.360 l
  • Reihen-Vierzylinder-Dieselmotor mit Commonrail-Einspritzung
  • Hubraum 1.997 Kubikzentimeter
  • Leistung kW/PS 120/165 bei 3.750 U/min,
  • maximales Drehmoment 300 Nm bei 1.750 U/min
  • Elektromotor (an der Hinterachse) mit 151-269 Volt Betriebsspannung
  • Leistung max. 27 kW (entspricht 36,7 PS), Dauerbetrieb 20 kW (entspricht 27,2 PS)
  • Beschleunigung 0 – 100 km/h in 8,8 sec
  • Vmax 213 km/h
  • EU-Normverbrauch im Mittel 4,1, Testverbrauch 4,2 l
  • Tankinhalt  70 l
  • Abgasnorm Euro 5
  • CO2 Ausstoß: 107 g/km

Preis der Basisausführung des Peugeot 508 Hybrid4: 42.850 Euro
Zusatzausstattung des Testwagens: 4.400 Euro

Stand 12/2013

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