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Der Rivale: Hyundai i40 Kombi

Die erste Begegnung mit dem großen Koreaner ist ausgesprochen positiv: Der sieht ja richtig gut aus. Tatsächlich hat Hyundai mit dem i40 Kombi den europäischen, vielleicht sogar den deutschen Geschmack und den Design-Zeitgeist gut getroffen.  Von vorn sieht er edel aus mit seinem wie Hyundai sagt „Hexagonal-Kühlergrill“.  Die seitlich aufsteigende Linie bildet eine sportliche Keilform und auch von hinten präsentiert sich der i40 chic und sportlich.  Die in unseren Augen so gefällige Form kommt natürlich nicht von Ungefähr. Thomas Bürkle heißt der europäische Chefdesigner von Hyundai, und der sitzt in Rüsselheim und ist Deutscher. Fluidic Sculpture nennt Bürkle die Formensprache, die der frühere BMW-Designer Hyundai verpasst hat. Mit Erfolg: Schon der Golf-Konkurrent i30 sorgte für Aufsehen. Legendär ist das Video mit VW-Vorstandschef Martin Winterkorn, der sich auf der IAA 2011 über die ausgezeichnete Verarbeitung im Hyundai ärgert: „Warum können wir das nicht?“

Nach der Golf-Konkurrenz nun also ein neuer Rivale, diesmal für VW Passat, Ford Mondeo, Toyota Avensis und viele andere im lukrativen Familien- und Dienstwagen-Segment. Ach ja bei den Fuhrpark-Chefs konnte er schon Lorbeeren einheimsen: „Der Hyundai i40cw 1.7 CRDi ist mit dem Titel „Firmenauto des Jahres 2012“ als bester Importwagen in der Mittelklasse ausgezeichnet worden.“ Na bitte!

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Foto: Hyundai

Für unseren Fahrbericht steht uns ein i40 Kombi 1,7 CRDi mit 100 kW/136 PS zur Verfügung, der größere der beiden lieferbaren Diesel-Vierzylinder mit Common Rail-Direkteinspritzung. Der Fahrerarbeitsplatz ist modern, aufgeräumt und vor allem selbsterklärend. Die Zeiten komplizierter, exotischer Bedienelement sind bei aller Herstellern glücklicherweise vorbei, auch wenn die Ergonomie manchmal ein wenig für Langeweile gesorgt hat. Aber besser alles ist da, wo es sein soll, als unnötige Suche nach dem richtigen Bedienknopf. Vor allem aber bietet der i40 reichlich Platz für Fahrer und Beifahrer, und auch auf den Rücksitzen können es sich  die Passagiere ausgesprochen bequem machen. Die Sitze sind gut geformt und bieten auch auf langen Strecken den nötigen Komfort. Etwas ungewohnt war dagegen die als Sonderausstattung lieferbare Sitzkühlung. Sitzheizung, na klar, das ist heute schon fast Standard. Aber Sitzkühlung, in drei Stufen einstellbar ist schon noch ungewöhnlich in dieser Fahrzeugklasse. Und die kühlt wirklich ordentlich, was schon von Vorteil ist, wenn sich die Polster beim Parken  in der prallen Sommersonne stark aufgeheizt haben. Schnell wird es aber auch so kühl von unten, dass die Kühlung schnell heruntergeregelt und schließlich ausgeschaltet werden muss. Dennoch: Vor allem Vertreter, die in "Schlips und Kragen" von Termin zu Termin fahren, werden es schätzen, wenn im Sommer das Oberhemd nicht ständig schweißnass zwischen Rückenlehne und Körper klebt.

Entsprechend dem guten Platzangebot für die Passagiere fällt auch das Kofferraumvolumen aus. 553 Liter reiner Kofferraum und bis zu 1.719 Liter, wenn der Kombi mit umgelegten Rücksitzen zum Lastesel wird, fasst der I40 Kombi. Das sind ein paar Liter weniger als beim Konkurrenten Passat. Die bessere Papierform des VW jedoch fällt in der Praxis kaum ins Gewicht. Eine auf Schienen variabel verschiebbare  Kofferraumunterteilung sorgt überdies dafür,  dass  nichts herumfliegt, wenn man mal nicht das ganze Volumen nutzt.

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Foto: Hyundai

Jetzt aber los mit dem schicken Hyundai auf die Straßen und in den Verkehr. Der Vierzylinder-Diesel erweist sich sofort als ausgesprochen leise und laufruhig. Kein Dieseln und Brummen und auch kein „kerniger Motorsound“ dringt in den Innenraum. Offenbar ist der Motor nicht nur gut abgeschirmt, sondern auch von allen Schallübertragungsquellen gut entkoppelt. Auf der Autobahn bringt der Diesel den 1,7 Tonnen schweren i40 recht zügig auf die Endgeschwindigkeit von 200 km/h.  330 Nm maximales Drehmoment und 10,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h verraten die technischen Daten. Das sind keine Spitzenwerte, aber für den Alltagsbetrieb ist das völlig ausreichend. Das Fahrwerk lässt dabei ebenfalls keine Wünsch offen. Und was noch besser ist, auch der Kraftstoffverbrauch bleibt im Rahmen. Selbst bei flotter Fahrweise auf der Autobahn geht es kaum über 8 Liter auf 100 Kilometer. Insgesamt kamen wir auf einen Testverbrauch von 6,8 Liter bei recht hohem Stadtverkehranteil. Dort, in der Stadt, lässt sich der i40 problemlos und flott bewegen. Nur die Abstandwarner hinten nerven ein wenig, weil sie jeden Hintermann, der an der Ampel etwas zu dicht auffährt mit hektischem Piepsen melden. Aber auch dafür gibt es den Knopf zum Ausschalten und schon ist Ruhe.

Erwähnen muss man beim i40 unbedingt die wirklich vollständige Ausstattung. Die Basisausstattung heiß „Comfort“ und enthält bereits alle wichtigen Sicherheits- und Komfortdetails einschließlich umfassendem Audio-System und das zu einem Preis von knapp 25.000 Euro. In der  „Premium“-Ausstattung für 32.580 Euro gibt es dann unter anderem Xenon-Scheinwerfer, Smart-Key-System, dunkel getönte Scheiben hinten, Einparkhilfe vorn und hinten sowie Klimaautomatik mit Zwei-Zonen-Regelung  dazu. Auch die aktuellen Helferlein sind lieferbar, wie adaptives Kurvenlicht, automatischer Einparkassistent und Spurhalteassistent. 

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Foto: Hyundai

Wenn ich noch einen Wunsch hätte?  Ich würde wohl die 1.400 Euro mehr ausgeben für das 6-Stufen-Automatikgetriebe. Das Sechs-Gang-Schaltgetriebe arbeitet zwar präzise und ganz problemlos, aber zum entspannten Reisen und auch im Stadtverkehr ist mir inzwischen die Automatik in dieser Fahrzeugklasse lieber.
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Foto: Hyundai

Die wichtigsten Daten

Hyundai i40, 1.7 CRDi Premium

  • Länge x Breite x Höhe: 4.770 x 1.815 x 1.470 mm
  • Radstand: 2.770 mm
  • Leergewicht: 1.570 - 1.723 kg
  • Zuladung: 397 - 550 kg
  • Kofferraum: 553 - 1.719 l
  • 4-Zylinder-Reihen-Common Rail-Dieselmotor 
  • Hubraum 1.685 ccm
  • Leistung: 100 kW / 136 PS bei 4.000 U/min
  • Max. Drehmonment: 330 Nm bei 2.000 - 2.500 U/min
  • Beschleunigung auf 100: 10,6 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
  • Verbrauch kombiniert 4,7 l/100 km
  • Testverbrauch: 6,8 l/100 km
  • Tankinhalt: 70 l
  • Abgasnorm: Euro 5
  • CO2 Ausstoß: 124 g/km

Grundpreis: 32.580,00 Euro
Preis des Testwagens: 37.200 Euro

Stand 06/2012

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