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Lautlos in die Zukunft: mit dem Opel Ampera

Unterwegs mit dem Opel Ampera ist dem Fahrer die Aufmerksamkeit anderer Autofahrer, aber auch der Fußgänger und Radfahrer gewiss. Das liegt zum einen an der schnittig-eleganten modernen Karosserielinie und dem auffälligen Ampera-Schriftzug auf den Seiten. Vor allem aber liegt das zum anderen daran, dass der Ampera lautlos durch den Verkehr gleitet. Staunend werden wir beim geräuschlosen Einparken in der Tiefgarage beobachtet, interessierte Blicke auch beim zügigen Anfahren an der Ampel, ohne das Geräusch eines hochdrehenden Motors. Wir sind rein elektrisch unterwegs, und das macht richtig Spaß. Über Nacht hat der Ampera in der Garage an der Steckdose gehangen, der Akku ist voll aufgeladen und soll laut Anzeige im Display 55 Kilometer halten. Das reicht locker für die 18 Kilometer ins Büro und zurück. Da bleibt auch noch Luft für die eine oder andere Dienstfahrt tagsüber in der Stadt.

Je nach Fahrweise und Strecken-Topografie sind durchaus auch 70 Kilometer rein elektrischer Fahrweise drin. Wird die Klimaanlage stark beansprucht, wird dem Antrieb hohe Last abverlangt oder ist der Gasfuß zu nervös, kann sich die Reichweite des vollen Akkus aber auch schnell auf 30/40 Kilometer reduzieren. Deshalb versucht eine pfiffige Verbrauchsanzeige, den Fahrer kontinuierlich zu sparsamer Fahrweise anzuhalten. Im großen Mitteldisplay lassen sich überdies Verbrauch und die Effizienz beim Stromsparen ablesen. Das weckt den Ehrgeiz bei jeder Fahrt: Es muss doch möglich sein, mit der Akkuladung noch etwas weiter zu kommen als gestern!

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Foto: Opel

Abends zurück in der heimischen Garage wird der Ampera wieder an die Steckdose gehängt. Dazu liegt ein sechs Meter langes Ladekabel ordentlich aufgerollt im Kofferraum bereit. Eingesteckt in die haushaltsübliche 230-Volt-Steckdose, abgesichert mit 16 Ampere, zeigen farbige LEDs am Ladekabel an, ob alles in Ordnung ist und das Kabel auch in die Steckdose am Ampera eingesteckt werden darf. Eine LED hinter der Windschutzscheibe zeigt den ordnungsmäßen Ladevorgang an und signalisiert auch, wenn der Akku voll geladen ist. Alles ganz einfach, alles selbst erklärend. Dann aber zeigt sich, dass es doch sinnvoll sein kann, auch mal ins Handbuch zu schauen: Wird nämlich das Ladekabel nun einfach aus der Ladesteckdose am Fahrzeug abgezogen, protestiert die Alarmanlage des Ampera mit lautem Hupen und Blinken, weil sie einen Kabeldieb vermutet. Erst wenn zuvor die Zentralverriegelung geöffnet wurde, lässt sich das Ladekabel ohne Protest abziehen. Eigentlich ja eine sinnvolle Einrichtung. Schließlich gibt es immer mehr Stromtankstellen auch in Öffentlichen Parkhäusern.

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Foto: Opel

Für viele tägliche Pendlerstrecken also reicht der Ampera-Akku völlig aus, eine ganze Arbeitswoche lang ohne auch nur einen Gedanken an hohe Spritpreise und mit immer noch bis oben hin gefülltem Tank. Am Wochenende aber soll es nun hinausgehen ins Grüne und auf die Schwäbische Alb. Der Akku ist voll geladen und so kommen wir wieder fast 60 Kilometer weit, bis der Ampera nahezu unmerklich den Range Extender zuschaltet. Das heißt, nun treibt der Benzinmotor den Generator an, der die Energie für den Elektromotor erzeugt. Natürlich ist jetzt der Motor auch hörbar wie bei einem ganz „normalen“, herkömmlichen Auto auch. Zusätzlich hat die Display-Anzeige gewechselt, die nun über die Arbeit des Verbrennungsmotors informiert. Wenn es eine Weile begab geht, schaltet der Ampera kurzzeitig auch wieder auf Batteriebetrieb, weil durch die Bremsenergierückgewinnung der Stromspeicher geladen wird. Das hält aber nicht lange vor.

Klar, dass nun auch der Verbrauch bezogen auf die Gesamtstrecke kontinuierlich ansteigt. Denn je länger die Fahrtstrecke ist, desto geringer wird der Anteil der rein elektrisch gefahrenen Strecke. Und da immerhin gut 1,7 Tonnen Fahrzeuggewicht bewegt werden müssen, kann der Benzinverbrauch nicht so ganz niedrig liegen. Dennoch sind sechs bis sieben Liter auf 100 Kilometer, die durchaus realistisch sind, ein recht ordentlicher Wert.

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Foto: Opel

Neben der fortschrittlichen Technik, mit einem Elektronantrieb, der mit seiner rein elektrischen Reichweite wirklich alltagstauglich ist und dem die Reichweite auf 500 Kilometer verlängernden Benzinmotor, hat Opel aber auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht und eine sehr sportliche, moderne Mittelklasse-Limousine auf die Räder gestellt. Der Elektromotor, als der Hauptantrieb leistet 111 kW/150 PS und verfügt über ein maximales Drehmoment von 370 Nm. Das erlaubt eine sehr flotte Fahrweise auf kurvigen Landstraßen ebenso wie auf der Autobahn. Bei 161 km/h ist allerdings Schluss. Dann regelt der Ampera den Vortrieb ab.
Vier Personen reisen auf den guten Einzelsitzen im Ampera ausgesprochen bequem. Der Innenraum ist geräumig, die Fahrwerkabstimmung komfortabel, aber auch nicht zu weich. Für den Fahrer sind die Anzeigeinstrumente zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Einmal begriffen, tragen sie aber durchaus ihren Teil zum Fahrspaß bei. Der Akku ist übrigens platzsparend T-förmig zwischen den linken und rechten Sitzen sowie quer unter dem Kofferraum angebracht. Damit bleiben noch 310 Liter Kofferraumvolumen. Das ist nicht üppig, aber durchaus praxistauglich. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen lässt sich der Stauraum bis maximal 1.005 Liter vergrößern.

Natürlich ist das lautlose Fahren mit dem Elektroantrieb vor allem im Stadtverkehr auch nicht ganz unproblematisch. Der Fahrer muss mehr als bei einem Auto mit Verbrennungsmotor damit rechnen, dass Fußgänger ihn schlicht überhören. Glücklicherweise aber hat Opel dem Ampera kein künstliches Motorengeräusch mitgegeben. Stattdessen gibt es eine Fußgängerhupe, die mit dezentem Ton die Unachtsamen warnt, ohne sie zu erschrecken. „Pedestrian Friendly Alert“ heißt das in der internationalen Technikersprache. Und so können wir weiter lautlos durch den Verkehr gleiten.
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Foto: Opel

Die wichtigsten Daten

Opel Ampera

  • Länge x Breite x Höhe: 4.498 x 1.787 x 1.439 mm, Breite inkl Spiegel: 2.126 mm
  • Radstand: 2.685mm
  • Leergewicht: 1.732 kg
  • Zuladung: 268 kg
  • Kofferraum: 310 - 1.005 l
  • Elektromotor Leistung 111 kW/150 PS
  • Elektromotor Max. Drehmoment: 370 Nm
  • Benzinmotor Hubraum 1.398 ccm
  • Benzinmotor Leistung: 63 kW / 86 PS bei 4.800 U/min
  • Beschleunigung auf 100: < 10,0 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 161 km/h
  • Elektrischer Energieverbrauch mit Reichweitenverlängerung, kombiniert: 13,5 kWh/100 km
  • EU-Normverbrauch im Mittel 1,2 l
  • Tankinhalt: 35 l
  • Gesamtreichweite: > 500 km
  • CO2 Ausstoß: 27 g/km

Preis Opel Ampera: 45.500 Euro
Preis Opel Ampera ePionier Edition: 49.200 Euro

Stand 05/2012

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