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BMW X3, der Senior unter den SUVs

BMW X3 war der erste unter den X-en von BMW

Der X der Dreier-Reihe, sofern man diese Baureihe mit nur noch verschiedenen Motoren und Ausstattungsgraden noch als Baureihe bezeichnen kann, seitdem Cabrio und Coupé und Gran Coupé zu 4ern mutierten, der X3 also hat bei BMW die SUVs der Kategorie X begründet. Und nach dem Modellwechsel 2010 ist er nun auch trotz Facelift und eines Updates Anfang 2014 doch ein wenig in die Jahre gekommen. Was ihm nichts ausmacht, sondern auszeichnet.

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Foto: BMW

Wenngleich nicht mehr optisch so aufregend wie ein X1 und X4 oder leistungsstark wie die Bullen X5 und X6, kommt er schlicht und fast unauffällig daher. (Wobei man zu den gerade-zahligen nicht unbedingt ein Bauhaus-Verhältnis der „form follows function“ haben muß. Auch wenn die hohe Mathematik erklärt, dass gerade Zahlen vollkommen seien, ungerade vollkommene Zahlen es jedoch – bis heute erkannt  - garnicht gäbe, muß man dieser Theorie ja geschmäcklerisch nicht folgen.)

Drum wende ich mich nun wieder dem X3 zu und behaupte, dass sein Design – zumindest mich – mehr anspricht als das der geradzahligen Xe. Drum auch habe ich mich gerne in den X3 gesetzt, eben weil er schlicht ist und zeitlos. Auch wenn ihm ein moderneres Aussehen und Innenleben durchaus zu Gesicht stünde. An sich aber zählen die inneren Werte. Und die hat der X3 mit dem Dreiliter-Diesel zu Hauf. Tatsächlich ist dieser Selbstzünder-Sechszylinder kaum schlagbar (ausser von den BMW-Alpina-Dreilitern, die noch weniger Treibstoff brauchen als die Werks-BMWs, dafür aber noch mehr Drehmoment auf die Brust des anfahrenden Lenkers – und seiner beifahrenden Insassen drücken). Im Alltag jedoch genügt das Drehmoment des Serien-Dreiliters; auch er hat gewaltig Mumm und die Fähigkeit, bei kavaliersmäßigem Anfahren die Rückenlehnen der Insassen sichtbar dünner werden zu lassen.

Damit ist zum Antrieb alles gesagt, der ist genauso vehement wie der des 330 d mit Allradantrieb, wenn man das höhere Gewicht des höheren X3 berücksichtigt. Aber insgesamt ist der Motor geschmeidiger geworden als der vergleichbare Dreiliter, den ich vor ein paar Jahren im X5 gefahren habe. Eine ähnliche Aussage gilt für die Straßenlage; die ist gewohnt top auch im X3, auch wenn er aufgrund seiner Spezifikation als geländegängigeres Sports Utility Vehicles natürlich nicht die gokart-Eigenschaften der tiefer liegenden Limousinen bietet. Aber diese Unterschiede merkt ein ladenüblicher Autofahrer nicht, wenn der X anfängt zu schieben, sondern stellt eher fest:  “Aha, eine Spur zu schnell für die Kurve!“ Aber am Ende steckt der X3 auch dies gutmütig weg.

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Foto: BMW

Innen ist der X3 wie allgemein BMW-üblich schnieke und ganz ohne den sonst manchmal bei geländegängigeren Fahrzeugen feststellbaren ländlichen Touch in Jäger-grün mit Gamsbart. Schade war nur, dass er für frostige Tage innen karg ausgestattet war, die Heizung ziemlich langsam war und vor allem eine fürs Lenkrad fehlte, die die Hände an den Metallteilen des Volants gewärmt hätte. Und eine stop-and-go-Funktion, die das Auto beim langsamen Heranfahren an das Stauende nicht so urplötzlich ausser Gefecht gesetzt hätte, dass man  fast die Nase am Lenkrad hatte, wäre auch zeitgemäßer gewesen. Genauso übrigens ging es mir im Parkhaus, als das Querverkehrs-Notbremssystem plötzlich in einer Bake einen Feind von rechts sah und mich in Fahrtrich-tung schleuderte. Hier fehlte aber wahrscheinlich nur ein wenig Feinabstimmung vom VdM-Dieselring-Träger Frickenstein…   

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Foto: BMW

Kompliment dafür an das connected drive-System, mit dem BMW Maßstäbe setzte. Das hilft in vielen Situationen nicht nur bei der Suche nach Fahr- und Sonderzielen, sondern läßt den Fahrer eben auch in Notsituationen nicht allein. An elektronischen Helferlein bietet BMW eben ganz schön viel serienmäßig: DSC (Dynamische Stabilitäts Control inkl. ABS und DTC (Dynamische Traktions Control), Kurvenbremshilfe, Bremsassistent, Trockenbremsfunktion, Fading-Ausgleich, Anfahrassistent; DSC mit Allradantrieb xDrive vernetzt, Bergabfahrkontrolle; optional: Performance Control, Vertical Dynamic Control.

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Foto: BMW

Aber was natürlich ganz besonders wichtig ist in Zeiten der Dieseldiskussion: der Dreiliter-Diesel des X3 stößt aktuell ein Viertel weniger CO2 aus als der Dreiliter-Diesel des X5 von vor rund vier Jahren! Ehrlich!

Mpp


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Foto: BMW

Die wichtigsten Daten des BMW X3 xline 3,0 TDI

  • Länge/Breite/Höhe : 4657 / 1881 / 1661 mm
  • Radstand 2.810 mm
  • Leergewicht 1.820 kg
  • Zuladung 590 kg
  • Kofferraum 550 - 1.600 l
  • Viertakt-6-Zylinder Dieselmotor mit Commonrail-Direkteinspritzung
  • Hubraum 2.993 ccm
  • Leistung kW/PS 190 / 258 bei 4.000 U/min,
  • maximales Drehmoment 560 Nm bei 1.500 - 3.000 U/min
  • Beschleunigung auf 100 km/h  5,9 Sekunden
  • Vmax 23¬¬¬2 km/h
  • EU-Normverbrauch im Mittel 5,9 l , Testverbrauch 7,4 l
  • Tankinhalt 67 l
  • Abgasnorm Euro 6
  • CO2 Ausstoß: 156 g/km

 
Preis der Basis-Ausführung des Testwagens:  55.900 Euro

Stand 03/2016

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