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Der Trendsetter: Tiguan 2,0 TDI

Es gibt Autos, da machen Designer, Konstrukteure und Marketingfachleute alles richtig: Da trifft das neue Modell genau den Trend, den Zeitgeist oder das, was sich Autofans immer schon gewünscht haben. Nicht immer hat das rationale Gründe. Denn allen Expertenansichten zum Trotz ist die Entscheidung für ein bestimmtes Modell  auch heute noch sehr oft vor allem emotional und weniger rational. Wenn dann alles passt, wenn Zeitgeist und Emotion den Autofahrer-Nerv treffen, entstehen Erfolgsmodelle oder gar Trendsetter. Der von BMW neu aufgelegte Mini ist so ein Fall. Vielleicht nicht ganz geplant, denn mit diesem Erfolg hatte wohl selbst BMW nicht gerechnet. Mazdas MX 5 gelang es gar, einer eigentlich ausgestorbenen Fahrzeuggattung zu einer Renaissance zu verhelfen. Roadster fahren war plötzlich wieder chick. In der Typen- und Modellgeschichte gibt es viele ähnliche Beispiele.

Volkswagen hat mit Trendsettern ja ganz besondere Erfahrungen. Denn der Golf I, der im Frühjahr 1974 erstmals bei den Händlern stand, begründete gleich eine ganze Fahrzeugklasse. Und wie es scheint, ist den Wolfsburgern mit dem Tiguan auch wieder ein echter Trendsetter gelungen. Seit 2007 auf dem Markt belegte das erste Modell des kompakten SUV  bei den Neuzulassungen sofort den Spitzenplatz unter den Geländewagen.  700.000 mal wurde der Tiguan zwischen  Herbst 2007 und Markteinführung des Nachfolgers Anfang 2011 weltweit verkauft.  Die Geländewagen für die Straße, die Sport Utility Vehicles, hatten zuvor schon mit kontinuierlich steigenden Verkaufszahlen für Furore gesorgt. Der große Erfolg mit Massenmarkt-Stückzahlen kam aber erst mit dem Unter-Segment der Kompakt-SUVs und eben dem VW Tiguan. Der hatte 2010 in seinem Segment in Deutschland allein 21 Prozent Marktanteil.

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Foto: VW

Beim neuen Tiguan hat Volkswagen das Design noch etwas stärker an den großen Bruder Touareg angelehnt, ohne die erfolgreiche Linie des kompakt-SUV zu verlassen. Ein moderates Facelift eben, das vor allem an der Frontpartie erkennbar ist. Auch den neuen gibt es wahlweise mit oder ohne Allradantrieb, der bei VW 4Motion heißt. Erkennbar ist die Antriebsart bereits an der Frontpartie. Die vierradgetriebene „Offroad“-Version hat einen Böschungswinkel vorn von 28 Grad, die „Onroad“-Version dagegen von nur 18 Grad, und dieser Unterschied ist deutlich erkennbar.

Angeboten wird der aktuelle Tiguan mi vier Benzinmotoren, die zwischen 90 kW/122 PS und 155 kW/210 PS leisten sowie drei TDI-Dieselmotoren mit 81 kW/110 PS bis 125 kW/170 PS. Unser Testwagen war mit dem großen 4-Zylinder-Common Rail-Dieselmotor mit Schaltgetriebe und 4Motion-Allradantrieb ausgestattet. Damit beschleunigt der rund 1,7 Tonnen schwer Tiguan sehr flott in 8,9 Sekunden auf 100 km/h und weiter bis zur Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Das Drehmoment von 350 Nm sorgt dabei für ordentlich Kraft schon aus niedrigen Drehzahlen von unten heraus. So ist man mit dem kompakten SUV nicht nur flott auf der Autobahn unterwegs, sondern ebenso agil auf gewundenen Mittelgebirgs-Landstraßen. Auch dank des Allradantriebes zieht der Tiguan jederzeit sicher und unproblematisch seine Bahn. Das gut abgestufte Sechs-Gang-Schaltgetriebe lässt sich dabei sehr präzise mit kurzen Wegen schalten. Wahlweise gibt es den Tiguan auch mit dem 7-Gang-Doppelkupplungs-Automatikgetriebe (DSG). Klassenüblich ist die Sitzposition im Tiguan höher als bei andere Pkw, und das sorgt für den guten Überblick über das Verkehrsgeschehen rundum.  Für den Verkaufserfolg der kompakten SUVs im Allgemeinen und den Tiguan im Besonderen ist das zweifellos einer der wichtigen Gründe.

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Foto: VW

Wie auch bei anderen aktuellen Modellen aus dem VW-Konzern wird die zweite Generation des Tiguan, teils serienmäßig, teils gegen Aufpreis, mit einer ganzen Palette von Assistenzsystemen ausgeliefert, die die Sicherheit erhöhen. Das reicht von der Müdigkeitserkennung über Dynamic Light Assist, der zum Beispiel das Fernlicht bei Gegenverkehr automatisch abblendet, bis zum Spurhalteassistenten Lane Assist. Sinnvolle Helfer beim Rangieren und Einparken sind auch die Rückfahrkamera oder der ParkPilot, der das Auto fast wie von Geisterhand sehr zuverlässig in die Parklücke bugsiert. Nur Gas geben und Bremsen muss der Fahrer noch selbst.

Der Innenraum ist VW-typisch funktional und aufgeräumt. Alle Bedienelemente sind da wo sie sein sollen und selbsterklärend. Reinsetzen und losfahren, auch beim neuen Tiguan ist das kein Problem. Fahrer und Beifahrer haben reichlich Platz mit gut einstellbaren Sitzen vorn und genügend Beinfreiheit hinten. Der Kofferrauminhalt ist mit 470 bis 1510 Liter zwar nicht üppig, aber doch ausreichend auch für die Urlaubsreise.

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Foto: VW

Bleibt noch der Blick auf den Verbrauch. Sechs Liter soll der betragen im kombinierten Normtestzyklus. Das ist für einen SUV ein wirklich guter Wert, der aber im Alltagsbetrieb kaum erreichbar ist. Dazu ist der Normtest zu weit entfernt von der Fahrweise des durchschnittlichen Autofahrers. Immerhin aber blieben wir im durchschnittlichen Einsatz mit einem Mix aus Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn im Gesamtschnitt knapp unter acht Litern Diesel auf 100 Kilometer. Und das ist auch ein guter Alltagswert.
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Foto: VW

Die wichtigsten Daten

VW Tiguan Track & Style 4MOTION 2,0 l TDI

  • Länge x Breite x Höhe: 4.526 x 1.809 x 1.703 mm, Breite inkl Spiegel: 2.041 mm
  • Radstand: 2.604 mm
  • Leergewicht: 1.695 kg
  • Zuladung: 620 kg
  • Kofferraum: 470 - 1.510 l
  • Vierzylinder-Common Rail Reihen-Dieselmotor, Abgasturbolader
  • Hubraum 1.968 ccm
  • Leistung: 125 kW / 170 PS bei 4.200 U/min
  • Max. Drehmoment: 350 Nm bei 1.750 - 2.500 U/min
  • Getriebe: mechanisches Sechsgang-Getriebe
  • Antrieb: 4 MOTION Allradantrieb
  • Beschleunigung auf 100: 8,9 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h
  • EU-Normverbrauch im Mittel 6,0 l , Testverbrauch 7,9 l
  • Tankinhalt: 64 l
  • Abgasnorm Euro 5,
  • CO2 Ausstoß: 158 g/km

Preis Tiguan Track & Style 4MOTION 2,0 l TDI: 33.150 Euro
Testwagenpreis inkl. Sonderausstattung: 46.806 Euro

Stand 04/2012

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