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Fiat 500, der X.te 500 X schreibt die 500er-Kultstory weiter

Dem eigentlichen Kultauto Nuovo Conquecento als dem Fiat 500 dieses Jahrtausends, folgten fast ein Dutzend Abwandlungen, Aufmotzungen, Varianten, Neuinterpretationen. Die letzte wurde eben vorgestellt und wird mit einem Werbespot beworben, der die blaue Pille zum Wachstumshormon für den 500er erkoren hat. Sie fällt einem älteren Herrn nicht in den Mund, sondern über eine Dachrinne und das flatternde Leintuch der Nachbarin direkt in den Einfüllstutzen des an der Tankstelle auf Befüllung wartenden Cinquecento. Und der wächst natürlich prompt zum Cinquecento Cross, einer Kreuzung aus geländefähigem sowie citytauglichen Viertürers der derzeit am stärksten wachsenden Fahrzeugkategorie des kleinen SUVs. Wobei sicher hier die Bezeichnung nicht bezeichnend ist für eine deutsche phonetische Assoziation.

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Foto: Klempp

Ich habe den 500 X schon gefahren, in den Alpen nahe der Zugspitze, auf Talstarassen rund um Innsbruck und Bergstrecken zwischen oberhalb Telfs und Leutasch, die sich gewaschen haben. Dem Cinquecentro Cross sieht man von weitem schon seine Familienzugehörigkeit an. Aus der Nähe verblüffen die vier Türen; öffnet man sie, erstaunt die Größe des kleinen SUVs. Da hat eine komplette junge Familie drin Platz, ein Hund auch noch, wenn’s kein Riese ist. Für den Urlaub allerdings sollte die Familie dann eher auf den 500 L zurückgreifen können, ebenfalls ein Ableger des nuovo Cinquecento, den es schon ein Weilchen für die große junge Familie gibt. Der nämlich hat sieben Plätze oder fünf und viel Platz, ist ein wenig gestreckter und auch ein wenig unscheinbarer als der Cross, den es in der citytauglichen Version und auch geländegängig mit Vierradantrieb gibt.

Spaß machen beide Neulinge der 500-Familie, sozusagen als fast eineiige Zwillinge auch zum Verwechseln ähnlich. Zunächst das Einsteigsmodell in der City-Version mit dem kleineren Diesel und einer Handschaltung. Behende durch die Stadt, mit kleinen Einlenkradien auch für winklige Gassen gut geeignet, also typisch für italienische Konstruktionen, die auf enge Strassen und winklige Altstädte oben auf den Bergen Rücksicht nehmen müssen. Aber dann oben angekommen, kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass der Cityflitzer nicht untermotorisiert ist. Dann der mittlere Crosser mit Vierradantrieb. Er schnürt auch Fahrwege durch die verschneiten Alpen munter durch, wobei man nur aufpassen muss, dass der Schneeräumer auch wirklich immer auf dem Weg geblie-ben ist und nicht der eine oder andere Schneeberg an der Seite eben doch eine Schneewehe ist und nicht der feste, weggeräumte Schnee. Auch hier, im mehr unwegsameren Gelände, steht der Cross sein Kreuz, läßt sich leichthändig lenken und mit dem Gasfuß das eine oder andere Mal auch ein bißchen in oder aus den Kurven schieben.

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Foto: Klempp

Noch agiler und kraftvoller der GeländeCrosser mit 4x4-Antrieb, Zweiliter-Multijet-Diesel (140 PS, auf den 170PS-Diesel muss man noch ein paar Wochen warten) und 9-Gang-Automatik, dem neuen Topmotor mit allerneuester Doppelkupplung. Ihn fuhr ich nicht nur auf Straßen und Wegen, sondern auf der eigens dafür von der Feu-erwehr Leutasch vorbereiteten Schnee- und Eispiste durch mutige Kurvenkombinationen, Spitzkehren und Slalompässe. Dabei immer am Gas, immer die Hände am Lenkrad kurbelnd, der Cinquecentro AllradCross blieb so stur in der Spur, brach nicht aus, kam aber trotzdem mit mächtig Dampf über’s Eis. (Wobei es die älteren Kollegen mit Querfahr-Erfahrungen ohne ESP und abschaltbarem Allradantrieb – oder gar nur mit Hecktrieb – schon ein wenig sehnsüchtig nach den Rallyegewohnheit der frühen Jahre guckten, wo man die Mücken nicht von der Frontscheibe entfernen musste, sondern nach eifrigem Querfahren eben von den Seitenscheiben. Oder die Spikes auf den Rädern Fontänen von Schnee- und Eisgemisch hinter sich herzogen…)

Aber kultiviert kann der Cinquecento Allradcrosser natürlich auch, nur der Sound kündigt einen kräftigen Motor an. Vor allem beim Runterschalten, wenn nicht die Automatik genutzt wird, sondern mit den Schaltwippen von größten bis hinunter in den kleinsten Gang geschaltet wird. Das klingt dann beinahe so wie bei den gro-ßen Geschwistern, die demnächst von Sebastian Vettel und Kimi Raikkonen auf den Rennstrecken wieder Stoff machen. Warten wir also auf den 170-PS-Diesel.

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Foto: Klempp

Hier nochmal die Varianten des 500X:

500X Pop als Einstiegsmodell mit 95 PS und Frontantrieb mit den Ausstattungsvarianten 500X Pop Star und 500X Lounge; 500X Cross und Cross Plus;
jeweils mit vier verschiedenen Motoren (zwei Benzinern, davon einer mit elektronisch geregeltem Drehmomentverstärker e-Torq, und zwei Dieseln, später zusätzlich mit einem dritten), als Frontantrieb, als Frontantrieb mit elektronischen Sperrdifferential und als Allradantrieb.

Daneben noch mit unzähligen Ausstattungs- und zusätzlichen Sonderausstattungen… da muss man einfach in den Konfigurator auf der Fiat-Homepage einsteigen und probieren – oder zum Fiat-Händler um die Ecke gehen und sich dort alle Möglichkeiten zeigen und erklären lassen. Die reichen kostenmäßig gesehen immerhin von 16.950 € in der einfachsten Version des 500X Pop bis hin zu 31.400 € für den Allradler 500X Cross Plus. Allerdings fängt die sechzehnseitige Preis- und Typenliste auf Seite 4 erstmals mit der Nennung dieser Preise an, auf den Folgeseiten finden sich dann noch zahlreiche Verlockungen, die den Endpreis sicher bis an die 40.000 € ziehen können.

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Foto: Klempp

Soweit zum 500X; außer diesem in seinen diversen Varianten zeigte Fiat auch den Freemont Cross mit seinem bereits seit Jahren be-währten Allradantrieb. Dann noch den Panda Cross als neuestes Mitglied der Familie der kleinen Sport Utility Vehicles zusätzlich zum einfachen Panda 4x4 und dem Panda Trekking. Auch dieser kleine Kerl zog die von Fiat mit Bedacht ausgewählte Steilstrecke durch den Wald mit Schmackes und ohne Probleme hoch – und kam dank eines Bergabfahrassistenten auch behutsam wieder runter.Abseits von Leutasch warteten die Fiat-Mannen um Claus Witzeck wie immer mit umfangreichen Informationen und einem italienisch angehauchten Lunch, diesmal im Inter-Alpen-Hotel des Liebherr-Urvaters Dr. Hans Liebherr.

mpp

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Foto: Klempp

Den witzigen Werbespot gibt es auch auf Youtube

 

youtu.be/oOswuDyycZI

 

 

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