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Mit Mazdas MX-5 durch die kalte Jahreszeit

Härtetest für Fahrer und Beifahrer? - Keineswegs, wenn die Sonne lacht, schrecken auch niedrige Temperaturen nicht, das Roadster-Dach zu öffnen.

Eigentlich ist ein Cabrio und erst recht ein Roadster ja nicht gerade ein Winterauto. Eigentlich. Der MX-5, der Mitte Januar für einen Fahrbericht auf dem Redaktionsparkplatz stand, sollte beweisen, dass der Mazda-Roadster auch in der kalten Jahreszeit Spaß macht. Im Übrigen kam der MX-5 als Roadster Coupé, also mit festem Dach. Da rümpfen die echten Roadster-Fans zwar die Nase, denn ein Roadster ist nur mit Stoffverdeck wirklich ein Roadster.Aber mit dem festen Klappdach konnte uns auch ungemütliches Wetter nicht schrecken.

Der MX-5, der mit der Markteinführung 1990 das Roadster-Segment auch bei uns beeindruckend wiederbelebt hatte, ist seit 2006 in der inzwischen 3. Modellgeneration auf dem Markt. Das Roadster Coupé mit elektrischem Klappdach ist in Deutschland seit 2007 lieferbar. Zwischendurch gab es einige optische und technische Änderungen, aber nach acht erfolgreichen Jahren steht nun eine neue Generation in den Startlöchern. Im Herbst 2014 soll das vierte MX-5-Modell kommen. Auf dessen neuer Plattform wird es dann auch einen neuen Alfa Spider geben.

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Temperaturen im Plus und Sonne: So macht offen fahren mit dem MX-5 auch im Winter Laune, Foto: Sommer

Jetzt aber erst einmal noch die dritte Generation, die keineswegs einen betagten Eindruck macht, sondern auch dank Facelift mit klarem, sportlichen Design nach wie vor ein Hingucker ist. Das gilt durchaus auch mit geschlossenem Dach. So richtig schick aber ist der MX-5 natürlich, sobald er sich mit zurückgeklapptem Dach als echter Roadster offenbart.

Unter der Motorhaube arbeitet in unserem Testwagen der kleinere der beiden lieferbaren Vierzylindermotoren mit 1,8 Liter Hubraum und 93 kW/126 PS. Der sorgt mit sportlich-kernigem Motorengeräusch für völlig ausreichenden Vortrieb und schafft auf der Autobahn locker um die 200 km/h Spitzengeschwindigkeit. Dann allerdings ist es auch unter dem festen Klappdach des Roadster Coupé recht laut. Die Domäne des MX-5 ist aber auch eher die Landstraße. Hier lässt es sich so richtig schön cruisen. Der elastische Vierzylinder erlaubt dabei eine schaltfaule Fahrweise im fünften Gang. Spaß macht der MX-5 aber vor allem bei sportlicher Fahrweise über kurvenreiche Strecken. Der Roadster-typische niedrige Schwerpunkt und das gut ausbalancierte Fahrwerk sorgen dafür, dass fast schon Go-Cart-Feeling aufkommt. Der MX-5 lässt sich höchst agil um die Kurven treiben, unterstützt von einer präzisen und sehr direkten Lenkung. Serienmäßiges ABS und dynamische Stabilitätskontrolle DSC mit Traktionskontrollsystem TCS bieten dabei die nötige Sicherheit.

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Foto: Sommer

Fahrer und Beifahrer sitzen in dem flotten Zweisitzer recht tief, aber ausgesprochen bequem. Der Fahrerarbeitsplatz ist funktional, alle Schalter und Bedienelemente sind da, wo sie hingehören. Lediglich zum Öffnen der Tankklappe mussten wir dann doch das Handbuch zu Rate ziehen. Die Klappe wird über einen Zug entriegelt, der sich im Ablagefach in der Rückwand zwischen den Sitzen befindet. Das muss man halt wissen.

Natürlich ist der Innenraum insgesamt Roadster-typisch auch im MX-5 eher klein. Das aber hat durchaus auch Vorteile – vor allem im Winter. Die kräftige Heizung der Klimaanlage erwärmt das Innere in Windeseile. Die Sitzheizung, die es als Sonderausstattung in Verbindung mit Ledersitzen für 900 Euro Aufpreis gibt, haben wir nicht vermisst. Ja die Heizung schafft es sogar, dass es auch bei geöffnetem Dach trotz Temperaturen wenige Grade über Null, vergleichsweise warm bleibt. Denn ganz klar, sobald sich die Sonne zeigte, war offen fahren angesagt. Dazu wird das Klappdach manuell entriegelt und faltet sich dann elektrisch innerhalb weniger Sekunden hinter den Sitzen auf. Das kleine serienmäßige Windschott zwischen den Sitzlehnen trägt dazu bei, dass der Fahrtwind lediglich kühl über die Köpfe streicht. Das ist Fahrspaß und Roadster-Feeling pur, auch im Winter. Nun gut, wir hatten Glück mit dem Wetter. Es gab im Januar tatsächlich schöne sonnige Tage mit immerhin einstelligen Plusgraden. Da muss man nicht auf den Frühling warten, um das Dach ganz weit zu öffnen.

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Auch geschlossen macht das Roadster Coupe eine gute Figur Foto: Mazda

Ach ja, fehlt noch die Frage nach der Alltagstauglichkeit. Ist der MX-5 nur ein Spaßauto, das sich bestenfalls als Zweitwagen für den Sonntagsausflug eignet? Klare Antwort: Ja und nein. Ja, der MX-5 ist ein Auto, das wirklich Spaß macht. Selbstverständlich ist der flotte Roadster auch als Familienauto gänzlich ungeeignet. Dennoch besitzt er das nötige Maß an Alltagstauglichkeit. Zum Beispiel der Kofferraum: Der fasst 150 Liter, das reicht locker für zwei Sprudelkisten plus Wochenendeinkauf. 150 Liter Kofferraum, das reicht auch für das Gepäck in den Wochenendausflug. Und soll es doch mehr sein, was mitzunehmen ist, dann setzen viele MX-5-Fahrer inzwischen auf die zusätzliche Kofferbrücke auf dem Kofferraum – ganz so wie es die frühen Ur-Roadster-Fahrer auch schon hielten. Dabei darf das Ziel durchaus auch etwas weiter entfernt sein, denn auch für die Langstrecke ist der MX-5 ausreichend bequem.

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Foto: Mazda

Die wichtigsten Daten des des Mazda MX-5 Roadster Coupe, 1,8

  • Länge/Breite/Höhe : 4.020/1.720*/1.255 mm,  *) ohne Spiegel
  • Radstand 2.330 mm
  • Leergewicht 1.150 kg
  • Zuladung 575 kg
  • Laderaum 150 l
  • vorne längs eingebauter Viertakt-Ottomotor
  • mit vier Zylindern in Reihe
  • Hubraum 1,798 ccm
  • Leistung kW/PS 93/ 126 bei 6.500 U/min,
  • maximales Drehmoment 167 Nm bei  4.500 U/min
  • Beschleunigung auf 100 km/h  9,9 Sekunden
  • Vmax 198 km/h
  • EU-Normverbrauch im Mittel 7,1 l, Testverbrauch 9,9 l
  • Tankinhalt 50 l,
  • Abgasnorm Euro 5,
  • CO2 Ausstoß: 167 g/km

Preis des Testwagens (Ausstattung Center-Line):  25.190 Euro
+ Metallic-Lackierung: 540 Euro

Stand 1/2014

25 Jahre MX-5

Der kleine Mazda Roadster feiert 2014 Jubiläum. Hier die Mazda-Presseinfo mit der Erfolgsgeschichte

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