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Dienst-Waggon: Audi A 6 Avant Diesel

Wie kaum ein anderes Auto erfüllt der A6 Avant die Anforderungen an einen Dienstwagen. Aus Sicht der Dienstwagenfahrer: Hervorragendes Image, Platz genug, hinten eine Klappe für die Bemusterung  oder am Wochenende den Kinderwagen. Oder Hundkatzemaus. Schon in der Zweiliter-Dieselversion mit einem  leistungsstarken Motor, der auch noch wenig verbraucht. Einzig der Neuwagen-Listenpreis schlägt über die 1-Prozent-Regelung bei der Gehaltsrechnung ordentlich zu Buche. Aus Sicht der Fuhrparkleiter: Wieder das hervorragende Image, dazu ein exzellenter Wiederverkaufswert und natürlich ein sparsamer-Zweiliter-Diesel, der die Treibstoff-Budgets nicht überstrapaziert. Selbst wenn auch Diesel inzwischen schwindelerregende Preisregionen erreicht hat, die den Mineralölfirmen und Wolfgang Schäuble inzwischen Freudentränen in Viererreihen in die Augen schießen lassen.

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Foto: Audi

Wie alle seine Geschwister der größeren A6-Reihe, der A5-Modelle und der A7er mit dem Allradantrieb, klebt auch der A6 Kombi der aktuellen Generation auf der Straße. Selbst der kleinere der Dieselmotoren, der im A4 standardmäßig eingebaute Zweiliter, verhilft dem großen Kombi zu erstaunlichen Fahrleistungen bei noch erstaunlicheren Verbrauchsleistungen.  Ist schon der Dreiliter-Diesel ein Sparwunder, kann man das vom Zweiliter-Vierzylinder noch beruhigter behaupten. Auch wenn ich im Testverbrauch das von Audi betextete Mittel der Durchschnittsverbräuche nicht im Entferntesten erreichte, halten sich doch 6,5 Liter auf 100 km im gemäßigten Bereich. Zumal es Diesel ist, immer noch ein paar Cent günstiger als das inzwischen maßlos überteuerte Superbenzin. Aber die Mineralölindustrie will halt ihre Blattgold-Büros nicht aufgeben und der Finanzminister wird sich hüten, dem Kartellamt grünes Licht für investigative Untersuchungen zu geben, verdient er doch an jeder Preiserhöhung kräftig mit.

Darüber hinaus ist Audi auch beim A6 schon großzügig in der Serienausstattung der Fahrzeuge mit elektronischen Helfern zur Verbesserung der Straßenverkehrssicherheit. Das erfreut insbesondere deshalb, weil auf dem Zwickauer Dieselringgespräch 2011 von Audi bereits zu hören war, dass an Quantensprüngen der Verbesserung der Straßenverkehrssicherheit durch Elektronik und Visualisierung gearbeitet wird.

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Foto: Audi

Auch wenn ich – nicht nur bei Dieselmotoren – eher die sechs- und nochmehrzylindrigen Varianten wegen ihrer Drehmomente und natürlich ihres bollerigen Klanges bevorzuge, steht dem A6 Avant das Motorendownsizing gut. Und wenn mein Nachbar sagt, dass ein Diesel über zwei Liter Hubraum (er fährt einen Tiguan) nicht mehr zeitgemäß sei, muss ich ihm spätestens nach der Fahrt im Zweiliter-A6 Avant wenigstens aus pragmatischer Sicht Recht geben. Und den Audi-Ingenieuren wieder mal Lob zollen, weil sie es geschafft haben, dem Vierzylinder-Diesel die Kraft der zwei Herzen mehr zu geben, ohne gleich einen elektrischen Hybriden draus zu machen.  Denn auch das Drehmoment des Vierzylinders lässt sich sehen.

Möbliert  vom Feinsten – mit aller möglicher  Erleichterungselektronik sowie einem perfekt funktionierenden Fernlicht-Assistenten, macht das Reisen und das beiläufig dazu gehörende Kommunizieren mit Beifahrern oder Zuhörern auf langen Reise wie auch auf kurzen Strecken so viel Spaß, daß man gerne mal einen Umweg fährt. Dabei hilft besonders bei Nacht diese hervorragend wirkende Gegenlicht- und Schlußlichterkennung, die immer für optimale Sicht sorgt. An Kurven wird’s zum Kurveninneren breit, an Kreuzungen in beide Richtungen und wenn jemand entgegen kommt, reduziert die Elektronik den Lichtkegel umso mehr, je näher das  Gegenlicht kommt.

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Foto: Audi

Und wenn’s beim Dienstwagen an der Lederausstattung fehlt oder den Leichtmetallrädern, ist dies der Einprozent-Regelung gezollt, denn die Lederbezüge schlagen genauso wie die Alufelgen auf den Fahrzeugpreis, der die Basis für die Dienstwagenbesteuerung ist.

Viel Platz ist – wie schon notiert – im Ladeabteil, das den großen Vorzug hat, mit einem Tritt unter die Karosserie (nein, ein Fußschwung reicht völlig aus, man muss nicht gegen Blech treten) das Tor zu öffnen. Dass man dabei den Musterkoffer weiterhin mit beiden Händen halten kann oder den Bierkasten, erleichtert die Beladung ungemein.

mpp

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Foto: Audi

Die wichtigsten Daten

Audi A6 2,0 TDI

  • Länge/Breite (ohne Spiegel)/Höhe : 4926 / 1874 / 1461 mm
  • Radstand  2.912 mm
  • Leergewicht  1640 kg
  • Zuladung 630 kg
  • Vierzylinder-Dieselmotor mit Commonrail-Direkteinspritzung
  • Hubraum  1.968 ccm
  • Leistung 130 kW bei  4.200 U/min,
  • maximales Drehmoment  380 Nm bei   1750 – 2500 U/min
  • Beschleunigung 0 auf 100 km/h  9,0 Sekunden
  • Vmax 222 km/h
  • EU-Normverbrauch im Mittel  5,0 l
  • Testverbrauch 6,8 l
  • Tankinhalt  65 l,
  • Abgasnorm Euro 5  mit Partikelfilter,
  • CO2 Ausstoß:  132 g/km

Preis der Basis-Ausführung des Testwagens:  40.850 Euro
Preis der sonderausgestatteten TW-Ausführung:  ca. 52.000 Euro

Stand: 4/2012

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