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Familienkutsche: Citroen C4 Picasso für große Familien oder große Transporte

Spiegel-online hat Recht: der C4 Picasso ist – egal, ob kurz oder lang - eine Familienkutsche. Beweis: der Kontrollspiegel über dem Rückspiegel, gerichtet auf die Hinterbänkler. Im C4 Picasso sind das maximal drei auf Einzelsitzen, im C4 Grand Picasso bis zu fünf auf zwei Sitzreihen. Wer diesen nutzt einschl der dritten Sitzreihe, hat allerdings keinen Anspruch mehr auf den Grand Transport. So ist der kürzere C4 vielleicht die bessere Wahl für alle Familien unter vier Kindern, denn da geht auch noch das Urlaubsgepäck hinter die zweite Sitzreihe.
 
Es sei denn, man hat einen Hund ab Schäferhund- oder Retrievergröße dabei. Dann ist schon eher zu einer Dachbox zu raten. Die allerdings muß maßgeschneidert aus der Citroen Zubehörliste gefieselt werden, denn die einfach auf die Reling zu schnallenden geht da nicht. Die Reling gleicht nämlich eher einer Mini-Balkonbrüstung mit schlüssigem Kontakt zur Karosse. Also her mit einer neuen Dachbox, macht ja wieder Wirtschaftswunder.

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Foto: Citroen

Hat man diese Widrigkeit überwunden, kanns auf eine vergnügte Reise gehen. Man sitzt im C4 Picasso gut und hoch, der Einstieg ist recht bequem, weil keine zu hohen Seitenhaltpolster daran hindern und auch auf der hinteren Sitzreihe läßt sich‘s lümmeln, hat schließlich jeder von drei Rückbänklern seinen eigenen Einzelsitz, in der Komfortausstattung sogar mit individueller Sitzanpassung. Klappbare Tabletts (keine Kleinlaptops, sondern Tischbretter wie im Flugzeug) sind hinten für die beiden Außensitze montiert, Bildschirm mit DVD-Berieselung gibt’s wieder aus der Zubehörliste. Dann aber sind die Kinder, die nach kurzer Fahrzeit bereits ja allenthalben zu Quälgeistern mutieren, je nach mitgeführtem DVD-Vorrat für längere Zeit wieder ruhig gestellt. Die Armaturen allerdings zeigen sich ähnlich wie des Namensgebers Kunstwerke; man muß sich erst mal dran gewöhnen, um sich zurecht zu finden. Bei mir hat das ziemlich Zeit gekostet.

Ruhig gibt sich der C4 Picasso, sowohl was die Geräusche angeht als auch im Fahrverhalten. Der Diesel macht gut gedämmt seine Arbeit und ist auch gut gerüstet. 380 Nm bei 2.000 Touren sind allemal ausreichend fürs „cruisen“ in niedrigen Drehzahlen, und die sechs Gänge helfen dabei auch noch, Herrn Schäuble die Zornesröte ins Gesicht zu treiben. Verbraucht der kleinere der Picassos im Gegensatz zu deren Namensgeber doch Sprit nur noch in recht geringen Dosen, was dem großen Künstler jederzeit zuwider gewesen wäre.

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Foto: Citroen

Führt die Reise nur zum nächsten Ikea, nimmt man idealerweise höchstens einen Begleiter mit und klappt die Rücksitze einfach runter. Dabei fallen die Sitzkissen runter und die Lehnen so drauf, daß eine ebene Fläche entsteht. Platz genug für einen größeren Einkauf nach dem Umzug – und wenn man alleine einkauft oder den Beifahrer auf einen der rückwärtigen Einzelsitze verbannt, ginge sogar bis unters Handschuhfach vorn ein Billy-Regal rein (gibt’s die überhaupt noch?).

Also ist Picasso bei Citroen ein ausgesprochen hilfreicher Genosse, kaum exzentrisch wie sein Namensgeber, dennoch einigermaßen auffällig wie die Exponate desselben. Und dass er seinem Mäzen dabei ebenfalls kaum auf der Tasche liegt, zeichnet den Citroen Picasso besonders aus. Höchst sparsam verbraucht er auch vollbesetzt und voll beladen nicht viel mehr als sechs Liter Diesel, bei Normalbesetzung und auf Normalfahrt kommt man auch mit nicht besonders vorsichtigem Gasfuß auf höchstens fünfeinhalb Liter. Wie schon gesagt, Finanzknauserer Schäuble wird da nur beleidigt gucken, geht ihm doch schon wieder reichlich Mineralöl- und MwSt verloren. Wie derzeit so oft bei den neuen, viel sparsameren Autos, zumal, wenn sie mit Hybridtechnik ausgerüstet sind. Das ist keiner der Picassos, hat sich auch der große Namensgeber seine Eingebungen nicht per Strom, sondern eher durch Einverleibung von anderem spirit (weltlich oder geistig) versinnlicht.

Nichts dergleichen bei den Citroen Picassos, die bleiben bodenständig und praktisch. Fast quadratisch gut.

mpp



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Foto: Citroen

Die wichtigsten Daten des Citroen C4 Picasso Van Blue HDI 150 Intensive:

  • Länge/Breite/Höhe in mm 4.428/ 1.826*/ 1.625 *)mit Spiegel 2.117)
  • Radstand 2.840 mm
  • Leergewicht 1.490 – 1.705 kg
  • Zuladung  400 - 615 kg
  • Kofferraum 537 l
  • Reihen-Vierzylinder-Dieselmotor 
  • Hubraum 1.997 Kubikzentimeter
  • Leistung kW/PS 110/150 bei 4.000 U/min,
  • maximales Drehmoment 370 Nm bei 2.000 U/min
  • Beschleunigung 0 – 100 km/h in 10,9 sec
  • Vmax 210 km/h
  • EU-Normverbrauch im Mittel 3,9 l, Testverbrauch 5,5 l
  • Tankinhalt 55 l
  • Abgasnorm Euro 6
  • CO2 Ausstoß: 102 g/km

Preis der Basisausführung des Citroen C4 Picasso Blue HDI 150 Intensive: 29.090 Euro
Preis des sonderausgestatteten Testwagens: 31.540 Euro

Stand 5/2015

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