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Skoda Yeti, der Himalaya-Roader

Hmh? Himalaya mit dem Auto? Skoda will’s versuchen, trägt doch der kleine SUV den Namen des sagenumwobenen Gebirgsbewohners. Sagenumwoben soll wohl auch der Geländesproß der Tschechen werden. Und er hat die Gene dafür in sich, auch wenn das von mir gefahrene Modell eher für den Stadtasphalt vorgesehen war denn für gebirgssteile offroad-Pfade.

Doch auch der zahmste unter den Yetis bleibt ein rauher Geselle, wie es sein Modellkollege mit Allradantrieb und offroad-outfit und starkem Diesel auch ist. Nur ein wenig zivilisierter in Aussehen, Leistung und Verbrauch. Auch wenn die Fußabdrücke des blechernen Yeti nicht ganz so plakativ groß sind wie die des Sagenwesens, findet sich am Skoda fürs Gelände trotz fehlendem Allradantrieb beschränkt auch die Geländetauglichkeit. Mit einigermaßen hochbeinigem Fahrwerk lässt sich’s  auch über zerfurchte Feld- oder Waldwege fahren. Beladen würde ich den Yeti allerdings auch im Abseits des Asphalts nicht anders als mit Personen und allenfalls noch Tieren, sofern Hund, Katz oder anderes Hausgetier haushaltsübliche Größen nicht überschreiten.

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Foto: Skoda

War ich bislang der Meinung, dass die herausragendste Eigenschaft der SUVs der phonetische Gleichklang mit dem eher weniger beliebten menschlichen Koma- oder besser  Kampftrinken ist, belehrt mich allerdings der Yeti eines anderen. Ausgestattet mit den sparsamen Direkteinspritzern von VW, in diesem Falle mit dem 1,2-Liter FSI, schluckt der Yeti so wenig, dass man sich sogar den Luxussprit Super leisten kann – und natürlich auch E10, was keinesweges verwandt ist mit jenem E605, das in den von Agathe Christie aufzuklärenden Krimifällen im Wechsel mit Blausäure Anwendung fand. Auch wenn das wohl immer noch allzuviele Spritkäufer glauben. Mit dem Yeti mit kleinem Motor braucht man allerdings keine Rücksicht auf derlei Gerüchte zu nehmen, er schluckt sowohl E10 als auch Superbenzin in beinahe nur homöopathischen Mengen, vergleicht man ihn mit den Suff-SUVs. Immerhin schafft es der Yeti 1,2 FSI, mit dem Standard-Verbrauch im Mittel unter sieben Liter zu bleiben und im Testverbrauch mit weniger als siebeneinhalb Litern auch noch weit entfernt von japanischen oder koreanischen kleinen SUVs zu punkten. Das ist insofern beachtenswert, als sich der Himalaya-Skoda mit seiner hohen Stirn auch noch deutlich von den eher bieder-modern gestylten fernöstlichen Artgenossen abhebt.

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Foto: Skoda

Sein Platzangebot mitsamt dessen Variabilität hat der Yeti im wesentlichen vom Roomster aus gleichem Hause übernommen. Es reicht von mäßig bei voll besetztem Fahrgastraum bis wagenweit bei der Nutzung von nur den beiden Vordersitzen für den Personentransport und den Rest für Mitnahmegüter gleich welcher Art. Und bei Alleinfahrt und Nutzung des umgeklappten Beifahrersitzes reicht das sogar aus für das Transportmaß aller Dinge, das raumhohe Billy von Ikea, das ich sonst nur im Gepäckraum meines amerikanischen Dinosauriers Caprice Station unterbringen würde.

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Foto: Skoda

Zu meckern gibt’s am kleinen Yeti nichts, nimmt man in Kauf, einen nicht ganz bärenstarken Untersatz zu fahren. Wem das nicht reicht, der kann den Himalaya-Bären in Leistungsklassen bis zu 170 PS sowie in genügend Ausstattungsvarianten bis hin zum Basispreis von knapp 32.000 Euro für den allradgetriebenen Bären mit DSG-Automatik bekommen. Und kommt dann mit individuellen Ausstattungswünsche auf glatt 40.000 Euro.

mpp

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Foto: Skoda

Die wichtigsten Daten

Skoda Yeti 1,2 TSI

  • Länge/Breite/Höhe 4.223/ 1.793*)/ 1.671mm *) einschl. Spiegel 1.956 mm
  • Radstand 2.576 mm
  • Leergewicht 1.340 kg
  • Zuladung 620 kg
  • Kofferraum 405 - 1760 l
  • Reihen-Direkteinspritzer mit vier Zylindern
  • Hubraum 1.197 ccm
  • Leistung kW/PS 77 (105) bei 5.000U/min,
  • maximales Drehmoment 175 Nm bei 1.550 - 4.100 U/min
  • Beschleunigung auf 100 km/h 11,8 Sekunden
  • Vmax 175 km/h
  • EU-Normverbrauch im Mittel 6,4l
  • Testverbrauch 7,3 l
  • Tankinhalt 55 l,
  • Abgasnorm Euro 5,
  • CO2 Ausstoß: 149 g/km, Effizienzklasse D

Preis der Basis-Ausführung 18.300 €
Preis der Testwagen-Ausführung  ca. 23.000 €

Stand 03/2012

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