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Mazda MX 5 im Jubiläumsoutfit

Kamikaze hieß er nicht, der MX5 im Jubiläumsjahr. Eher Kalahari oder so, ich muß gucken: Kaminari! Was soviel heißt wie „Dunderschlach!“ Donnerschlag. Kamikaze wäre in diesem Jahr auch äußerst verfänglich gewesen, Kalahari geht schon wegen des Klappdaches nicht; offen wär’s dort bestimmt zu heiß. Und zugeklappt würdest Du gegrillt. Dafür ist der Kaminari für den Winter vorbereitet: Mit im Preis inbegriffener Sitzheizung.

Dennoch, wenn man aus dem Spyder von Audi umsteigt in den MX 5, der ja in den USA schon immer viel schöner Miata heißt, spürt man schon, dass  zu diesem Auto ein wenig Mythos-Gläubigkeit oder Kultverliebtheit gehört. Das gehört sich auch so, denn schließlich ist der MX 5, der nach Existenzjahren ja schon fast zu den Oldtimern zählt, immer noch ein Cabrio, das vor Urzeiten alle Chancen nutze, den britischen Kultstar Austin Sprite mit den Kugelaugen zu beerben. Der war damals eine Schnitte Brot (von der Silhouette her) mit steiler Windschutzscheibe und flattrigem Verdeck. Der abgehärtete Brite brauchte so was selbst bei Midlands-Schnürlregen nicht. Höchstens eine Persenning, mit der er den nicht genutzten Sitz neben ihm überspannen konnte. Wenn man zu den unbequemen Konstruktionen der britischen Sportwagen der sechziger und siebziger Jahre überhaupt „Sitz“ sagen konnte, waren es doch einfache Blechschalen, bespannt mit ein bißchen Stoff oder Leder und höchsten ein paar Roßhaaren dazwischen.

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MX 5 Kaminari, hier mit klassischem Stoffverdeck, Foto: Mazda

Diesen Spartaner also beerbte der MX 5 als solcher ein, zwei Jahrzehnte später in Europa und als Miata in USA. Dort war der Sprite ohnehin eher Exot, was der Miata nicht bleiben wollte und sollte. Sowohl in Kalifornien als auch in nahezu allen Ländern des Old Europe vermehrten sich die Anhänger dieses niedlichen Sportwägelchens aus Japan blitzartig, bald war der MX5 Kult. Jede Veränderung, die alle paar Jahre nur anstand, wurde ausführlich diskutiert in den MX5-Clubs und in USA sogar im Miata Magazine, das dort monatlich erschien (und immer noch erscheint???... zumindest gibt’s online noch www.miata.net!).

Keine Frage, über die Daseinsberechtigung dieses Roadsters, der Roadster in der westlichen Welt ja eigentlich erst wieder gesellschaftsfähig gemacht hat, gibt es nichts zu diskutieren. Eng ist er halt, mit ohne jeglichem Ablagekomfort außer einem kleinen abschließbaren Fach zwischen den Sitzen. Und der Wind zaust Dir sofort die Haare, wenn Du das Dach aufmachst. Selbst die kleine Aufsteckscheibe hilft da als Windschott nicht allzuviel. Und das Blechdach, das heute mehr und mehr gefragt ist, nimmt Dir auch noch einen ordentlichen Schluck vom Gepäckraum weg. Dann bleibt nur noch Platz für den Kulturbeutel mit Zahnbürste und eine kleine Tasche für den Wäschewechsel. Alles andere kannst Du nicht mal wie zu alten MX5-Zeiten auf die Gepäckträgerbügel auf dem Kofferraumdeckel schnallen, denn der bewegt sich jetzt ja beim Einfahren des Daches. Wobei übrigens hierbei und sehr zum Leidwesen der Umwelt der Motor laufen muß.

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Foto: Mazda

Ganz bestimmt von Vorteil ist aber das Blechdach jenseits des Sommers: im Winter fährt sich so ein Cabrio wie ein Coupé. Frostfrei im Innenraum, mit warmen Füßen und warmem Kopf.
Dafür fährt sich der MX5 egal, ob Cabrio oder Coupé, wie der Roadster aus alten Zeiten. Nicht formelmäßig auf dem Asphalt klebend, sondern immer noch mit jener Eigenwilligkeit des Fahrgestells, das in engen Kurven oder bei feuchter Bahn zu unkontrollierbaren Eigenreaktionen neigt. Und bei niedrigen Temperaturen muss man da schon aufpassen. Wobei solcher Art Eskapaden ja ohnehin für den Normalfahrer in die Kategorie „Kurve zu schnell genommen“ fallen, und der Popometer dem Fahrer sagt, dass er beim nächsten Mal ein wenig sachter einlenken soll oder es einfach insgesamt ein wenig behutsamer angehen muss.

Was den Kaminari, denn Donner anbetrifft, zitiere ich die Pressemeldung aus dem Netz: "Die Sonderedition MX-5 Kaminari basiert auf der Ausstattungslinie Center-Line (mit dem Technik-Paket aus Klimaautomatik, Geschwindigkeitsregelanlage, Freisprecheinrichtung und Bluetooth) und ist in beiden Karosserievarianten mit dem 1,8-Liter MZR-Benzinmotor (93 kW/126 PS) ausgerüstet. Der Roadster ist zum Preis von 23.490 Euro erhältlich, das Roadster Coupe kostet 25.090 Euro. In beiden Fällen beträgt der Kundenvorteil 1.300 Euro.

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Ab in den Kofferraum, festes Dach des Roadstar Coupe, Foto: Mazda

Die Mehrausstattung kann sich sehen lassen: Im Inneren dominieren in einem eleganten Grau gehaltene Ledersitze die Optik. In der Türinnenverkleidung setzt sich der Farbton der Sitze fort. Mittels einer fünfstufigen Heizung können die Sitze an kühlen Frühlingstagen auf die richtige Temperatur gebracht werden. Ein Sport-Leichtmetall-Pedalsatz mit Fußstütze unterstreicht den sportlichen Anspruch des MX-5 Kaminari.

Außen unterscheidet sich das Sondermodell durch Chromapplikationen an der Frontgrilleinfassung, den Türblenden und den Scheinwerfereinsätzen von der Serie. Außerdem ist die dritte Bremsleuchte in Weiß gehalten. Für den MX-5 Kaminari stehen drei exklusive Außenfarben zur Wahl: In Plutossilber Metallic oder einer der beiden Sonderfarben Anubisschwarz Metallic oder Uranosgrau Metallic *) hebt sich die limitierte Auflage des Roadsters von der Masse ab. Der neue MX-5 rollt auf 17-Zoll-Leichtmetallfelgen vor. Eine Domstrebe erhöht die Torsionsfestigkeit der Karosserie zusätzlich und sorgt insbesondere bei Kurvenfahrten für ein dynamischeres und direkteres Fahrverhalten."

*) Ich hatte ihn in jenem flintengrau. Unauffällig schlicht, also understatement-passend.                 mpp

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Foto: Mazda

Die wichtigsten Daten

Mazda MX 5 Kaminari Roadster-Coupé

  • Länge/Breite/Höhe 4.020 / 1.720*/ 1.255  mm*) ohne Spiegel
  • Radstand 2.330 mm
  • Leergewicht 1.075 kg ohne Fahrer
  • Zuladung 300 kg
  • Kofferraum 150 l
  • Viertakt-Vierzylinder-Motor in Reihe mit Saugrohr-Einspritzung
  • Hubraum 1.798 ccm
  • Leistung kW/PS 93/126  bei 6.500 U/min
  • maximales Drehmoment 167 Nm bei 4.500 U/min
  • Beschleunigung auf 100 km/h 9,9 Sekunden
  • Vmax 194 km/h
  • EU-Normverbrauch im Mittel 7,1 l, Testverbrauch 8,6 l
  • Tankinhalt 50 l
  • Abgasnorm Euro 5
  • CO2 Ausstoß: 167 g/km 

Preis der Basis-Ausführung des Testwagens:  24.690 Euro
Preis der sonderausgestatteten TW-Ausführung ca.: 25.090 Euro

Stand 10/2011

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