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Das Diesel-Gokart: New Mini Cooper D

Einen Mini als Wertanlage kaufen und dann 30 Jahre stehen lassen, bis er zum Oldtimer wird? Warum nicht? Zumindest, wenn man dem Gespür der Leser der Zeitschrift „Auto Bild Klassik“ vertraut, könnte das eine lohnende Investition sein. Die wählten den neuen Mini nämlich zum „Klassiker der Zukunft“. Auch der neue Mini hat Kultstatus. Das war schon beim Ur-Mini so. Der Mini, der seit 2001 unter BWM-Regie in Oxford gebaut wird, konnte daran fast nahtlos anknüpfen. Ende 2006 brachte die BMW Group die zweite Mini-Generation auf den Markt und seit Anfang 2014 gibt es die inzwischen 3. Generation. Die wird auch als new Mini bezeichnet, weil diesmal der trendige Kleinwagen in allen Bereich deutlich überarbeitet wurde. Geblieben ist dabei aber das, was einen Mini ausmacht: die Silhouette mit der recht steilen Frontscheibe, das kurze Heck und die ebenso kurzen Überhänge vorn und hinten, die tiefe Sitzposition und vor allem das Gokart-Feeling, das man spätestens nach den ersten Kurven spürt.

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Mini Cooper flott auch mit Dieselmotor, Foto: Mini

Für unseren Fahrbericht stand der Mini Cooper D mit dem neu entwickelten Dreizylinder-Dieselmotor zur Verfügung, der 85 kW/116 PS leistet. Mit 270 Nm Drehmoment bei  1.750 U/min ist der Motor perfekt, um das Go-Kart-Feeling so richtig auszukosten. Auch aus niedrigen Drehzahlen beschleunigt er den immerhin gut 1,2 Tonnen schweren Kleinwagen zügig auf Tempo. Gleichzeitig erlaubt der elastische Motor auch schaltfaules cruisen. Aber es geht auch sportlich mit dem gut abgestimmten und sehr präzisen Sechsgang-Schaltgetriebe. Wird dann noch der „Mini Driving Mode“-Einstellring unter dem Schalthebel auf „Sport“ gedreht, kann es so richtig abgehen. Die Sonderausstattung ändert Gaspedal- und Lenkungskennlinie und bietet neben der sportlichen Einstellung auch noch eine Standard-Einstellung und einen besonders sparsamen „Green Mode“. Wir waren meist im Standard-Mode unterwegs im Stadtverkehr, auf Landstraßen und vor allem auch auf der Autobahn. In diesem Alltagsbetrieb war der Verbrauch des agilen Dreizylinders  mit gut sechs Liter Diesel auf 100 Kilometer sehr in Ordnung.

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Vom Ur-Mini zum New Mini, Foto: Mini

Wenn es jedoch mal rückwärts und nicht sportlich vorwärts gehen muss, dann kann das Einlegen des Rückwärtsganges bei der ansonsten tadellosen Schaltung  Probleme bereiten. Der Rückwärtsgang liegt direkt links neben dem ersten Gang. Damit beim Anfahren nicht versehentlich der falsche Gang eingelegt wird, muss eine Sperre überwunden werden, um in die Schaltgasse für den Rückwärtsgang zu gelangen. Dazu braucht es Kraft oder Schwung oder zumindest einige Übung, bis das ohne Stress klappt.

Der Mini steht mit allen Vieren sicher auf dem Boden
Auch die beiden Vorgänger des new Mini standen breit und sicher mit allen vier Rädern auf dem Asphalt. Mit einem überarbeiteten Fahrwerk, neuer Vorder- und Hinterachskonstruktion klebt der Mini noch besser auf der Straße. Zweifellos tragen dazu auch der um 28 Millimeter verlängerte Radstand und die größere Spurweite bei. Insgesamt ist der Mini gegenüber seinem Vorgänger fast zehn Zentimeter länger und knapp fünf Zentimeter breiter geworden. Üppig ist der Platz auf den hinteren Sitzen damit natürlich immer noch nicht. Wenn großgewachsene Fahrer ihren Sitz tief und weit nach hinten einstellen, ist dahinter kaum Platz für einen erwachsenen Mitfahrer. Aber das erwartet wohl auch niemand wirklich. Der Mini ist bequem für Fahrer und Beifahrer und zur Not, auf kurzen Strecken können eben auch zwei weitere Menschen mitfahren. Vorn war der Testwagen mit Sportsitzen ausgestattet, die neben ausgezeichnetem Seitenhalt bequemes Reisekomfort auch auf langen Strecken bieten und eine Empfehlung bei der Auswahl der Zusatzausstattung sind.

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Foto: Mini

Wie überhaupt die lange Ausstattungsliste die Qual der Wahl bietet, aber es eben auch ermöglicht, seinen Mini sehr individuell den eigenen Wünschen und Bedürfnissen anzupassen. Die Presseabteilung jedenfalls hatte bei der Ausstattung unseres Cooper D Testwagens nahezu alles geordert, was möglich ist, so dass die Differenz zwischen dem Preis der Grundausstattung und dem voll ausgestatteten Testwagen gut 10.000 Euro betrug.

Sitzt man auf dem Fahrerplatz fällt sofort eine gravierende Änderung gegenüber den Mini-Vorgängern auf: Der Tacho sitzt jetzt wie bei jedem anderen Auto auch hinter dem Lenkrad im direkten Blickfeld des Fahrers und nicht mehr im großen Rundinstrument in der Mitte des Armaturenbretts. Das ist gut für die Geschwindigkeitskontrolle und schützt vor so manchem Strafzettel, nimmt dem Mini aber auch wieder etwas von seinem besonderen Charakter. Unser Testwagen war überdies mit einem Mini-Headup-Display ausgerüstet. Gefahrene Geschwindigkeit, die aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung ermittelt aus Navidaten und Verkehrsschilderkennung sowie weitere Informationen wie Navigationshinweise werden auf eine kleine Projektionsfläche hinter dem Lenkrad im direkten Fahrerblickfeld angezeigt. Den klassische Tachometer braucht man dann eigentlich nicht mehr. Wem das alles zu viel redundate Information ist, der kann das Display allerdings auf Knopfdruck auch in der Versenkung verschwinden lassen.

Das große Rundinstrument dominiert aber immer noch die Armaturentafel. Ein LED-Ring drumherum reagiert mit unterschiedlichen Farben auf die Bedienung. Das ist alles sehr bunt, eigentlich unnötig, aber eben wohl auch trendy. Die Radiosender, die Navigation und das gekoppelte Mobiltelefon mit Telefonbuch werden in diesem zentralen Instrument angezeigt, außerdem das Bild der Rückfahrkamera sowie alle Informationen, die sich über das Mini Connected anzeigen lassen. Da gibt es Hinweise zum Kraftstoffsparen und Internetradiosendern, Verbindungen zu sozialen Netzwerken und vieles mehr. Bedient wird alles über ein zentrales Drehrad in der Mittelkonsole. Das geht alles weitgehend intuitiv und problemlos, kann aber auch ganz schön ablenken, wenn man sich während der Fahrt durch die Menüs klickt.

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Tacho jetzt im Fahrerblickfeld, dazu das Mini-Headup für noch klarere Information, Foto: Mini

Dass diese Unaufmerksamkeit  nicht gleich bestraft wird, dafür sorgt der Notbremsassistent, der zunächst warnt, wenn der Abstand zum Vordermann ungebremst plötzlich geringer wird und schließlich aktiv abbremst. Im Alltag ist das System vor allem in Verbindung mit der automatischen Geschwindigkeitsregelung ein Gewinn. Einmal auf die gewünschte Geschwindigkeit programmiert, hält das System Abstand zum Vordermann, bremst ab, wenn der bremst und beschleunigt, wenn der beschleunigt.

Bleibt noch der Blick in den Kofferraum. Der ist klassenüblich nicht gerade üppig. Aber auch hier hat der new Mini gegenüber den Vorgängern zugelegt, um 51 Liter auf jetzt 211 Liter immerhin. Das reicht für das kleine Wochenendgepäck. Zwei Bierkästen passen ebenfalls jetzt gut nebeneinander in die Kofferraummulde. Wer mehr Platz braucht kann die Rücksitze im Verhältnis 60 : 40 umklappen und dann ist Platz auch für den größeren Urlaub zu zweit.

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Klassische Silhouette, Foto: Mini

Die wichtigsten Daten des New Mini Cooper D

    •  Länge/Breite/Höhe: 3.821/1.727*, 1.932/1.414 mm  *) ohne Spiegel
    • Radstand: 2.495 mm
    • Leergewicht: 1.210 kg
    • Zuladung: 450 kg
    • Kofferraum:  211 l
    • 3-Zyl-Dieselmotor mit Mini TwinPower Turbo, Common-Rail-Direkteinspritzung
    • Hubraum:  1.496 ccm
    • Leistung: 85 kW/116 PS bei 4.000 U/min,
    • maximales Drehmoment: 270 Nm bei  1.750 U/min
    • Beschleunigung auf 100 km/h: 9,2 Sekunden
    • Vmax: 205 km/h
    • Frontantrieb
    • Sechs-Gangg-Schaltgetriebe
    • EU-Normverbrauch im Mittel: 3,5 - 3,6 l , Testverbrauch 6,2 l
    • Tankinhalt: 44 l,
    • Abgasnorm: Euro 6,
    • CO2 Ausstoß: 89-92 g/km

    Preis des Basis-Ausführung:  21.950,00 Euro

    Preis des komplett ausgestatteten Testwagens: 32.850,00 Euro

    Stand 11/2014

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