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Fiat Tipo, Jahrgang 2016

Wie ein Golf, aber viel günstiger

Gewiß, der große Diesel-Kombi aus der allerneuesten Baureihe von Fiat, des Tipo also, kostet auch eben mal 20.000 € in der Basis-Version. Ein vergleichbarer Golf jedoch, ebenfalls in der Basisversion, jedoch mit 10 PS weniger – habe ich eben ausgerechnet – ist nicht unter 25.000 € zu haben. Und dann fehlt dem auch noch die eine oder andere Ausstattung, die es beim Tipo serienmäßig gibt.

Für Fiat ist der Tipo eine Art Revival; es gab ihn schon mal, allerdings nur bis 1995. Damals sollte er die Mittelklasse umkrempeln, war aber in den von Turin als „Nordische Länder“ bezeichneten Regionen wegen einigen auffälligen Verarbeitungsmängeln kein Erfolg. Jetzt, nachdem man sich als FiatChrysler vor allem mit den Erfolgen in den USA und dem erfolgreichen Cinquecento samt Derivaten wieder ein wenig finanzielle Luft verschafft hat, wird ein neuer Versuch gestartet zusammen mit dem türkischen Montagepartner Tofas.

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Foto: Fiat

Und der scheint zu gelingen, sieht doch der Tipo richtig gut aus. In der Modewelt würde man vergleichen zwischen dem eher schlichten Boss-Label und dem edlen, eleganten Zegna. Da Fiat sich für Maserati sowieso Ermenegildo Zegna als Partner für edles Innendesign ausgesucht hat, liegt nahe, daß das auch auf den neuen Tipo abfärbt. Und in der Tat, das flotte italienische Wägelchen, das in der Türkei gebaut wird, ist molto chic und elegant, wie man es in dieser Wagen- und Preisklasse nicht erwartet.

So erklärt sich auch der Erfolg des Tipo, den es schon seit Februar in der Stufenheck-Version zu kaufen gibt. Da aber der deutsche Auto-Normalverbraucher mehr auf Schrägheck oder Kombi steht, hat Fiat nun den Kombi und den Fünftürer für die „Nordländer“ aufgelegt. Wobei der Fünftürer sofort und der Kombi etwa ab Herbst in Deutschland zu haben sein wird. Dabei stehen für die Basisversion des Fünftürers 13.990 € in der Preisliste, das sind 1.000 € mehr als der Basispreis der Limousine  Der sich später dazu gesellende Kombi wird in der Basisversion mit demselben Aufschlag wie von der Limousine zum Fünftürer zu Buche schlagen; jeweils 2.000 € Aufpreis kosten die Diesel gegenüber den Benzinern und je  nochmals 1.000 € ist die Differenz zwischen der Ausrüstung mit von der leistungsschwächeren zur leistungsstärkeren Variante.

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Foto: Fiat

So bildet sich der Preis des Diesel-Kombis der Tipo-Baureihe mit der Multijet-Ausstattung und 120 PS: 19.990 €.

Was die Ausstattung der Fahrzeuge anbetrifft, sind sie bereits in der aus der Musik entliehenen Bezeichnung Pop (!, nicht von Fürstin Gloria) genannten Basisversion recht umfangreich; da gibt es schon für den niedrigsten Preis ein angenehm fahrbares sowie gut und sicher ausgestattetes Auto, wo es bei Mitbewerbern vor allem deutscher Herkunft eben mal eine einfache Karosse mit der allernotwendigsten Ausstattung ist – ähnlich wie beim diesem Fortbewegungsmittel der rumänischen Renault-Tochter. Oder: s.o.

Zu fahren ist der neue Tipo ausgesprochen angenehm; straffe Lenkung, leichtgängige Schaltung, mit der man jeden der sechs Vorwärtsgänge ohne Hakeln trifft. Eine sofort ansprechende Bremse mit ABS und dem auf jedes Rad getrennt einwirkenden ESC bremst unter dem Bremsassistent und (auf Wunsch) dem City-Notbremsassistent mit Gefahrenerkennung sicher – und bei Gefahr heftig – ab und hilft, Unfälle zu vermeiden oder deren Folgen deutlich zu mindern. Ich habe mir die Funktionsfähigkeit dieser Systeme bestätigen lassen, ansonsten aber nach italienischer Art Gas gegeben. Vole accelare, macchina! Und das tut der Tipo überraschend gut bereits mit dem Benziner, noch besser mit dem Diesel, der enorm viel Drehmoment auf die Kurbelwelle wuchtet. Während der 120-PS-Benziner mit 200 Nm bei 1750 U/min auskommen muß, sind es beim gleich starken Diesel über die Hälfte mehr der Drehmoment-Meßeinheit: 320 Nm. Das drückt beim leichtgewichtigen Tipo bereits die Passagiere in die Rückenlehnen, wenn der Fahrer ordentlich aufs Gaspedal tritt. Was in Italien und speziell rund um Turin ja üblich ist. Und dabei hängt er jederzeit am Gaspedal, lenkt direkt, zieht sauber in die Kurven (und genauso wieder raus), kurz, läßt sich sportlich genauso fahren wie kommod.

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Foto: mpp

Im Innenraum fühlen sich Fahrer und Passagiere wohl, die Einrichtung ist italienisch, elegant und doch schlicht, eben mit Geführ für Schwung im Design. Das zeigt sich auch aussen, besonders am Minispoiler vor den beiden Hinterräder, die die Luftverwirbelungen an den Hinterrädern nochmals extra verringern.

Der Kombi faßt erstaunlich viel Ladegut, im Normalzustand 520 l; klappt man die assymetisch teilbaren Rücksitze vor, scheint der Laderaum unendlich und erinnert an die VW-Passat-Werbung mit dem Hall auf dem Ruf des Gepäcksuchenden. Und beim viersitzer-Gebrauch müssen sich die Hinterbänkler nicht mit schmalen Sitzen und blauen Flecken an den Knieen rumschlagen, hier geht’s platzmäßig eher für Germanen als für die „zwei kleinen Italiener“.

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Foto: Fiat

Und nachdem der neue Tipo erst neulich den Preis des „Best buy Car of Year 2016“ von „Autobest“ gewann, ist bestätigt, dass er wirklich günstiger ist als ein Golf, aber im Preis inbegriffen schon sehr gute Ausstattungen, viel Sicherheit und italienische Fahrfreude ist.

mpp   

Die Einstiegsversion Pop, die es nur für die beiden 95-PS-Basismotorisierungen gibt, bringt unter anderem eine Klimaanlage, ein Radio mit USB- und Aux-Anschlüssen, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, geteilt umklappbare Rücksitze und eine Berganfahrhilfe sowie elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel mit. Die mittlere Linie Easy hat das Uconnect-Radiosystem mit Fünf-Zoll-Touchscreen, Audiostreaming und Bluetooth, Lederlenkrad mit Multifunktionstasten, Lederschaltknauf und elektrische Fensterheber auch hinten. Der Tipo Lounge bietet ein noch einmal größeres Touchscreen-Display (sieben Zoll), eine Geschwindigkeitsregelanlage, Abbiegelicht, Licht- und Regensensor, eine Mittelarmlehne und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Für 1250 Euro kann das Topmodell noch mit Tom-Tom-Navigationssystem und digitalem DAB-Audioempfang, Rückfahrkamera mit dynamischen Führungslinien, hinteren Parksensoren und einer elektrischen Lordosenstütze aufgerüstet werden. Auch für die beiden anderen Ausstattungslinien stehen eine Reihe von Zusatzpaketen zur Wahl, mit denen sich das Fahrzeug der nächst höheren Versionen annähert. Dann ist es allerdings nicht mehr ganz so einfach mit der Preisrechnerei.

(Freundlichst G.Klaut von amp/net)

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Foto: Fiat

Die wichtigsten Daten des Fiat Tipo 5-Türer 1.6 Multijet (in Klammern Kombi)

  • Länge x Breite x Höhe (m): 4,37 (4,57) x 1,79 x 1,50 (1,51)
  • Radstand (m): 2,64
  • Motor: Vierzylinder-Reihen-Turbodiesel, 1598 ccm
  • Leistung: 88 kW / 120 PS bei 3750 U/min
  • Max. Drehmoment: 320 Nm bei 1750 U/min
  • Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
  • Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 9,7 Sek.
  • Verbrauch (Durchschnitt nach EU-Norm): 3,7 Liter
  • CO2-Emissionen: 98 g/km (Euro 6)
  • Effizienzklasse: A+
  • Leergewicht / Zuladung: 1370 kg / 425 kg (1395 kg / 475 kg)
  • Kofferraumvolumen: 520 (550) Liter
  • Cw-Wert: 0,29

Basispreis: 19.190 Euro


Stand 06/2016

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