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Praktisch, chic, schnell - Opel Meriva mit 130 PS Diesel

Opels Kompakt-Van, den Meriva, fand ich bislang eigentlich immer langweilig und wenig attraktiv. Zugegeben die hohe Sitzposition und der bequeme Einstieg für Fahrer und Beifahrer hatten schon bei der ersten Meriva-Auflage ihre Vorzüge und bescherte Opel ordentliche Verkaufszahlen. Mit der Neuauflage des Meriva, die seit Mitte 2010 auf dem Markt ist, haben sich die Opel-Designer noch einmal  mächtig ins Zeug gelegt. Herausgekommen ist ein  Auto, das nun auch ausgesprochen chic und attraktiv aussieht.  Gleichzeitig wurde die Praxistauglichkeit des Minivans nochmals verbessert.  Und jetzt gibt es den Meriva zudem mit einem überarbeiteten, 130 PS-starken Dieselmotor, der für sehr gute Fahrleistungen sorgt.  Aber der Reihe nach.

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Schickes Design, starker Diesel-Motor: Der Opel Meriva mit dem 130 PS starken CDTI-Motor, Foto: Opel

Common-Rail-Diesel mit 200 Nm Drehmoment

Der 130 PS starke 1,7 CDTI Diesel ersetzt das bisherige Diesel-Topmodell, das 92 kW/125 PS leistete. Der überarbeitet agile Common-Rail-Diesel beschleunigt den Meriva  In 9,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit von knapp 200 km/h ist in dieser Fahrzeugklasse ebenfalls ein sehr guter Wert. Zum guten Fahreindruck trägt das Drehmoment  von 300 Newtonmetern ab  2.000 Umdrehungen bei. Oberhalb dieser Drehzahl sollte man den Meriva aber möglichst auch bewegen.  Darunter ist der Motor eher behäbig. Das ist aber schon der einzige Kritikpunkt an dem mit 5,1 Liter Diesel im Drittelmix auch sehr sparsamem Motor. Im Test kamen wir mit einem Mix aus Stadtverkehr, flotten Autobahnfahrten und einigen Schwarzwald-Bergstrecken, dabei besetzt mit vier Personen  auf einen Durchschnittsverbrauch von 6,9 Litern – auch das ist angesichts der Motorleistung ein guter Wert. 

In der Praxis kamen wir auf freien Autobahnstrecken mit einer Reisegeschwindigkeit zwischen 160 und 180 km/h flott und stressfrei voran. Das Fahrwerk ist dazu ausreichend straff ausgelegt, so dass auch bei höheren Autobahngeschwindigkeiten oder bei schnell befahrenen Landstraßenkurven der Meriva jederzeit sicher der Spur folgt.

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Optimaler Einstieg vorn und hinten mit dem Flex-Door-Türkonzept, Foto: Opel

Praktische Portaltüren erleichtern den Einstieg

Hauptzielgruppen des Meriva sind Senioren und junge Familien. Das stimmt wohl nach wie vor so.  Wer altersbedingt nicht mehr ganz so beweglich ist, lobt den Einstieg sowohl auf die Vordersitze als auch auf die Rückbank. Das liegt zum einem an der erhöhten Position der Sitze, zum anderen aber auch an den Türen, die sich weit und wie ein Scheunentor öffnen.  Denn die hinteren Türen sind nicht wie üblich an der B-Säule, sondern an der C-Säule befestigt.

„Selbstmördertüren“ heißt diese Konstruktion im Volksmund. „Portaltüren“ ist der sicher treffendere Begriff für die Türen, die den Innenraum tatsächlich wie durch ein Portal zugänglich machen. Der VW Bus der 50er Jahre hatte hinten Portaltüren oder auch mancher Rolls Royce. Der Mazda RX-8 ist ein jüngerer Vertreter dieser Türvarianten. 1961 wurde diese Form des Türanschlags im Automobilbau zunächst verboten. Mit technischen Auflagen sind sie heute wieder erlaubt. So muss beispielsweise sichergestellt sein, dass sich die Türen nicht während der Fahrt öffnen (lassen). Beim Meriva verriegelt die Zentralverriegelung ab 4 km/h automatisch alle Türen. Flex-Doors nennt Opel die gegenläufig öffnenden Türen. Fürs Ein- und Aussteigen im Fond muss man damit nicht über den hinteren Radkasten rutschen.  Ein praktischer Griff an der B-Säule erleichtert den Einstieg außerdem. Und wer einen Kindersitz einbauen und den Nachwuchs dann im Sitz festschnallen will, hat auch deutlich mehr Bewegungsraum durch die ungewöhnliche hintere Türöffnung. Gewöhnungsbedürftig ist der Türanschlag aber schon noch. Zum Öffnen sucht die Hand unwillkürlich nach dem Griff hinten an der Tür.

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Sinnvolles Zubehör für Radler, Flex-Fix Fahradträgersystem im Stoßfänger, Foto: Opel

Viele praktische Details

Sowohl vorn als auch hinten sitzt man dann auf den bequemen Sitzen auch über längere Strecken sehr gut. Unser testwagen war vorn zudem mit „Ergonomiesitzen“ ausgestattet – eine Sonderausstattung, die sich lohnt (Mehrpreis: 390 Euro Fahrersitz, 295 Euro Beifahrersitz).  Die vielfachen Verstellmöglichkeiten sorgen für eine optimale Sitzposition. Das Konzept wurde dann auch mit dem Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken ausgezeichnet. Die Fondpassagiere bemängelten lediglich die fehlenden Haltegriffe am Dach.
Die Ablage-Möglichkeiten im Innenraum sind so zahlreich und differenziert, dass es fast schon wieder unübersichtlich wird. Sehr praktisch aber ist die auf einer Schiene verschiebbare Armlehne, die natürlich auch als Stauraum dient, unter der sich zudem zwei weitere verschiebbare Ablagefächer befinden.  Möglich ist diese Konstruktion, weil die Opel auf den herkömmlichen Handbremshebel verzichtet und dem Meriva stattdessen eine per Knopfdruck zu betätigende Feststellbremse spendiert hat.  Für das Gepäck auch von vier Personen bietet der Kofferraum ausreichend Platz, vor allem wenn man auch den großen zusätzlichen Stauraum unter der Bodenabdeckung  nutzt. Mit der variabel umlegbaren Rücksitzbank wird der Meriva dann mit wenigen Handgriffen zum Lastesel.

Weiteres Sonderzubehör unserer Testwagens: Das Fahrradträgersystem „FlexFix“. Das System ist im Stoßfänger integriert und kann bei Bedarf sehr leicht ausgefahren werden. Zwei Fahrräder finden dann auf dem praktische Haltersystem Platz. Und auch das umfassende Navi- und Entertainment-Paket DVD 800 verdient eine Erwähnung. Ein großer 7 Zoll Monitor bildet die Navi-Karten und alle Hinweise zu Radio, CD, MP3-Player und Telefon gut lesbar ab (+ 1.300 Euro). Das Handy lässt sich über Bluetooth anschließen und mit Freisprecheinrichtung komfortabel fernbedienen (+ 390 Euro). Auch ein USB-Anschluss für den iPod ist vorhanden.

Insgesamt ist der Meriva  ein praktisches Auto, das mit seinem gefälligen Karosseriedesign auch ausgesprochen chic ist. Der neue 130 PS Diesel steuert überdies gute Fahrleistungen mit niedrigen Verbrauchswerten bei. Das sehen die deutschen Autokäufer wohl auch so. Im Mai 2011 konnte Opel  melden, dass die zweite Meriva-Generation seit Juni 2010 bereits über 160.000 bestellt worden war. Im April hatte der Meriva im Segment der kompakten Vans mit 20 Prozent Marktanteil die Führung übernommen.

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Der Meriva macht auch von hinten eine gute Figur, Foto: Opel

Die wichtigsten Daten

Opel Meriva 1.7 CDTI (96 kW/130 PS) Innovation

  • Länge 4.288 mm
  • Breite mit Außenspiegeln 1.994
  • Höhe 1.615
  • Radstand 2.644
  • Leergewicht 1.360 kg
  • Zuladung 530 kg
  • Gepäckraum  400 - 1.500 l
  • Vierzylinder Common Rail Dieselmotor
  • Hubraum  1.686 ccm
  • Leistung kW/Umin 96 bei 4.000
  • maximales Drehmoment  300 Nm bei  2.000-2.500 U/min
  • Beschleunigung auf 100 km in 9,9  Sekunden
  • Vmax 196 km/h
  • EU-Normverbrauch im Mittel 5,2 l ,
  • Testverbrauch 6,9 l
  • Tankinhalt 54 l,
  • Abgasnorm Euro 5,
  • CO2 Ausstoß: 138 g/km

 
Preis der Basis-Ausführung des Testwagens: 24.490,00 Euro

Stand: 8/2011

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