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VW Caravelle - der Allzweckbully

Ursprünglich sollte er in diesem Sommer dafür herhalten, die Mobilität im Urlaub aufrecht zu erhalten. Dazu wäre ein California grade recht gewesen. Dann hat die Großfamilie Anspruch angemeldet, mit einem Büschen in die Bretagne fahren zu wollen, weswegen aus dem California eine Caravelle wurde. Was verständlich ist, passen schließlich neben Fahrer und Beifahrer noch weitere fünf Personen nebst Dreiwochen-Gepäck bequem in diese Caravelle. Die übrigens bei VW nicht als eine Caravelle in Anspielung auf den gleichnamigen früheren Düsenflieger benannt sein soll, der immer so steil abhob, dass er den Schub der Triebwerke ausnutzen konnte. Sondern „der Caravelle“, wahrscheinlich in der Trennung als Car-a-velle. Wobei es französisch „velle“ oder „avelle“ nicht gibt.

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Die Ansprüche der Großfamilie

Aber zurück: allesamt rein und weg. Dann, kaum vom Ausruhen zurück, musste gehandwerkt werden. Auch für diese eher als Hobbyhandwerk zu bezeichnende Aufgabe eignete sich die Caravelle wie dafür entwickelt. Platz und Ladekapazität (Zuladung!!!) jedenfalls war nicht nur für jede Menge Betonsäcke vorhanden, sondern bei einer zweiten Fahrt sogar für eine komplette Europalette, einfach hoch beladen. Handwerker, also aufgepasst, die Caravelle ist nicht nur für Hobbyhandwerker was.

Mit etwas Geschick und vorheriger Auspackerei hätte vielleicht auch zwei hoch reingepasst. (Zur Info: eins hoch bedeutet in der Sprache der Transporteure soviel wie Ladehöhe für ein verpacktes Standprodukt an weißer Ware – also eine Waschmaschine nebst Holzbasis und Stoßschutzverpackung. Oder ein Herd oder ein Kühlschrank. Drei hoch ist die große Kunst der Weiße-Ware-Spediteure, die müssen in einen Trailer mit der höchst zulässigen Gesamthöhe drei Meter Innenhöhe für die Ladung vorhalten.)

Aber üblicherweise werden Vielzweckautos ja nicht tiefergelegt, sondern wie der VW Multivan in der Panamericana-Version z.B., mit permanentem Allradantrieb ausgestattet, für die Offroad-Version ein paar Zentimeter höher gelegt. Das hatte diese Caravelle nicht; der Einstieg ließ sich meistern, die Stufen hinter der seitlichen Schiebetür für die Rücksitze waren angenehm flach. Besonders vorteilhaft für die Beladung der Caravelle mit Gepäck- oder anderen Stücken: Die weit öffnende Heckklappe diente gleich als Regendach. Sie kann auch für die kleine Pause zwischendurch als Sonnendach für den Kaffeetisch genutzt werden.

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Dass die Caravelle Spaß macht, steht außer Frage. Sie ist mit dem bulligen 2,5-Liter-Dieselmotor der Transporter ausgestattet. Und der versieht seinen Dienst mit der Kraft eines Elefanten. Und mit einer Automatik fährt sich dieser turbogeladene Diesel butterweich und ohne Turbolochg. Beschleunigung also für ein Nutzfahrzeug konstant angenehm, wenn auch für einen pkw-gewöhnten Fahrer nicht so spritzig. Das hängt eben mit dem hohen Luftwiderstand des Transporters und dessen Gewicht zusammen, macht sich also in der Gesamtbeurteilung nicht bemerkbar. Dafür macht sich der Motor bemerkbar, wenn’s ums Gas geben geht. Mit Dampf beschleunigt das Fahrzeug und die Vmax ist auch erst über 200 km/h erreicht. Ganz schön viel für einen Kasten mit dem enormen cw-Wert der Transporter. Dafür verbraucht er halt in den hohen Geschwindigkeitsbereichen so viel, dass man es eher sein lässt und gemäßigt fährt, wie es sich für einen Transporterfahrer sowieso gehört. Dann macht auch allen wieder die Fahrt in die Bretagne Spaß, weil man sich so besser unterhalten kann.

mpp

Die wichtigsten Daten der VW Caravelle
  • Länge/Breite/Höhe
    5.292/1.904/1.990 mm
  • Radstand 3.400 mm
  • Leergewicht 2.499 kg
  • Zuladung 701 kg
  • Common-Rail-Dieselmotor mit vier Zylindern
  • Hubraum 1.968 ccm
  • Leistung kW/PS 132/* bei 4.000 U/min,
    maximales Drehmoment 400 Nm/1.500 - 2.000 U/min
  • Beschleunigung auf 100 km/h 11,3 Sekunden
  • Vmax 191 km/h
  • EU-Normverbrauch im Mittel 8,8 l , Testverbrauch 10,6 l
  • Tankinhalt 58 l
  • Abgasnorm Euro 5, Dieselpartikelfilter serienmäßig
  • CO2 Ausstoß: 232 g/km
  • Preis der Basis-Ausführung: 43.730 Euro, mit einer Vielfalt von Aufrüstmöglichkeiten aus der Sonderausstattungsliste auf bis zu 70.000 Euro und mehr aufrüstbar

*) VW kennt die Leistungsgröße PS nicht mehr!

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