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Der Outlander sucht keine Wege, er kommt überall durch

Der Mitsubishi Outlander kann sich jetzt auch auf der Kö benehmen, er ist nun Teenager

Er nagelt nicht mehr, er hoppelt nicht beim Schalten, er rußt nicht wie ein alter Kamaz. Er fährt elegant vor, seine Türen öffnen sich in einen nicht nur zeitgemäßen, sondern edel aussehenden Innenraum mit viel schwarzem Leder, schwarzem Klavierlack und schwarzen doppellagigen Teppichen. Der Outlander kommt gedämft elegant daher, ganz und gar genau soviel Coffee-shopper wie Nationalpark-Ranger. Er hat also seine Kindermanieren abgelegt, ganz wie es einem Zehnjährigen zugesteht. Wirklich, der Mitsubishi Outlander ist zehn Jahre als geworden. Nicht in seiner Erstausfüphrung, sondern nach mehrfacher Mauser im inzwischen wohl dritten Karosserie-update.

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Foto: Mitsubishi

Er ist kein Monstertruck wie sonst viele SUVs auftreten, selbst sein großer Bruder ist das nicht einmal. Er ist aber auch nicht das, was man sich eigentlich unter einem echten Outlander vorstellt, nimmt man ihn bei Wort der amerikanisch-australischen Bedeutung. Denn dort ist Outland abseits jeglicher Straßen und noch so kleiner Asphaltspuren, dass sich der Mitsubishi ziemlich schnell seine Reifen zerfetzen würde, käme er nicht mit speziellen heavy-terrain-Schlappen. Die wiederum würden das feine Benehmen auf der Düsseldorfer Kö behindern.

Dennoch birgt der kleine der beiden großen SUVs von Mitsubishi Motors – die übrigens eben von der Emil-Frey-Gruppe zwecks besserer Vermarktung unter die deutschen Fittiche genommen – beneidenswerte Vorteile – ausser dem Klavierlack und dem Leder. Da ist zunächst einmal der Hall im außerordentlich geräumigen Innenbereich – um einmal kurz die Werber für den Passat Variant  zu zitieren. Und dann die hohe Sitzposition, die eben kein „normaler“ Kombi oder gar eine Limousine bieten kann. Das ist besonders vorteilhaft für unsereins ältere Herrschaften, die sich beim Einsteigen nur gegen den Sitz lehnen müssen, dann die Beine herumschwenken. Und schon sitzt man bequem. So hat es zumindest dieser Tage Günter Jauch in seinem Millionenfernsehen genau erklärt. Aber in der Tat fühlt man sich in der höher liegenden Position ein wenig überlegen. Guckt man doch – noch – auf die Mehrzahl der weiteren Straßenmitbenutzer runter und vor allem drüber weg. Weitsicht ist im heutigen Straßenverkehr ja nicht nur gefordert, sondern vor allem der Verkehrssicherheit förderlich.

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Foto: Mitsubishi

Und dann ist da noch das große Plus der Bescheidenheit des Outlander. Sein Verbrauch ist für die vergleichsweise wuchtige Karosserie sehr bescheiden, was ihn wiederum für einen Großteil der Bevölkerung, die sich in Klein- und Kleinstwagen nicht wohlfühlt, von Vorteil ist. Beim Fahren kommt zum Gefühl, sparsam zu sein, auch noch ein ordentliches Gefühl der Fahrsicherheit dazu, der mittlere Mitsubishi-SUV lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Weder in schnell gefahrenen Autobahnkurven noch auf fetzigen Bergstrecken. Auf denen sich natürlich besonders Winters der optionale Allradantrieb des Outlanders auszeichnet durch stoische Ruhe beim Durchpflügen aller möglicher Straßenzustände. Was sich natürlich besonders in den Höhenlagen des Odenwalds, des Taunus oder des Spessarts bemerkbar macht, bleibt man erst mal in Deutschlands gefühlter Mitte.   

Dass der Outlander über alle modernen Assistenzsysteme verfügt oder verfügen kann, die die Elektronik heute ermöglicht, gehört inzwischen ja fast schon zum Standard, genau wie die zumindest bei asiatischen Fahrzeugen außerordentlich umfangreiche Serienausstattung. Nicht zum Standard gehören derzeit noch gaaaanz niedrige Verbräuche, die nicht nur im Industriezyklus erreicht werden, sondern auch von einem normalen Fahrer. Beim Outlander jedoch klafften die Werte gar nicht so sehr auseinander. Werksangabe für den 2,2-Liter Diesel mit Uaotmatik im mittel 5,8 Liter, gefahren immer noch unter 6 Litern.

mpp

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Foto: Mitsubishi

Die wichtigsten Daten des des Mitsubishi Outlander 2,2 DI-D 4WD

  • Länge/Breite/Höhe : 4.655/1800*/1680 mm,  *) ohne Spiegel
  • Radstand 2.670 mm
  • Bodenfreiheit unbeladen 190 mm
  • Leergewicht 1.685 kg
  • Zuladung 575 kg
  • Laderaum 145 - 1625 l
  • Viertakt-Dieselmotor mit Commonrail-Direkteinspritzung
  • mit vier Zylindern in Reihe, Turbolader mit variabler Geometrie
  • Hubraum 2.268 ccm
  • Leistung kW/PS 110/ 150 bei 3.500 U/min,
  • maximales Drehmoment 360 Nm bei  1.500 - 2.750 U/min
  • Beschleunigung auf 100 km/h  11,7 Sekunden
  • Vmax 190 km/h
  • EU-Normverbrauch im Mittel 5,8 l , Testverbrauch 6,0 l
  • Tankinhalt 60 l,
  • Abgasnorm Euro 5,
  • CO2 Ausstoß: 153 g/km

 
Preis der Basis-Ausführung des Testwagens:  39.890 Euro zzgl.
6-Gang-Automatik mit Lenkradschaltwippen 1.800 Euro und
Fahrerassistenzsystem mit Abstands- und Tempoautomatik, Auffahrwarnsystem und Spurassistent 1.900 Euro

Stand 12/2013

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