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Truck oder Trecker? Die Mischung macht‘s beim Mitsubishi L200

... für schwere Arbeit, schwere Lasten, schweres Gelände und schwere Hobbies

Wieder ein Jahr rum, wieder in den Wald. Wie schon letztes Jahr, stand auch dieses Jahr schwere Arbeit an. Mit dem L200 von Mitsubishi lässt sich’s genauso in den Wald fahren wie mit dem Wildtrack von Ford, auch wenn die Mehrzahl aller amerika-nischen und europäischen Kunden dieses robuste Gefährt wohl weniger für solche Zwecke nutzen denn für ganz profane Tätigkeiten Einkauf, Familienausflug oder Handwerkszeug-Transport. Oder den Transport des Wohnwagens an der Anhängerkupplung zum nächsten Campingplatz. Immerhin, mit zwei Zentimetern minus war der L200 doch noch kürzer als mein ganz normaler amerikanischer Straßenkreuzer-Kombi, ein Chevrolet Caprice Baujahr ‘88.

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Foto: Mitsubishi

Mit dem in USA zur Kategorie der Trucks gehörenden L200 fährt es sich wirklich fast so kommod auf Waldwegen und Schotterpisten wie mit dem Caprice auf amerikanischen Asphaltpisten. Dort entwickelt der Waldarbeiter schon ein wenig mehr Härte in der nutzfahrzeugmäßigen Fahrzeugabstimmung, bleibt aber immer noch im äußerst angenehmen Reisekomfort. Mit 160 über die Autobahn fühlt man sich weniger heftig geschüttelt als in manchem SUV und hat dennoch dank der Sitzhöhe einen ordentlichen Überblick. Der Verzicht auf die bei noch größeren Nutzfahrzeugen schon zum Standard gehörende Luftfederung – ich muss es immer wieder erwähnen - ist daher auch mehr auf Schlagloch-Landstraßen und Hoppelwegen spürbar.  Und jeder für Baumüberquerungen erforderliche Kontakt mit dem Untergrund bleibt sehr popodeutlich erhalten. Trucks nennen die Amerikaner diese Autos wohl auch nur wegen des Aussehens wie kleine Lkw’s. Nach wie vor sind es mit europäischen Augen gesehen eher Pickups, die auch mal als Trecker genutzt werden können. Im Zubehörhandel gibt’s für sie ja alles Mögliche Gerät vom Schneepflug bis zur Pflugschar oder der Baggerschaufel.

In wegsamem Gelände stäubt der L200 aus Japan  ordentlich was weg. Auch wenn man‘s spürt, Schlaglochpisten, Schotterwege, Splittstrassen, alles kein Problem, der 6-Zylinder–Diesel treibt den kleinen Lastwagen locker drüber.

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Foto: Mitsubishi

Die Amerikaner greifen bei der Wahl ihrer „trucks“ wegen der günstigen Preise und den sparsamen Motoren inzwischen allzu gerne auf die „Ausländer“ wie den L200, den Amarok oder den Hilux zurück und lassen die Dodge Rams oder Suburbans oder GMC dafür links liegen, auch wenn die deutlich bulliger daher kommen und genausoviel mehr kosten. Zuladungen von ungefähr einer Tonne sind jedenfalls in allen Varianten der Eroberer des amerikanischen Marktes möglich. Oder etwas mehr als ein Kubikmeter, wenn es um loses Geäst oder Baustoffe geht.  Entsprechend seinen Möglichkeiten ist also auch der L200 eher für einen Handwerker oder einen Baumarkt-Fan geeignet denn für einen FAZ-Feuilleton-Leser. In Deutschland sind die kleinen Pritschen-Lkws daher wohl mehr  als Pick-ups beliebt, die wiederum in USA den Typ der zum Lastwagen umgebauten Limousine darstellen.

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Foto: Mitsubishi

Das macht dem robusten Mitsubishi nichts aus und so nützen Holzfäller-Autos mit der langen Ladefläche auch im zivilisierten Mitteleuropa. Und für die Familienfahrten kann man ja den lederausgestatteten Doppelkabiner schnell mal aussaugen.

Dafür ist der Preis für den Staubsauger gleich mit drin, vergleicht man den L200 von Mitsubishi mit dem typisch amerikanischen Querfeldein-Pickup Ford Ranger für knapp 5.000 Euro mehr.

mpp

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Foto: Mitsubishi

Die wichtigsten Daten

Mitsubishi L200 Doppelkabine 2,5 DI-D+

  • Länge/Breite/Höhe 5.260 / 1.815/ 1.780  mm
  • Ladeflächenlänge 1.505mm, ~breite 1.470 mm, Beladehöhe 850 mm,
  • Ladebordwandhöhe 460 mm
  • Radstand 3.000 mm
  • Leergewicht 2.000 – 2.165 kg
  • Zulässiges Gesamtgewicht 2.850 kg
  • Nutzlast 685 – 850 kg
  • Anhängelast max.  2.700 kg gebremst (bis max 12 % Steigung)
  • Bodenfreiheit 205 mm
  • Steigfähigkeit 70 %
  • Wat-Tiefe 500 mm
  • Allradantrieb wählbar
  • Viertakt-Dieselmotor mit vier Zylindern in Reihe mit Commonrail-Direkteinspritzung und Turboaufladung
  • Hubraum 2.477 ccm
  • Leistung kW/PS 131 / 178 bei 3.750 U/min,
  • maximales Drehmoment 350 Nm bei 1.800 – 3.500 U/min
  • Vmax 175 km/h
  • EU-Normverbrauch im Mittel 8,8 l
  • Testverbrauch 9,9 l
  • Tankinhalt 75 l 
  • CO2 Ausstoß: 233 g/km


Preis der Basis-Ausführung des Testwagens:  31.990 Euro
Preis der sonderausgestatteten TW-Ausführung: 46.400 Euro

Stand 02/2012

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